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Bad Kissingen
Insekten

Schüler bauten Kästen für die oft verkannten Hornissen

Schüler der Bad Kissinger Saaletalschule betreiben praktischen Naturschutz.
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Damit die Hornissen überleben können und doch niemanden stören, hat die Fachgruppe Holz an der Saaletalschule zehn "Mündener Hornissenkästen" gebaut. Schüler, Schulleiter Norbert Paul und Werklehrer Rüdiger Brux übergaben die neuen Hornissenwohnungen an Helmut Fischer, den Vorsitzenden des Kissinger Jägervereins.  Foto: Peter Rauch
Damit die Hornissen überleben können und doch niemanden stören, hat die Fachgruppe Holz an der Saaletalschule zehn "Mündener Hornissenkästen" gebaut. Schüler, Schulleiter Norbert Paul und Werklehrer Rüdiger Brux übergaben die neuen Hornissenwohnungen an Helmut Fischer, den Vorsitzenden des Kissinger Jägervereins. Foto: Peter Rauch
"Sieben Stiche töten ein Pferd, drei einen Menschen" - wenn Helmut Fischer oder Norbert Paul solche "Ammenmärchen" über Hornissen hören, können die beiden auch im Forst und der Jagd engagierten gestandenen Männer nur lachen und widersprechen. Die hier vorkommenden Hornissen sehen zwar mit ihrer Körperlänge von bis zu 35 Millimeter beeindruckend aus, sind aber weit harmloser als jede Biene oder Wespe, denn aggressiv werden sie nur wenn man sich dem Hornissennest relativ hektisch nähert. Und ganz anders als ihre kleinen, ebenfalls gelb gestreiften Verwandten, die Wespen, sind sie mehr "Fleischfresser". Ihre Hauptnahrung sind andere Insekten, Spinnen und Käfer. Ein Hornissenvolk braucht bis zu einem halben Kilogramm Insekten pro Tag als Nahrung.

Wenn sich also einmal eine Hornisse laut brummend dem Erdbeerkuchen nähert, dann nur, um dort auf ihre Lieblingsbeute, auf Wespen zu warten. Weil in der Vergangenheit die Hornissen als bedrohlich angesehen wurden und vor allem auch, weil ihnen die heutige Landwirtschaft kaum noch Frei- und Bruträume lässt, stehen die Hautflügler aus der Familie der Faltenwespen heute unter Artenschutz, allerdings nicht mehr auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Damit diese "Regulatoren der Natur", die früher meist in hohlen Baumstämmen ihr einjähriges Nest bildeten, dem Menschen nicht zu nahe kommen, und Rollokästen, Vogelhäuschen und Jägerkanzeln als ihre neue Brutstätten ansehen, hat Rektor Norbert Paul von der Saaletalschule gemeinsam mit Werklehrer Rüdiger Brux zehn Hornissenkästen als Projektarbeit im Werkunterricht der Fachgruppe Holz bauen lassen. "Mündener Hornissenkästen sind das", erläutert Werklehrer Brux und preist gleich die vielen Vorzüge an: Zwei übereinander liegende, spechtsichere Einfluglöcher, innen aufgerauhtes Holz, Querstange zum Krabbeln unten offen, damit Futterreste automatisch entsorgt werden.

Die zehn Hornissennistkästen wurden im Beisein der beteiligten Schüler von der Schule an den Vorsitzenden des Jägervereins Bad Kissingen übergeben.

Helmut Fischer wird die Nistkästen an seine Jagdkollegen weiterreichen, damit diese sie dann flächendeckend in der Kreisgruppe der Jagdgenossen aufhängen werden. "Vier Meter hoch in die Bäume und am Besten mit freier Sicht nach Osten, damit schon die Morgensonne Nest und Tiere durch die Ein flug öffnungen wärmen kann", gibt Werklehrer Rüdiger Brux noch letzte Anweisungen.

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