Bad Bocklet
Forstwirtschaft

Strittige Vergabe der Forstarbeit

Der Bad Bockleter Gemeinderat hat entschieden, die Wälder auch künftig vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten betreuen zu lassen. Der größte Fürsprecher im Rat ist jedoch zugleich Förster des besagten Amtes.
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In Bad Bocklet dreht sich derzeit alles ums Holz.  Foto: Archiv/ Björn Hein
In Bad Bocklet dreht sich derzeit alles ums Holz. Foto: Archiv/ Björn Hein
Die Gemeinde Bad Bocklet hätte 3000 Euro sparen können, wenn sie den Auftrag zur Beforstung der Forstbe triebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld (FBG) zugesprochen hätte. Der Gemeinderat entschied jedoch, die Beforstung in den Händen des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) zu lassen. Der Beschluss ist nach Ansicht von Jörg Mäckler, Geschäftsführer der FBG, zumindest fragwürdig.
Er könne die Begründung nicht nachvollziehen.

"Das ist deren freie Entscheidung, aber ein Argument sollte dann schon richtig sein", sagt Jörg Mäckler. Der dritte Bürgermeister Holger Tillmann (CSU) hatte in der Sitzung angemerkt, dass die FBG sich womöglich nicht genügend um Fördermittel bemühen würde und dass sie mit den Fördermitteln kein Geld verdiene. Gleich zwei Aussagen, die Jörg Mäckler nicht nachvollziehen kann.

"Das ist Blödsinn", so Mäckler, "die Aufgabe eines Försters ist immer die bestmögliche Förderung für den Waldbesitzer herauszuholen." Man hätte nicht so viele Aufträge von Waldbesitzern, wenn diese der Auffassung wären, die FBG arbeite nicht gut genug. Immerhin betreue man 34 Städte und Gemeinden sowie 750 Privatwälder auf einer Fläche von rund 19 000 Hektar.

Außerdem verdiene kein Förster Geld mit Fördermitteln. Die stünden schließlich dem Waldbesitzer zu. Heikel scheint die Angelegenheit vor allem, weil Holger Tillmann neben seinem Bürgermeisteramt auch Förster der AELF ist. "Wenn es um den Zuschlag für eine Firma geht, bei der ein Bürgermeister arbeitet und er eine andere Firma schlecht macht, dann ist das nicht in Ordnung", sagt Jörg Mäckler.

Stellungnahme der Gemeinde

Im Bad Bockleter Rathaus sieht man bei der Vergabe kein Problem. "Die Gemeindeordnung sieht in diesem Fall keinen persönlichen Konflikt", sagt Geschäftsleiter Thomas Beck. Der Dritte Bürgermeister sei vereidet und mit bestem Gewissen für die Gemeinde tätig. Der Gemeinderat habe die Vergabe öffentlich und umfassend diskutiert und eine Entscheidung getroffen. Von daher gebe es zu dem Thema im Moment nichts weiter zu sagen.

Keine Befangenheit

Der Dritte Bürgermeister Holger Tillmann erklärt seine Aussagen wie folgt: "Ich habe zu Beginn der Gemeinderatssitzung gesagt, dass ich nicht als Amtsförster auftrete", erläutert er, "und habe versucht, neutral darzulegen, wo die Stärken und Schwächen liegen."

Das Angebot der FBG sei ihm einfach ein wenig zu unsicher gewesen. Die Beteiligten könnten zwar zusagen, dass sie sich um Fördermittel bemühen, aber dass sie es auch machen sei nicht gewährleistet. "Wenn das dann nicht so ist, fehlen uns schnell um die 18 bis 20 Tausend Euro im Jahr", sagt Tillmann.

Versprechen könne man viel, aber kontrollieren könne das niemand. Zudem habe die Erfahrung aus anderen Gemeinden, die nicht mehr von der AELF betreut werden gezeigt, dass die Fördergelder zurückgegangen seien. Die benötigten Fördersummen könnten von der FBG schlicht nicht garantiert werden. Zudem habe auch Bürgermeister Wolfgang Back (CSU) dem Antrag zugestimmt und der ist Mitglied der FBG.


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