Bad Bocklet

Sanierung erfolgt einvernehmlich

Die Milseburghütte war kein Reizthema bei der Hauptversammlung.
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Wimpelübergabe und Schlusskundgebung im Schlosspark von Bad Bocklet durch Hauptwanderwart Uwe Schleicher und Vizepräsident Bernd Müller-Strauß.  Foto: Marion Eckert
Wimpelübergabe und Schlusskundgebung im Schlosspark von Bad Bocklet durch Hauptwanderwart Uwe Schleicher und Vizepräsident Bernd Müller-Strauß. Foto: Marion Eckert
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von unserer Mitarbeiterin Marion Eckert

Bad Bocklet — Es war eine entspannte 139. Hauptversammlung des Gesamtrhönklubs im Kursaal von Bad Bocklet. Viele Regularien und Formalitäten standen auf der Tagesordnung, aufregende oder intensive Diskussionsthemen wurden nicht aufgegriffen. Die Erleichterung, dass der Rhönklub nach den turbulenten und emotionalen Versammlungen der vergangenen Jahre nun wieder in ruhiges Fahrwasser gefunden hat, war allen
Akteuren anzumerken und wurde auch in dem einen oder anderen Grußwort erwähnt.

Zweigvereine entscheiden mit

Selbst die Frage,um die Zukunft der Milseburghütte war kein Aufreger oder "Reizthema", wie Rhönklub-Präsident Jürgen Reinhardt im Vorfeld vermutete. Mit dem Satz "Ich habe keine Lust gesteinigt zu werden" leitete er zu diesem Tagesordnungspunkt über. Die Milseburghütte ist sanierungsbedürftig, doch wie groß der Sanierungsaufwand sein wird, das sei unklar. Daher bat der Präsident um das Mandat der Hauptversammlung, um entsprechende Untersuchungen vornehmen zu können. "Damit wir feststellen, wie verfault die Balken sind. Wir wissen nicht, was uns unter der Wandverkleidung erwarten wird." Dementsprechend gebe es im Moment auch noch keine Kostenschätzung. "Wir müssen die Untersuchungen abwarten." Auch wurde um das Mandat gebeten mit der Gemeinde Hofbieber in Grundstücksverhandlung eintreten zu können.
Der Rhönklub-Präsident sicherte der Delegiertenversammlung zu, dass die Zweigvereine über jeden neuen Abschnitt informiert werden und ihre schriftliche Zustimmung geben müssen. Nichts werde ohne die Zweigvereine entschieden und unternommen. Dieser Antrag wurde mit vier Gegenstimmen und 19 Enthaltungen angenommen.
Die Vorsitzende des Zweigvereins Gersfeld, Margit Trittin, sprach das Thema Internetauftritt des Rhönklubs an. Die Seite des Hauptvorstandes sei sehr schön, doch leider sei es bislang nicht gelungen für die Zweigvereine einen einheitlichen Internetauftritt zu realisieren.
Laut Vizepräsident Bernd Müller-Strauß werde das Thema mit den Pressewarten der Zweigvereine und dem Hauptwerbewart Michael Pfaff bereits bearbeitet. Bis zur Hauptversammlung in 2016 soll eine Lösung erarbeitet, den Zweigvereinen vorgelegt und zur Diskussion gestellt werden.
Des weiteren gab Bernd Müller-Strauß bekannt, dass die Vereinszeitung "Die Rhön - wandern und mehr" ein neues Layout bekommt, viele Bilder sollen die Zeitschrift peppiger und interessanter machen.
Rhönklub-Präsident Jürgen Reinhardt informierte die Delegierten über das Ausscheiden der Ehrenpräsidentin Regina Rinke aus dem Vorstand der Rhönklub-Stiftung. Reinhardt ist ihr Nachfolger als Stiftungsratsvorsitzender.
Die beiden stellvertretenden Landräte Emil Müller für den Landkreis Bad Kissingen und Josef Demar für den Landkreis Rhön-Grabfeld zollten dem Rhönklub ihre Anerkennung für die länderübergreifende Zusammenarbeit seit 139 Jahren. Der Rhönklub habe die Rhön schon immer als grenzenlosen Naturraum gesehen.

Nächste Versammlung in Gersfeld

In 2016 kann der Rhönklub auf 140 Jahre zurückblicken. Die Gründung fand 1876 in Gersfeld statt. Aus diesem Grund bewarben sich der Rhönklub Zweigverein Gersfeld und die Stadt Gersfeld um die Ausrichtung der 140. Hauptversammlung. Die Versammlung wird am 2. und 3. Juli in der Stadthalle stattfinden.


Wimpelübergabe

Die 139. Hauptversammlung des Rhönklubs endete mit der obligatorischen Wimpelübergabe an die teilnehmenden Zweigvereine durch den Hauptwanderwart Uwe Schleicher und der Schlusskundgebung im Park durch den Vizepräsident Bernd Müller-Strauß.


Der Rhönklub in Zahlen



Rhönklub-Präsident Jürgen Reinhardt gab bei der 139. Hauptversammlung des Rhönklubs den Delegierten einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten und die Entwicklung des Rhönklubs.

Mitglieder Zum Ende des Jahres 2014 betrug die Zahl der Mitglieder 22 906, darunter 3199 Jugendmitglieder, in 86 Zweigvereinen. Der Präsident sprach von einem gravierenden Mitgliederschwund: "2010 hatten wir noch 24 150 Mitglieder."

Wanderungen An 3321 Wanderungen nahmen 70 595 Personen teil. Auch die Wanderungen im Ausland und Hochgebirgswanderungen haben zugenommen.

Wegenetz Das Wegenetz des Rhönklubs muss ständig überarbeitet werden. In 2338
Arbeitsstunden wurden 2156 Kilometer Wanderwege überarbeitet und mit neuen Markierungen versehen. Im Bereich der Südwestrhön seien aus
Altersgründen der Wegewarte annähernd 100 Kilometer Wege aufgegeben worden. Die Markierung erfolge künftig durch den Spesssartbund.

Naturschutz 4347 ehrenamtliche Helfer waren im Bereich Naturschutz in der Rhön
tätig. Der Osterputz der Landkreise sei von 676 Personen mit einem Aufwand von 3363 Stunden vorgenommen worden. Im Vogel- und Insektenschutz wurden 2563 Nistkästen, 167 Fledermauskästen und 63 Insektenhotels ehrenamtlich betreut.

Kulturarbeit Insgesamt fanden 1230 Kulturveranstaltungen statt, die von 71 775
Personen besucht wurden. Beachtlich seien auch die Kulturwanderungen und Kulturfahrten. Es gab 363 Wanderungen mit 17 756 Personen.

Jugend Die Jugendlichen des Rhönklubs seien in zahlreichen Gruppen organisiert. Es gebe 13 Kindergruppen, zehn Tanzgruppen, eine Theatergruppe, fünf Jugendgruppen und sechs sonstige Gruppen. 814 Veranstaltungen wurden von
13 746 Teilnehmern besucht.

Familien Im Bereich der Familienarbeit gab es 209 Aktionen, 42 Veranstaltungen mehr als im Vorjahr. Auch stieg die Zahl der Teilnehmer um 1529 auf
6288 an.

Hütten Sehr gut angenommen werden die Rhönklubhütten, viele Häuser bieten die Möglichkeit der Außenbewirtschaftung in den Sommermonaten an. bem


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