Heribert Gritsch ist Blutspender mit Leib und Seele. Seit rund 30 Jahren engagiert er sich bereits in Bad Brückenau für das Bayerische Rote Kreuz, organisiert Blutspendetermine, hilft vor Ort beim Blutspendedienst und ist seit sieben Jahren als Schatzmeister tätig. Vergangenes Jahr ließ er sich selbst zum hundertsten Mal den obligatorischen halben Liter Blut abnehmen.

"Ich hatte früher mit einem niedrigen Blutdruck zu kämpfen und hatte Angst, dass ich deswegen nach dem Spenden umkippe", erinnert er sich an seine erste Blutspende. Damals sei er gerade neu von Straubing nach Brückenau gezogen. Weil er in seiner Heimat schon beim Technischen Hilfswerk aktiv war, ließ er sich überreden, das Roten Kreuz zu unterstützen. Als Helfer habe er dann gesehen, dass eigentlich nichts passieren könne. "Seitdem spende ich regelmäßig", erzählt er. Meistens dann, wenn der Andrang der Spender bei seiner Schicht nachlasse: "Dann lege ich mich schnell für sechs Minuten auf die Liege." Bis heute hat er das Prozedere hundertmal wiederholt und nie Beschwerden gehabt. Vielmehr habe sich sein Blutdruck normalisiert.


Hohe Hemmschwelle



Zwar sei die Zahl der Spender im Altlandkreis über die Jahre hinweg konstant und man bekomme auch immer wieder Erstspender. Aber Gritsch vermutet, dass bei möglichen Erstspendern manchmal die Hemmschwelle etwas zu hoch ist. Viele bräuchten erst einen Weckruf, damit sie mit dem Blutspenden beginnen: meistens wenn sie selbst oder jemand aus dem Familien- oder Bekanntenkreis eine Transfusion benötigen: "Jeder kann in so eine Situation kommen", sagt er. Schließlich sei die Blutentnahme heutzutage nicht schmerzhaft und alles werde durch medizinisch geschultes Personal überwacht.

Allgemein ist die Beteiligung im Altlandkreis jedoch gut. "Wir sind zufrieden", urteilt er. Laut Gritsch nehmen im Durchschnitt zwischen 130 und 150 Spender die Termine in Bad Brückenau wahr. Etwa 80 bis 100 Leute kommen in Oberbach, Schondra und Motten, in Zeitlofs immerhin noch rund 50. Da lohnt sich auch der Aufwand fürs Organisieren. Gritsch stellt das Helferteam zusammen, besorgt kleine Präsente für die Ehrenamtlichen und bestellt Wiener Würstchen und Getränke zur Stärkung. Für fünf Termine braucht er rund zehn Stunden. Je Blutspendedienst sind nochmals sechs Stunden fällig. So kommt er im Monat schnell auf 30 Stunden Ehrenamt.

"Ehrenamt" war auch das Motto der Feierstundefür 35 treue Blutspender. "Ihr treues Engagement für Andere ist heute in unserer Gesellschaft keineswegs mehr selbstverständlich", lobte Eugen Albert, 2. Vorsitzender des Kreisverbandes: "Damit haben sie klar Position bezogen." Dem Dank schloss sich auch die Bad Brückenauer Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks an.


Ehrungen



50 Spenden Sandra Bohn (Geroda), Christa Büchner, Engelbert Klug und Engelbert Zink (Oberleichtersbach), Hermann Förg, Oskar Gerlach, Guenter Reith und Karin Schönstein (Schondra), Katja Habersack (Eichenzell), Joachim Heil (Kalbach), Christina Hevike (Bad Brückenau), Rita Mott, Kerstin Pelikan und Sabine Seufert (Motten), Roland Müller und Detlef Wiegand (Wildflecken), Reinhilde Pickel (Schildeck), Karola Rüttiger (Oberbach), Johannes Wolf (Riedenberg), Bergit Zeller (Zeitlofs)

75 Michael Hack, Roland Leitsch und Roland Reidelbach (Wildflecken), Mario Heilmann (Schondra), Ernst Kleinhenz (Oberleichtersbach), Karl-Heinz Ochs (Kalbach), Alfred Schipper (Detter), Josef Schleicher (Neuhof) sowie Angelika Voll (Bad Brückenau)

100 Heribert Gritsch (Bad Brückenau), Gabriele Hüther (Oberbach), Wilhelm Schaab (Riedenberg)

125 Thomas Möller (Kalbach), Hans-Jörg Oberhofer (Bad Brückenau), Karl Roth (Weißenbach)

Statistik An den 26 Blutspendeterminen im Altlandkreis Bad Brückenau nahmen im vergangenen Jahr 2342 Spender teil, darunter 133 Erstspender. Die 170 Helfer waren dafür insgesamt 972,5 Stunden im Einsatz.

Termine Mittwoch, 2. Mai in Oberbach, Freitag, 4. Mai in Schondra, Donnerstag, 10. Mai in Motten, Dienstag, 15. Mai in Bad Brückenau und Mittwoch, 16. Mai in Zeitlofs.

Im gesamten Landkreis Bad Kissingen waren es 133 Termine mit 11.757 Spendern, davon 923 Erstspender. Die 1006 Helfer kommen auf 5.220,5 Stunden Arbeitszeit. Der Kreisverband Bad Kissingen ist sehr selbstlos. Gemessen an den Spendern je Einwohner liegt er auf Platz 2 der 63 bayerischen Kreisverbände.