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Bad Kissingen
Sanierung

Spektakuläre An- und Aussichten im Luitpoldbad

Bei einem Rundgang durch das Luitpoldbad konnten sich die Bürger über den Fortschritt der Umbau- und Sanierungsarbeiten überzeugen.
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Den großen Innenhof, der sich für Freiluft-Konzerte oder Feste sehr gut eignet, kannten die allermeister Besucher des Luitpoldbades gar nicht. Unser Panoramabild zeigt den kompletten Innenhof.  Foto: Dieter Britz
Den großen Innenhof, der sich für Freiluft-Konzerte oder Feste sehr gut eignet, kannten die allermeister Besucher des Luitpoldbades gar nicht. Unser Panoramabild zeigt den kompletten Innenhof. Foto: Dieter Britz
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Das Taubenpärchen, das sich in einer Nische im Innern des fast 150 Jahre alten Luitpoldbades häuslich eingerichtet hat, wird sich wohl sehr bald eine neue Bleibe suchen müssen, denn die Sanierungs- und Umbauarbeiten gehen sehr schnell und planmäßig voran. Davon konnten sich am Samstag mehrere Hundert Besucher überzeugen, die im Rahmen der von Oberbürgermeister Kay Blankenburg angestoßenen Veranstaltungsreihe "Stadt in Bewegung" einen Blick in die Räume und Säle warfen.

Der Rathaus-Chef zeigte sich nicht nur hellauf begeistert, dass aus dem alten Bad, das über Jahrzehnte leer gestanden war, nun ein Behördenzentrum des Freistaates wird. Hier werden in wenigen Monaten die Staatsbad GmbH, die Finanzkasse, das Vermessungsamt sowie die Regionalvertretung Unterfranken der Immobilienverwaltung des Freistaates einziehen. Auch ein Ausstellungsbereich für das UNESCO-Weltkulturerbe soll hier Platz finden.


Kosten: 39 Millionen Euro

"Ich freue mich sehr über das riesige Interesse der Bürger, die sich informieren wollen, was hier passiert. Mit so vielen Besuchern hat wohl niemand gerechnet. Das ist einfach sensationell. Sie sind alle ein bisschen stolz auf unsere Stadt" hob Blankenburg hervor und versprach den Besuchern "Sie kommen jetzt an Plätze, die man als normaler Sterblicher sobald nicht mehr sieht."

Den Fachleuten der Architektengemeinschaft Grellmann-Kriebel-Teichmann bescheinigte Blankenburg "Sie machen ihre Arbeit professionell und gleichzeitig mit viel Liebe." Er vergaß auch einen Dank an den Freistaat Bayern nicht, "der hier so viel Geld in die Hand nimmt." 39 Millionen Euro soll die Sanierung des Luitpoldbades bekanntlich kosten.

Schon in zweieinhalb Monaten sollen die eigentlichen Bauarbeiten erledigt sein. Die Besucher sahen aber, dass bis dahin noch viel zu tun ist. Die nicht endenwollende Besucherschlange marschierte vorbei an einem riesigen Zahl von von Farbkübeln, Mörteleimern, Säcken mit Gips oder Montageschienen. Abdeckfolien und -Platten lagen noch überall zum Schutz der Fußböden auf dem Boden. In den Fluren und in den Büros hingen die Kabel von den Decken und aus den Wänden. "Ende Juli sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Wenn es dem Ende zugeht, dann geht es halt immer drunter und drüber, dann sind alle Firmen gleichzeitig da" meinte dazu der leitende Baudirektor Erwin Full, Abteilungsleiter im staatlichen Bauamt in Schweinfurt und dort zuständig für die Staatsbäder im Landkreis Bad Kissingen. Er war zusammen mit den Architekten Christian Teichmann, Ralf Alsheimer und Christian Firlus am Samstag ins Luitpoldbad gekommen, um die große Zahl von Besuchern in vier Gruppen durch die Räume zu führen und Ihnen Rede und Antwort zu stehen.


1870 entstanden

Während des Rundgangs erzählte Erwin Full, dass das Luitpoldbad im Jahr 1870 entstand, als die Kur in Bad Kissingen florierte. 1905 wurde es sogar noch erweitert. Bis Ende der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts war es im Betrieb. Anschließend wurde an eine Nutzung als Heilbadelandschaft oder als Hotel gedacht. Beides zerschlug sich aber wegen zu hoher Baukosten oder weil das Bad im Hochwasser-Bereich liegt.

Die Pläne für beide Nutzungen waren schon sehr weit gediehen, erste Baumaßnahmen für die Heilbadelandschaft waren begonnen und wieder abgebrochen worden. Die Architektengemeinschaft Grellmann-Kriebel-Teichmann hatte bereits Pläne für das Hotel gefertigt, die bekanntlich nicht realisiert worden. Gerhard Grellmann hatte extra einige alte Pläne mitgebracht. "Aus meiner Sicht ist die Behördenlösung die beste Lösung, denn sie erhält die Bausubstanz am besten, im Gegensatz zum Hotel" hob Erwin Full hervor.

Das Interesse an der Führung war riesig groß. Die normalen Behördenbüros und Flure waren für die Besucher nicht ganz so interessant, die Treppenhäuser mit den einmaligen gusseisernen Geländern, die noch nicht ganz fertig sind, dafür umso mehr. Dutzende Besucher zückten ihre Kameras, um die Geländer und Treppenhäuser und vor allem die Buntglas-Fenster abzulichten.

Was macht man mit den größeren Eck-Pavillons? Sie dienen den Behörden als Räume für Besprechungen. "Aber sie können auch vermietet werden, zum Beispiel für Hochzeiten oder ähnliche Veranstaltungen", so Erwin Full.

In der Mitte des Gebäudekomplexes öffnet sich dem Besucher ein geräumiger Innenhof, den wohl nur noch wenige kennen. Er wurde ebenfalls umfangreich saniert. Zwei moderne, fast futuristische Gebäude auf beiden Seiten des Innenhofes dienen als Archiv und für technische Zwecke.

Und wie wird der Platz genutzt? Er kann zum Beispiel für größere Freiluft-Veranstaltungen mit bis zu 800 Personen dienen. "Vielleicht gibt es Gelegenheit, dass er auch in Zukunft öffentlich zugänglich ist und dass man hier den einen oder anderen Schoppen trinken kann. Das gehört schließlich zur fränkischen Lebensart dazu", so Oberbürgermeister Kay Blankenburg.

Und was sagten die Bürger an diesem Samstagmorgen dazu? Die Antworten gehen fast alle in dieselbe Richtung: "es wurde höchste Zeit, dass das Gebäude wieder sinnvoll genutzt wird und nicht vergammelt. Die Sanierungsarbeiten sind wirklich gelungen" lobte eine Frau und ihr Mann, ergänzte "ich finde es schön, dass hier alte Bausubstanz erhalten oder zumindest rekonstruiert wird." Ein Dritter meinte "es wäre natürlich noch schöner gewesen, wenn das Luitpoldbad wirklich hätte als Bad erhalten werden können. Aber alles kann man nicht haben." Ein vierter Bürger freut sich schon auf die erste größere Veranstaltung im Innenhof, denn "der ist sehr gelungen und eignet sich für Konzerte und für Feste."

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