Bad Kissingen
Spatenstich

THW kehrt nach Bad Kissingen zurück

Am Rand der ehemaligen US-Kaserne entsteht für 1,8 Millionen Euro der neue Bau des Technischen Hilfswerks Bad Kissingen.
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Wo heute noch die THW-Puppen tanzen, entsteht für 1,8 Millionen Euro die neue Unterkunft für die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), Ortsverband Bad Kissingen.  Fotos: Peter Rauch
Wo heute noch die THW-Puppen tanzen, entsteht für 1,8 Millionen Euro die neue Unterkunft für die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), Ortsverband Bad Kissingen. Fotos: Peter Rauch
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Wo heute noch die blauen, aufblasbaren THW-Puppen "tanzen", entsteht für rund 1,8 Millionen Euro die neue Unterkunft für den THW-Ortsverband Bad Kissingen. Im Maria-Ward-Weg, am Rand der ehemaligen US-Kaserne, war nun Spatenstich für Fahrzeughallen und Unterkunft dieser Bundeseinrichtung.

"Zurück zu den Wurzeln" mit diesem Satz, gleich am Anfang seiner Rede, drückte THW-Geschäftsführer Curd Mohr (Bamberg) kurz und bündig aus, was das Wichtigste bei diesem ersten Spatenstich war: Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) wurde 1953 gegründet und hatte auch in Bad Kissingen einen Stützpunkt. Zuerst in einer alten Bauhofbaracke in der Salinenstraße, dann bis 1981 im städtischen Bauhof.


In Rottershausen

Bald wurde auch diese Unterkunft zu klein, und so mussten einige Fahrzeuge beim Ortsverband Hassfurt, andere in einer angemieteten Halle in Maßbach untergestellt werden. Mit viel Eigenleistung und auch dank der Gründung des Vereins "Helfer und Förderer des THW Bad Kissingen" konnte die Unterkunft in der Waldsiedlung Rottershausen Mitte der achtziger Jahre bezogen werden.

Um den Ortsverband zukunftsorientiert zu gestalten, habe man sich auch auf höherer Ebene entschlossen, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in die schöne Stadt zurück zu verlagern, sagte Curd Mohr. So hätten schon 2011 erste Gespräche mit allen Beteiligten stattgefunden. "Das THW ist coming home" so, in Vertretung des Oberbürgermeisters, 2. Bürgermeister Toni Schick, dessen Vater den Ortsverband Bad Kissingen von 1974 bis 1985 geleitet hat. Hier würden nun hervorragende Bedingungen geschaffen, stellte Toni Schick fest, der selbst vor mehr als 30 Jahren zu den Aktiven des Kissinger Ortsverbandes gehört hatte. In diesem Zusammenhang erwähnte Toni Schick auch die beiden Aschacher Familien Rink und Kirchner, deren Namen und Engagement untrennbar mit der Kissinger Ortsgruppe verbunden seien.


Neue Lkw in Aussicht

Sabine Dittmar (MdB) betonte, dass nun alle Hürden genommen seien und das Kissinger THW in Zukunft gut untergebracht sei. "Von dieser Power und Technik profitieren wir alle." Außerdem informierte die Bundestagsabgeordnete darüber, dass in den kommenden Jahren das Technische Hilfswerk bundesweit 188 neue Lkw bekommen werde.

MdL Sandro Kirchner sprach von einem Leuchtturm, den das THW in Bad Kissingen darstelle. Auch wenn man bisher das Technische Hilfswerk oft vernachlässigt habe, "es gehört doch mit zur Blaulichtfamilie und rüstet sich nun für die Zukunft" . Die Organisation würde auf dem neuen Gelände mehr von der Bevölkerung wahrgenommen und könne somit auch mehr junge Menschen für sich begeistern.

Eine Ansicht, die auch stellvertretender Landrat Alfred Schrenk teilte: "Das THW ist hier in Bad Kissingen näher an den Menschen und damit beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Ortsverbandes."

Der Leiter des Bauamtes Schweinfurt, Holger Bothe, sagte, dass sich dieser nüchterne Zweckbau, bestehend aus zwei einen Hof umgebenden Gebäudeteilen, durchaus sehen lassen könne. Die Pläne habe das Bauamt selbst gemacht und dabei besonderen Wert auf den Lärmschutz gelegt, da die Einrichtung in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung liege.

Klaus Labitzke vom THW-Landesverband erklärte die Kissinger Einrichtung, die aus zwei Bergungsgruppen sowie der Fachgruppe "Infrastruktur" bestehe. Während es in der Bundesrepublik insgesamt 668 identische Bergungsgruppen gäbe, sei die Fachgruppe "Infrastruktur", die sich nach Großschadensereignissen um die schnelle Wiederherstellung der Gas-, Wasser- und Stromversorgung kümmert, bislang etwas vernachlässigt worden, so Klaus Labitzke. Aber langsam setze sich auch hier ein Umdenken durch. Gerade mit dem Neubau verspreche er sich sehr viel mehr Zulauf bei dieser Fachgruppe.
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