Hammelburg
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Streitschlichter in Hammelburg helfen Schülern

Ältere Schüler wollen jüngere unterstützen und bei kleineren Auseinandersetzungen und Neckerein vermitteln.
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Die Streitschlichter unterschreiben das Streitschlichterabkommen. Foto: Elisabeth Assmann
Die Streitschlichter unterschreiben das Streitschlichterabkommen. Foto: Elisabeth Assmann
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Ein Team aus zehn Schülern der 8. und 9. Jahrgangsstufe hat sich seit Anfang des Schuljahres zu Streitschlichtern ausbilden lassen. Nun startet sie ihre Arbeit als Streitschlichter zwischen Schülern. Die Lehrerinnen Sonja Büttner und Karin Klopfer hatten die Idee von einer dreitägigen Fortbildung mitgebracht und waren so begeistert, dass sie diese gleich in die Tat umsetzten.

"Es geht hier um die kleinen Neckereien zwischen jüngeren Schülern, die täglich an uns herangetragen werden und die eigentlich unter Schülern gelöst werden sollten. So wie zum Beispiel das Mäppchen des Banknachbarn verstecken," erklärt Klopfer. Die zukünftigen Streitschlichter haben sich schriftlich für die Ausbildung beworben. Das ganze Schuljahr über trafen sich die Schüler vierzehntägig und bereiteten sich auf ihre Aufgabe vor.
"Da war auch viel Theorie dabei, aber am Schluss haben wir in gestellten Streitgesprächen geübt," berichtet Angelo aus der 9c. Er ist auch Tutor der Ganztagsklasse. "Aber da geht es mehr ums Kennenlernen der Schule und Mitschüler und Spielenachmittage."

Zum Abschluss ihrer Vorbereitungszeit gab es ein Prüfungsgespräch. Dabei hält sich der Streitschlichter strikt an vorgegebene Regeln. Die Streitschlichter geben keine Lösungsvorschläge vor, sondern sollen das Gespräch zwischen den Streitparteien moderieren. Die Kontrahenten sollen alleine eine für beide akzeptable Lösung finden. Wichtig ist dabei, dass alles was im extra eingerichteten Streitschlichterzimmer besprochen wird, nicht weitergesagt wird. Am Schluss der Ausbildung bekamen die Streitschlichter ein Zertifikat. "Das kann auch bei Bewerbungen beigelegt werden und zeigt dem Arbeitgeber, dass man nicht nur der Noten wegen in der Schule war," betont Büttner. Zusätzlich unterschrieben die Streitschlichter, niemanden zu bestrafen, nichts weiterzusagen und unparteiisch zu sein.

Ab dieser Woche stehen Montag, Dienstag, und Donnerstag von 13.15-13.45 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 7.30 bis 8 Uhr die frisch ausgebildeten Schüler als Streitschlichter im Raum 108 bereit. Schüler mit Problemen können einfach vorbeikommen. Die Streitschlichter nehmen sich Zeit für ihre Sorgen. Der Sprechzeitenplan hängt auch am Schwarzen Brett aus.

Gespräch wird protkolliert

Von den Gesprächen der beiden Streitenden wird ein Protokoll erstellt. Nach etwa einer Woche findet erneut ein Termin zu dritt statt, um zu klären, ob das Problem behoben ist. Die Protokolle werden in einem Schrank verschlossen. Nur die Streitschlichter haben Zugang. Lehrer sind hier aussen vor.

Mit dabei sind Elena Heilmann, Elisa Tartler, Alexander Adrio, Anna Kleinhenz, Jonathan Kinle, Sarah Kinle, Sabrina Kinle, Sabrina Hahn, Andreas Partsch, Angelo Neumann und Franziska Geisel.
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