Im Moment ginge es, sagt der ältere Herr in Oerlenbach. Derzeit sei die Belastung nicht so hoch wie sonst. Die riesige Baustelle in der Mitte des Orts wirkt verkehrsberuhigend. Das kann sich aber schnell ändern, wenn nach Abschluss der Arbeiten wieder die Autos und vor allem die Laster rollen. Vor allem, wenn die Bahnunterführung tiefergelegt werden sollte.
Das sei möglich, sagte der Chef des Staatlichen Bauamts, Holger Bothe, auf Anfrage. Ein von seiner Behörde in Auftrag gegebenes Gutachten liege jetzt vor. Danach stehe das Grundwasser "zum Glück" nicht so hoch an, dass es bei einer Tieferlegung angeschnitten würde. Bothe sprach von 50 bis 75 Zentimeter. Dann könnte die Unterführung unbeschränkt von jedem Lkw genutzt werden. Diese Tieferlegung wäre mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand möglich, also keinesfalls teurer als eine neue Brücke. Die war zunächst geplant, allerdings hat sich die Deutsche Bahn AG aus dem Gemeinschaftsunternehmen wieder zurückgezogen.
Ob es wirklich dazu kommt, ist aber noch nicht entschieden. Laut Bothe müssen die Statiker untersuchen, ob die Widerlager der Brücke dazu standfest genug sind. Deshalb ließen sich derzeit die Kosten auch nicht beziffern.
Es gebe auch noch keinen Zeitplan. Bothe erwartet, dass die Ergebnisse der Expertise noch im Herbst vorliegen. Dann werde man eine endgültige Entscheidung treffen können.
Bothe sieht "keine direkte Zuordnung" dieses Projektes zur geplanten B 286 neu. Es gehe darum, einen Engpass zu beseitigen. Eine solch dauerhafte Lösung sei auch interessant, wenn die Trasse zur Kreisstraße abgestuft werden sollte.
Allerdings wollte Bothe auch nicht ausschließen, dass eine B 286 neu nicht kommen wird.
Mit der Problematik hat sich auch der Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages befasst. Denn ohne eine B 286 neu kann es auch nicht zu einer Entlastung der Kreisstraße von Eltingshausen zur früheren B 19 kommen. Über diese Trasse rollen pro Tag bis zu 500 Lkw. Die Fahrbahn ist schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.
Jürgen Dobler, beim Landkreis zuständig für Straßen, sagte, für eine solche - doppelte - Belastung sei die Verbindung gar nicht ausgelegt. Früher seien pro Tag 200 Lkw auf ihr gefahren und 300 weitere auf der jetzt gesperrten B 286. Dobler: "Die müssen ja irgendwo hin." Bothe sagte, sie würden sich "großflächig verteilen" und unter anderem über Ebenhausen fahren.
Dobler wollte wegen der Straßenschäden Schadenersatzforderungen gegen den Staat nicht ausschließen. Bothe reagierte mit Gelassenheit, nannte diese Argumentation "gewagt" und das Verlangen "eigentlich unbegründet". Die Straße sei schon beim Bau der A 71 stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Landkreis habe es damals versäumt, ein Beweissicherungsverfahren durchführen zu lassen. Deshalb gebe es jetzt keine Grundlage um festzustellen, wie und wann die Schäden en