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Windheim
Heimathistorie

Spuren des früheren Schlosses in Windheim

Vom Schloss in Windheim sind nur noch die alte Mauer und die Brücke über den Klingenbach übrig. Auf dem Gelände könnten aber bald Wanderer Station machen.
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Der Brückenzugang ist noch erhalten Fotos: Gerd Schaar
Der Brückenzugang ist noch erhalten Fotos: Gerd Schaar
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Das Schloss steht seit 1882 nicht mehr. Wegen Baufälligkeit wurde es abgerissen. Die Steine wurden zum Häuserbau verwendet, so auch für das Schulgebäude und das Forsthaus. Ähnlich wie das Waizenbacher Schloss war die Windheimer Anlage ursprünglich mit Wasser umgeben. Vom Vorgängerbau, der von den Thüngener Herren im 13.
Jahrhundert errichteten Burg, ist nichts mehr zu entdecken.

Das schmale Geländestück zwischen der übrig gebliebenen Schlossmauer und der Brücke hat mit der Planung des Brennerwegs neue Aufmerksamkeit bekommen. Es könnte einer der Stationspunkte auf der Strecke werden. "Es ist besonders in der warmen Jahreszeit ein attraktiver Flecken, um dort Erholung zu finden", meint Werner Ziegert von der Gemeinde Wartmannsroth. Es gibt zum Beispiel die Idee einen Kräutergarten anzulegen. Konkrete Beschlüsse gibt es dazu aber noch nicht.

Eine lang gezogene Wiese mit Obstbäumen und ein Bildstock prägen den Geländestreifen, der bis zur alten Brücke reicht. Dort, wo früher mal das Schloss stand, wächst jetzt ein mächtiges Schilfffeld. Gegenüber, auf der anderen Seite des Mühlbachwegs, gibt es noch eines der originalen Scheunengebäude. Dort fiel in den letzten Tagen vor Ende des Zweiten Weltkriegs eine Bombe hinein.

Die Chronik von Wartmannsroth erzählt: "Um 1329 wird Winden (Windheim) unter dem Fuldaer Besitz derer von Thüngen aufgeführt. Die Thüngen waren es wohl, die hier eine Wasserburg erbauen ließen. Dies wird erstmals erwähnt in einem Fuldaer Lehensbrief vom 14. April 1447, nach welchem Dietz von Thüngen das Schloss Winden für sich allein erhielt."

Im 16. Jahrhundert hatte Windheim laut der Chronik 42 Häuser, darunter zwölf Bauern- und 30 Söldnerhäuser. Dazu kamen das Pfarr-, das Hirten- und das Kirchnerhaus sowie eine Schenkstatt. Weiter ist aus der Chronik zu erfahren, dass es damals noch eine Mühle, eine Ziegelhütte und ein Spital in Windheim gab.

Im Jahr 1615 brannte das Schloss aus und wurde wieder aufgebaut. Es überdauerte den 30-jährigen Krieg. Die Fräulein von Thüngen verkauften das Anwesen "mit allem Drum und Dran" 1660 an das Würzburger Juliusspital, das dort heute noch große Waldflächen besitzt. Der Amtsvogt des Spitals residierte fortan im Windheimer Schloss, das zum Verwaltungssitz wurde. Ab 1770 wohnte in einem der Schlosstürme der für die Windheimer Pfarrei zuständige Klosterpater. Dieser Turm erhielt im Volksmund den Namen "Klosterturm".

Mehr Platz für den Geistlichen gab es ab 1811, als die "amtsvogtischen Bewohner" des Schlosses wegen der Vereinigung der Vogteien Juliusspital und Wolfsmünster auszogen. So war die Zusammenlegung von Verwaltungen schon vor 200 Jahren ein Thema.

Auch die Schule fand damals in den leer gewordenen Räumen ihren Platz. Offensichtlich gab es aber kein Geld, das in den Erhalt des historischen Gebäudes investiert wurde. Der Zerfall war 1882 nicht mehr aufzuhalten.



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