Ein Jahr haben wir vorgeplant und jetzt ist es amtlich." Ursula Böhm freut sich, dass der Verschmelzungsvertrag zwischen dem Kreistierschutzverein Bad Kissingen und dem aus Bad Neustadt - Rhön-Grabfeld unter Dach und Fach ist. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung war das Votum hierfür einstimmig.

Von den knapp 1200 Mitgliedern des Bad Kissinger Vereins waren nur 16 anwesend und das Prozedere dauerte nur 15 Minuten. Die Vorsitzende sieht das nüchtern: "Bei der letzten Mitgliederversammlung sprachen sich die Mitglieder für die Fusion aus. Trotzdem war eine außerordentliche Versammlung nötig, damit alle gesetzliche Regularien erfüllt sind." Damit diese Auflagen wirklich eingehalten wurden, war Notarin Nicola Struck (Bad Königshofen) anwesend, die die Verschmelzung der Vereine betreute.

Ursula Böhm, die Vorsitzende des Bad Kissinger Kreistierschutzvereins, betonte, dass die Versammlung laut Satzung auch bei dieser kleinen Anzahl beschlussfähig sei. Die Vereine hätten in den vergangenen Jahren gut zusammengearbeitet und "für beide ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung". Nachteile der Fusion sieht sie nicht.

Den gesetzlichen Vorgaben gemäß dem Umwandlungsgesetz lagen Verschmelzungsvertrag, Jahresabschlüsse und die Verschmelzungsberichte im Tierheim "Wanningsmühle" aus, "jedoch war keine Einsichtnahme gewünscht". Eine Verschmelzungsprüfung wurde nicht beantragt. Für die Vorsitzende ist das ein Vertrauensbeweis in Bezug auf die angestrebte Fusion, wobei sich für den Bad Kissinger als übernehmender Verein im Grunde nichts ändere.

Nachdem der Kreistierschutzverein Bad Neustadt - Rhön-Grabfeld bereits am frühen Nachmittag des Freitags zugestimmt hatte, verzichteten die Anwesenden auf die Verlesung des sechsseitigen Verschmelzungsvertrages.
Dieses notariell beurkundete Vertragswerk, weitere Unterlagen wie Jahresabschlüsse und Verschmelzungsberichte sowie das Protokoll der außerordentlichen Versammlung geht nun an das Amtsgericht, so Notarin Nicola Struck. "Vier Wochen wird es dauern, bis alles im Vereinsregister eingetragen ist," schätzt die Fachfrau. Sie sieht keine Probleme beim Vereinsregister. Wenn alles vollzogen ist, wird die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2012 wirksam.

Mit der Fusion ist sie seit Ende 2011 befasstt: "Es handelt sich nicht um die Auflösung des Kreistierschutzvereins Bad Neustadt - Rhön-Grabfeld." Deshalb wurde auch das Umwandlungsgesetz herangezogen, das eigentlich für Fusionen von Unternehmen gedacht ist. Der Verschmelzungsvertrag wurde im Vorfeld von den beiden Vorsitzenden unter notarieller Aufsicht geleistet. "Es war ein normaler Vorgang ohne Probleme, wenn auch mit viel Arbeit verbunden," so Nicola Struck.

Es kann gefeiert werden: Am Sonntag, 15. Juli, ist das Sommerfest mit zwei Jubiläen: 60 Jahre Tierschutzverein, 30 Jahre Tierheim "Wanningsmühle".

Im Verschmelzungsvertrag überträgt der Kreistierschutzverein Bad Neustadt - Rhön-Grabfeld sein Vermögen als Ganzes als "Gesamt-Rechtsnachfolge" auf den Kreistierschutzverein Bad Kissingen. Als Gegenleistung verpflichtet sich der Bad Kissinger Verein, alle Mitglieder aus dem Bereich Rhön-Grabfeld automatisch aufzunehmen. Diese 232 Mitglieder erhöhen den Bad Kissinger Bestand auf 1416 Personen. Austritte befürchtet Ursula Böhm nicht, beide Vereine verfolgten das gleiche Ziel. Die Vermögenswerte des integrierten Vereins spielen eine untergeordnete Rolle. Dagegen ist ein Darlehen hinfällig, das der Kreistierschutzverein Bad Neustadt - Rhön-Grabfeld beim Kauf des Tierheims "Wanningsmühle" gegeben hat. Das Tierheim war - neben der Nachfolgeproblematik in Rhön-Grabfeld - eines der Punkte, die zur Fusion geführt haben, so Ursula Böhm. "Als Tierschutzverein wird man immer mit einem Tierheim in Verbindung gebracht." Außerdem habe der Bad Kissinger Verein über die "Fundtierverträge" bereits Kontakte mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld. Pro Jahr werden ca. 1200 Fundtiere im Tierheim "Wanningsmühle" abgegeben, davon kommen 50 Prozent aus dem Bereich Rhön-Grabfeld. Der Vorteil für beide Kreise: Es gibt einen einheitlichen Ansprechpartner. kws