Poppenhausen
Historisch

Traktoren, Pflug und Egge an der Storchenmühler in Aktion

Das Traktorentreffen der Schlepperfreunde Main-Franken an der Storchenmühle zwischen Oberwerrn und Kronungen war einvoller Erfolg.
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Vasco und Joker ziehen, Julian Wetzel (links) und Matthias Bonengel aus Ebenhausen müssen schauen, dass sie ihren Kaltblütern hinterherkommen. Foto: Oliver Schikora
Vasco und Joker ziehen, Julian Wetzel (links) und Matthias Bonengel aus Ebenhausen müssen schauen, dass sie ihren Kaltblütern hinterherkommen. Foto: Oliver Schikora
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Der Traktor-Diesel macht mächtig Lärm, die Fahrerin drückt aufs Gaspedal, der Pflug staubt in der Erde, los geht die Runde. "Der zündet aber auf, der Verrecker", sagt ein älterer Mann und dreht sich lachend zu seinem Nachbarn um. Wenn Traktoren im Spiel sind und auf dem Feld ihr Können zeigen, staunen selbst ältere Männer.


Zuschauermagnet

Hunderte Besucher waren bei perfektem Wetter gekommen, kundige Fachsimpelei und bloßes Staunen über die Landmaschinen inklusive. Über 60 Traktoren aus sieben Jahrzehnten - vom altehrwürdigen 6-PS-Traktor aus dem Jahr 1936 bis zum PS-Monster aus dem Jahr 2015 - gab es zu bestaunen. Und nicht nur zufriedene Besucher, sondern vor allem glückliche Veranstalter. "Wir hätten das nie gedacht, wollten eigentlich nur ein kleines Fest, aber die Besucher strömen", freut sich Klaus Greubel von den Schlepper-freunden, der gemeinsam mit seinen Kollegen das Treffen bei der Familie Kuhn organisiert hat.


Feldvorführungen

Das Besondere waren natürlich nicht nur die Traktoren - der Oberwerrner Greubel war mit seinem von ihm restaurierten englischen Oldie Ferguson MF vor Ort -, sondern die Feldvorführungen. "Wir wollten das alte landwirtschaftliche Gerät im Einsatz zeigen, es funktioniert ja alles noch", so Greubel, der einen großen Dank an die Besitzer der Storchenmühle ausspricht, die den gleich neben ihrem Gebäude liegenden Acker zur Verfügung stellten. So oft wie am Samstag und Sonntag ist der wahrscheinlich noch nie in so kurzer Zeit gepflügt und geeggt worden. Die meiste Zeit stehen die Traktoren ja in den Scheunen und Maschinenhallen, aber ein paar Mal im Jahr, da freuen sich die Besitzer, wenn sie mal "aufzünden" können, sich auf den Bock setzen und auch mehrstündige Fahrten zum Veranstaltungsort in Kauf nehmen, um dort ihrer Leidenschaft zu frönen.
Klaus Greubel war bis in die 1990er-Jahre auch als Nebenerwerbslandwirt tätig war. Heute ist es nur noch Hobby, ihre Faszination haben die Landmaschinen aber nicht verloren.

Ein ganz besonderes Schmankerl bieten die Schlepperfreunde den Besuchern mit einem Blick ganz weit zurück in die Zeit von Uroma und Uropa. Während keine 100 Meter vom Acker entfernt die Autos auf der modernen Autobahn vorbeibrausen, ziehen Vasco und Joker, zwei stattliche Kaltblüter, gemütlich einen Pflug über das Feld. Zwei PS statt mehreren Hundert, dazu die beiden Ebenhäuser Matthias Bonengel an den Zügeln und Julian Wetzel am Pflug - man sieht sofort, was für eine unglaublich harte Arbeit die Landwirtschaft früher ohne maschinelle Hilfe war. Dieser Blick zurück in die Geschichte kommt bei den Besuchern an, vor allem bei den auffallend vielen Familien mit Kindern, die gerade den Sonntag zum Ausflug genutzt haben. Oliver Schikora


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