"H+V", "B+M", "J+H" - Manch einer könnte meinen, dass es sich dabei um geheime, verschlüsselte Codes handelt. Aber weit gefehlt. Vielmehr stecken dahinter nämlich öffentlich bekundete Liebesbotschaften. Nicht irgendwie. Nicht irgendwo. Sondern in Form eines hängenden Schlosses am Luitpoldsteg in Bad Kissingen. Der Brauch von Verliebten und Jungvermählten, damit symbolisch ihre ewige Liebe zu versiegeln, hat damit nun auch die Kurstadt erreicht.
In vielen Großstädten sind die Vorhängeschlösser längst gang und gäbe. Vertreten sind sie in den buntesten Farben. Und es gibt sie in sämtlichen Variationen: Mit Gravur oder Beschriftung, mit oder ohne Datum, mit oder ohne Herz. Paare, die solch ein Schloss an einer Brücke in Bad Kissingen schon angebracht haben oder noch vor haben, das zu tun, wollten sich leider nicht "outen" und stattdessen ihre Zweisamkeit lieber bewahren. Ist ja auch ein sehr persönlicher und besonderer Moment. So besonders, dass viele Menschen, die von dem Brauch ganz begeistert sind, sich nicht davon abgeneigt zeigten, das Ganze nachzuahmen. Aber es gibt auch andere Reaktionen. "Für was die Leute heutzutage ihr Geld ausgeben", nuschelte ein Passant vor sich hin, als er die Vorhängeschlösser bemerkte.
Der Stadt Bad Kissingen gefällt der Brauch auf jeden Fall. "Wenn sich das Thema Liebe in Bad Kissingen in solchen Aktionen niederschlägt, ist das doch eine tolle Sache", sagt der Pressesprecher Thomas Hack. Und er sieht auch keinen Anlass, die Schlösser zu entfernen: "Solange die Standfestigkeit gewährleistet ist, sehe ich kein Problem." Na, wenn das so ist: Liebe Verliebte, weitermachen!