Bad Kissingen
Gesundheitstage

Schluss mit dem Bücken nach Krücken

Zwei Rentner waren es leid, sich immer nach den umgefallenen Gehilfen bücken zu müssen. Sie bastelten eine Halterung, die das Wegrutschen verhindert.
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Maria Fuß und Walter Hobner hatten genug davon, sich nach umgefallenen Krücken bücken zu müssen. Sie sannen auf Abhilfe. Foto: Fuß
Maria Fuß und Walter Hobner hatten genug davon, sich nach umgefallenen Krücken bücken zu müssen. Sie sannen auf Abhilfe. Foto: Fuß
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Aus der Not machten die beiden Rentner, Maria Fuß und Walter Hobner, eine Tugend. Zusammen mit ihrer Familie präsentieren sie auf den Bad Kissinger Gesundheitstagen, die vom 22. bis 24. April stattfinden, ihre Erfindung: einen Halter für Gehhilfen.
Wer schon einmal auf Gehhilfen angewiesen war, weiß, wie schwierig plötzlich ganz gewöhnliche Alltagssituationen werden. Sei es im Haushalt, beim Einkaufen oder nur beim Bezahlen an einer Kasse. Wohin mit den Dingern? Kaum hat man die Gehhilfen abgestellt, fallen sie auch schon scheppernd zu Boden.
So ging es auch den beiden Rentnern Maria Fuß aus Bad Neustadt an der Saale und ihrem Onkel, Walter Hobner aus Gerolzhofen. Es war schlichtweg die Not, die die beiden Rentner zu Erfindern werden ließ. Nach Operationen am Fuß waren beide zeitgleich für mehrere Wochen auf Gehhilfen angewiesen. Genervt vom ständigen "Krücken-Bücken", bastelten sie sich eine Vorrichtung, mit der sie ihre Gehhilfen nahezu überall sicher abstellen konnten.
"Schließlich wurden wir andauernd angesprochen, wo es das zu kaufen gäbe", berichtet Maria Fuß. Begeistert von der Idee der beiden Ruheständler, informierte sich Tochter Angelika Fuß über die Möglichkeit und das Vorgehen einer Patentierung. Da die selbständige Projektmanagerin auch in den Bereichen Marketing und Vertrieb zu Hause ist, existierten bereits nach kurzer Zeit erste Ideen, wie man den Halter auch anderen Leidensgenossen zugänglich machen könnte.
Gemeinsam führten die Geschwister Stefanie Lang und Angelika Fuß aus Oberthulba erste Marktrecherchen durch. Sie ermittelten Material- und Produktionskosten, erstellten Umsatz- und Rentabilitätsvorschauen und beriefen dann den Familienrat ein. Schließlich entschieden alle gemeinsam, die Sache anzupacken und gründeten ein Unternehmen.
Nun brauchte der Halter noch einen Namen. "Da die Gehilfe im Deutschen oft Krücke" genannt wird, leiteten wir den Namen vom englischen Begriff 'crutch" ab. Wir hängten einfach ein 'y' am Wortende an, um deutlich zu machen, dass es sich bei unserem Crutchy um einen niedlichen Helfer für alle leidgeplagten Krücken-Bücker handelt", erklärt Stefanie Lang. Seit dem 24. Februar genießt der "Crutchy" nun offiziell den Gebrauchsmusterschutz.
Der "Crutchy" besteht aus einer Befestigungsklammer aus Kunststoff, die an die Gehhilfe angeklickt werden kann. Zudem verfügt er über einen Saugnapf, mit dem man die Gehhilfe auf nahezu allen horizontalen Oberflächen abstellen kann, etwa Tischen, Waschbecken oder Anrichten. Zusätzlich ist er mit einer Aussparung versehen, sodass er beispielsweise auch an Geländern und Einkaufswagen einfach eingehängt werden kann.
Bei den Bad Kissinger Gesundheitstagen wird die Erfindung zum zum ersten Mal auf einer Messe präsentiert. red


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