Bad Kissingen
Radwege

Sinntalbahn: Gleis frei für den Radweg?

Im Kreistag wurde das Radwegeprogramm 2015 vorgestellt. Vier konkrete Vorhaben sind dabei. Zudem kommt Bewegung in den Rhön-Sinntalradweg. Die alte Bahntrasse soll gepachtet werden.
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Norbert Klein aus Brendlorenzen ist mit dem Rad oft in der Rhön unterwegs, auch zwischen Zeitlofs und Bad Brückenau. Foto: Paul Ziegler
Norbert Klein aus Brendlorenzen ist mit dem Rad oft in der Rhön unterwegs, auch zwischen Zeitlofs und Bad Brückenau. Foto: Paul Ziegler
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55 Kilometer lang ist das Radwegenetz, für das der Kreis Bad Kissingen zuständig ist. Da ist Luft nach oben, findet Jürgen Dobler, Leiter des Kreisstraßenbauamtes. Gut erschlossen seien etwa Oberthulba und Oberleichtersbach. Weniger gut schaut es im östlichen Landkreis aus. "Der Bereich um Maßbach und Rannungen ist ein weißer Fleck auf der Radwege-Karte", sagt er. Das soll sich in den nächsten fünf Jahren ändern.

So lange gilt das neue Radwegeprogramm, das der Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages beschlossen hat. "Konkret haben wir den Ausbau zwischen Rannungen und Pfändhausen vor", berichtet er. Derzeit werden die naturschutzrechtlichen Belange bearbeitet. Danach beginne die technische Planung. "Wenn alles gut läuft können wir 2016 bauen", stellt Dobler in Aussicht. Bei einem zweiten Vorhaben ist er bereits weiter. Zwischen Weichtungen und Maßbach soll eine Lücke geschlossen werden. "Wir sind zuversichtlich bis September die Planung fertig zu haben", sagt Dobler.

Abseits der Projekte, an denen der Landkreis beteiligt ist, baut der Freistaat an drei Radwegen: Von Bad Kissingen nach Arns- sowie Albertshausen und einen Lückenschluss bei Aura. Sonst ist "der aktuelle Sachstand unverändert", sagt Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt. Der Radweg zwischen Euerdorf und Bad Kissingen genieße zwar höchste Priorität, aber es fehle bislang der Erfolg.

Landkreis verhandelt mit der Bahn

16 Radwege umfasst das neue Programm mit Dringlichkeitsstufe eins, sechs weitere sind mit Stufe zwei versehen. Es geht um insgesamt 75 Kilometer. "Die Notwendigkeit ist da, das Geld leider nicht", zeigt Dobler die Grenzen auf.

Bewegung kam zuletzt in ein Vorhaben, das lange blockiert war: den 31,4 Kilometer langen Rhön-Sinntalradweg von Zeitlofs über Bad Brückenau und Wildflecken bis zum Arnsberg. Er soll auf dem Gleisbett der stillgelegten Sinntalbahn verlaufen. Die Umsetzung scheiterte bislang an einem Jahre dauernden Streit über die mögliche Reaktivierung der Strecke. 2012 verhandelte ein Förderverein mit der Deutschen Bahn, um die Strecke zu pachten und mit einer Freizeitbahn wiederzubeleben.

Diesen Plänen hat der Bezirk im Dezember eine Absage erteilt. "Damit sind wir dem Rhön-Sinntalradweg ein Stück näher", sagt Landrat Thomas Bold (CSU). "Wir werden die Verhandlungen mit der Bahn stellvertretend für die Kommunen führen", erklärt Dobler. Ansatz des Landratsamtes ist es, die alte Bahntrasse von der Bahn zu pachten. "Das würde uns kostenmäßig und logistisch in eine bessere Situation versetzen."

Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamtes abwarten

Bei einem Verkauf würde die Bahn die Gleise abbauen und einen Haufen Schotter hinterlassen, den die Kommunen teuer entsorgen müssten. Wird die Trasse dagegen gepachtet, bleibt laut Dobler "ein Verkehrsweg, der anders genutzt wird." Das Schotterbett würde als Untergrund dienen, der nur noch versiegelt und asphaltiert werden müsste. "Überlegungen haben wir genügend. Jetzt hängt es am Eisenbahn-Bundesamt", sagt der Kreisstraßenbauleiter. Das entscheidet, ob die Gleise tatsächlich abgebaut werden.

"Ich finde es löblich, dass der Rhön-Sinntalradweg in Dringlichkeitsstufe eins aufgenommen wurde", meint Kreisrat Roland Limpert (PWG) aus Zeitlofs. Er forderte, die Verhandlungen schnell aufzunehmen, weil der Radweg bei den Planungen für die Sanierung der Staatsstraße 2289 zu berücksichtigen wäre.


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