Eigentlich müsste der Tag von Regina Rinke viel mehr als 24 Stunden haben. Nur so wäre nachvollziehbar, wie die früherer Lehrerin Beruf, Familienleben und ehrenamtliche Tätigkeiten unter einen Hut hat bringen können.
Herausragend sind ihre Tätigkeiten als Dirigentin und im Gesamt-Rhönklub, dem sie von 1985 bis 1989 als "Vize" und 2011 als Präsidentin vorgestanden ist. Zu ihren hohen Auszeichnungen - unter anderem Bundesverdienstkreuz am Bande und Bayerischer Verdienstorden - kam jetzt noch eine weitere hinzu: Das Landkreisehrenzeichen in Silber. Überreicht hat es Landrat Thomas Bold (CSU) bei einer Feierstunde.
Warum sie sich derart für die Allgemeinheit eingesetzt hat, weiß sie selber nicht so richtig. Es habe sich halt so ergeben. Aber noch heute schwärmt sie von einem ganz besonderen Erlebnis: Die Rhönklub-Chefin ist mit dem damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler und seiner Frau Eva Luise von Oberweißenbrunn auf den Kreuzberg gewandert. Die Führung des 25 000 Mitglieder starken Vereins, der ein 5000 Kilometer langes Wanderwegenetz betreut, sei schon "eine Mammutaufgabe" gewesen, sagt Regina Rinke. Aber "der Rhönklub war natürlich mein Kind". Noch heute agiert sie als Kulturwartin des Sinngaus (seit 1975) und gehört dem Naturschutzbeirat an.
Seit 1972 leitet die frühere Gemeinderätin den Gesangverein Wildflecken. Hier habe auch die US-Standort-Kommandeure Johnson und Holland mitgewirkt. Bold nannte ihren Einsatz unermüdlich und ihre Arbeit im und für den Chor hervorragend.
Gewürdigt hat der Staat das Wirken von Elisabeth Lenhardt (Wermerichshausen) und Hannes Deinlein (Hammelburg). Sie bekamen die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Elisabeth Lenhardt hat sich, so Bold, um die Gemeinschaft ihres Ortes verdient gemacht. Sie habe das Leben im Münnerstädter Stadtteil in hohem Maße bestimmt und bereichert. Seit 1967 ist sie dort Caritasbeauftragte und Pfarrgemeinderätin, seit 1982 führt sie den Obst- und Gartenbauverein. Mitglied der Dorfwerkstatt ist sie seit 1995. Zudem singt sie seit 40 Jahren im katholischen Kirchenchor und engagiert sich im Juliusspital. Darüber hinaus beabsichtigt sie, eine Dorfchronik zu erstellen. Landrat Bold nannte sie eine Bürgerin, die sich absolut selbstlos über das erwartbare Maß hinaus engagiert habe.
Auch der Einsatz von Hannes Deinlein sei, so Bold, überdurchschnittlich und außergewöhnlich. Deinlein hat sich nicht nur über viele Jahre im AMSC Hammelburg und im ADAC Nordbayern in führenden Funktionen eingesetzt. Er steht auch an der Spitze der Hammelburger Verkehrswacht, war Gesellschaft- und Sitzungspräsident der Karnevalsgesellschaft. Seit 1998 wirkt er in der Laienspielgruppe Spektakulum mit, ist hier unter anderem für die Technik verantwortlich. Seit 2007 gehört er der Geschäftsführung des Vereins für Wirtschaft und Stadtmarketing an. 1983 war er Initiator der Bocksbeutelrallye, deren Fahrtleiter er bis 2003 war. Diese Veranstaltung mit 200 Teilnehmern hat einen guten Ruf weit über Deutschland hinaus. Deinlein in Inhaber hoher Auszeichnungen.
In Anerkennung besonderer Verdienste in Ehrenamt kann Bayerns Ministerpräsident seit 1994 besonders engagierten Persönlichkeiten eine Auszeichnung verleihen. Sie besteht aus Silber, zeigt ein achtstrahliges Malteserkreuz, das von einem grünen Lorbeerkranz umgeben ist. Ein weiß-blaues Mittelmedaillon birgt das bayerische Rautenwappen mit der Inschrift "Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten". Vorschlagsberechtigt sind auch Landräte und Oberbürgermeister auf Anregungen von Bürgern hin. Das alles ist in einer extra Verordnung geregelt. Geehrt wurden damit Winfried Albert (Bad Kissingen), Oskar Bretscher (Theinfeld), Edwin Fella (Untererthal), Edgar Warmuth (Machtilshausen), Franz Zeitz (Wartmannsroth), Regina Schmitt (Rottershausen), Erhard Happ (Thulba), Roland Hehn (Nüdlingen), Sieglinde Leitsch (Schondra), Günther Schmitt (Großenbrach) und Karl Will (Motten). ed