Kennenlernen, Kameradschaft pflegen, mit der Natur in unmittelbarem Kontakt sein sind die Ziele des dreitägigen Lagers, das die Kreis-Feuerwehrjugend alljährlich auf dem Jugendzeltplatz hinter dem Schloss Saaleck veranstaltet. Mit 140 Jugendlichen und Betreuern aus einem Dutzend Feuerwehren fand das "Out in the Green" heuer erneut guten Zuspruch.
"Der besondere Charme des Jugendzeltlagers hat seit den Zeiten in der Reither Mühle nichts verloren", stellte Kreisbrandrat Benno Metz in seiner Begrüßung schmunzelnd fest, der seinerzeit selbst noch als "Jungspund" dabei war. "Die Jugendfeuerwehren sind uns in allen Bereichen wichtig. Deshalb betreibt der Landesfeuerwehrverband gezielte Nachwuchswerbung", fügt er hinzu.
"Gemeinsame Aktionen - auch außerhalb der Dienstzeit - schweißen zusammen", wusste auch Landrat Thomas Bold, der einen Scheck an Kreisjugendwart Klaus Kippes übergab, wissend, dass "das Geld gut angelegt ist". Und Bürgermeister Ernst Stross schwärmte vom "Spüren der Steine unter den nackten Füßen und nächtlichem Schlaf ohne Federbett" als besonderes Erlebnis.
Was machen 14- bis 18-Jährige den ganzen Tag in einem Zeltlager? Fußball spielen, am Lagerfeuer sitzen, Karaoke-Shows? "Richtig", sagt die stellvertretende Jugendwartin Christine Gran. Doch da war noch viel mehr. So gab es zum Beispiel die Einladung der Bundeswehr zum Ausprobieren der sogenannten Konstanzbahn und den Besuch einer Rettungshundestaffel einschließlich der Verköstigung "mit prima Chili con Carne", wie ein 16Jähriger schwärmt.
Für Abwechslung sorgte auch das Schweinfurter Artistenpaar "Firlefanz" mit Diabolo-Spielen, Einradfahren und Balanceübungen auf dem Seil als Workshops zum Mitmachen. Silke und Matthias Ebert, die seit drei Jahren eine Jonglier- und Artistikschule betreiben, warteten außerdem mit einer großen Feuershow am Abend auf.
"Nachts lange aufbleiben, gemeinsam mit anderen am Lagerfeuer sitzen und draußen schlafen", hat für die 15-jährige Elisabeth und die 14-jährige Lesley-Anne von der Jugendfeuerwehr Stralsbach "etwas Abenteuerliches, das die Langeweile zuhause einmal durchbricht." "Beschäftigung gibt es im Lager genug", finden die beiden Teenager und verweisen auf das Malen ihrer Flaggen, die dann einen Platz an dem großen Gerüstturm finden.
"Das hier ist wie Urlaub", versichern Luisa und Larissa von der Feuerwehrjugend Pfaffenhausen. Beeindruckt zeigen sie sich vom Besuch im Lager Hammelburg, besonders vom "Tarzansprung am Seil über den Wassergraben". Natürlich müssen wir auch Nachtwachen schieben, um beispielsweise den (angemeldeten) Überfall Fuschter Jugendlicher abzuwehren. "Die haben wir festgenommen und dann ans Lagerfeuer gebracht", freuen sich beide über die erfolgreiche "Verteidigung" ihres Lagers.
"Der Jugendzeltplatz des Landkreises ist optimal für solche Zwecke und verfügt über die notwendigen Einrichtungen wie Toiletten, Duschen und eine Küche", betonte Jugendwart Kippes. Ein eigens Küchenteam mit Köchin Silvia Kleespies aus Kahl und ihrem Helferteam sorgt für vernünftige Verpflegung. "Seitdem wir Silvia haben, müssen wir die Spaghetti nicht mehr in Stücken mit dem Messer abschneiden", freut sich Christine Gran.
Auch ein gemeinsamer Gottesdienst mit dem Notfallseelsorger, Dekan Thomas Keßler, und einer Musikgruppe und eine Lagerolympiade standen auf dem Programm, das den ausnahmslosen Anklang findet und sein Ziel - neue Freunde finden und Kontakte unter den Feuerwehr-Jugendgruppen im Landkreis herzustellen - erreicht hat.