Römershag
Fasching

Römershag macht's der Stadt vor

Der Büttenabend im Sportheim war bereits Tage zuvor ausverkauft. Das freut die Brückenauer Karnevalisten, die mangels einer eigenen Veranstaltung gerne in den Stadtteil kommen.
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Das Männerballett mit Indianer Hartmut Bös (Bildmitte) sowie Andreas Scheller, Axel Meixner, Jürgen Breitenbach, Reinhard Zeug (der Jäger) und Günther Hüfner waren auch heuer wieder Höhepunkt des Römershager Büttenabends. Fotos: Thomas Dill
Das Männerballett mit Indianer Hartmut Bös (Bildmitte) sowie Andreas Scheller, Axel Meixner, Jürgen Breitenbach, Reinhard Zeug (der Jäger) und Günther Hüfner waren auch heuer wieder Höhepunkt des Römershager Büttenabends. Fotos: Thomas Dill
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Die gut 120 Gäste - viele mussten mit Notplätzen auf den Fensterbänken vorlieb nehmen - erlebten am Freitag im ausverkauften Römershager Sportheim ein buntes Programm, einmal mehr vom heimlichen Motor des Römerschäger Faschings, Elke Hüfner organisiert. Traditionell unterstützt wird sie dabei von der Bad Brückenauer Karnevalsgesellschaft, die mangels eines eigenen innerstädtischen Büttenabends umso lieber ins Sportheim kommt.
"Es fällt mir von Jahr zu Jahr zwar immer schwerer, aber so lange es Spaß macht, mache ich weiter mit der Organisation", sagt Elke Hüfner, als sie sich zu Beginn des Abends mit ihrem Partner Joachim Halbleib einen Beruhigungsschnaps gönnt.
"Die Texte von mir sind ohne politische Spitzen, weil ich einfach keine Zeit habe, dauernd das Geschehen zu verfolgen und das Jahr über zu notieren." Besonders am Herzen liegt ihr das von ihr trainierte Männerballett: "Bei den Jungs tanze ich innerlich mit", sagt sie am späten Abend zum Abschluss: Die Männer heizten heuer mit dem Oldie "Der Jäger und seine Lola" und den Kracher "YMCA" kräftig ein. Wäre es nach dem tobenden Publikum gegangen, hätten die Mannen auf der Bühne den Tanz noch zig Mal aufführen können.
Den Anfang hatten die Roten Funken mit ihrem Showtanz in Dschungelkostümen gemacht und bekamen dafür tütenweise Gummibärchen von Prinzessin Katharina und Prinz Daniel. Das Prinzenpaar thronte nicht nur auf der Bühne, sondern musste auch selbst ran: So bauten die Körperkaraokesänger mit Quizmoderator Dirk Stumpe eine ganze Rateshow um die närrischen Hoheiten ein. Mit Kopfhörern ausgestattet mussten sie erraten, zu welchen Liedern die Herren in Schwarz vor ihnen körperliche Verrenkungen aufführten.
Eine zukunftssichernde Tradition - der Büttenabend geht bald in sein 30. Jahr - ist die Integration der Dorfjugend: Geschickt wurden die Gäste in die Dorfschule entführt. Unter den Augen der strengen Lehrerin wurde so mancher bekannte und seltene Schulwitz vorgeführt.
Ein Eigengewächs und schon zum vierten Mal in der Bütt, diesmal als Klofrau, die von so manchen intimen Geschichtchen auf dem stillen Örtchen berichtete, ist Max Huppmann, der selbst bei den wildesten Witzen keine Miene verzog.
Was kaum noch jemand zur Kenntnis nimmt: Auch der 17-jährige Stefan Leitsch, mittlerweile ein Profi in der Riedenberger Bütt, ist eine Entdeckung des Römershäger Faschings. Hier entführte er als Tuppervertreterin Frau Rosa in die Geheimnisse um den hausfraulichen Kult um die Plastikschüsseln und Töpfe. "Hier zeigen die Tupperweiber ihre Dosen und Büchsen" lautete die zweideutige Feststellung. Eine Bildungslücke schloss er, als er feststellte, dass so manches Haushaltsgerät, hier der Topfreiniger, schon im Mittelalter genutzt wurde, als gepanzerter Verhüter der Rittersleut.
Das Dreamteam des Dorffaschings, Elke Hüfner und Joachim Halbleib, eilten als Else und Kurt mit Koffern bepackt zum Bahnsteig und wurden dort von einer sprechenden Waage (Angelika Zeug im Off) um ihr Kleingeld, ihre Geduld und den abfahrenden Zug beraubt. Der gelungene Abend ging mit dem Bühne füllenden Finale weit nach Mitternacht zu Ende. Die ganz Hartnäckigen harrten bis in die Morgenstunden aus. "Um sechs Uhr früh haben wir das Sportheim zugeschlossen, alle fanden den Abend wieder ganz toll", so eine hörbar zufriedene Elke Hüfner am nächsten Tag.

Tänze

Die Karnevalisten der Brükage zeigten den Showtanz der Roten Funken sowie den Gardetanz der Teenies und der Prinzengarde. Den sogenannten Midget Dance führten Lena, Maria und Jeanette Fischer und Elke Meixner vor. Das Männerballett ist seit Jahren ein absolutes Muss für Hartmut Bös (als kesse Lola), Andreas Scheller, Axel Meixner, Jürgen Breitenbach, Reinhard Zeug (der Jäger) und Günther Hüfner.

Sketche

In die Dorfschule entführten Jenny Raab, Ramona Scheller, Toni Breitenbach, Christian Scheller und Manuel Meixner. Als Toilettenfrau Max Huppmann und als Tuppervertreterin Stefan Leitsch. Den Besuch beim Dorffrisör brachte Kerstin Ziegler, Mareike Machacek und Silvia Schwarz auf die Bühne. Als Waltraud und Mariechentraten Franziskus Gerr und Dominik Hüfner auf. Die Damenrunde Birgit Scheller, Melitta Breitenbach, Gudrun Halbleib und Elke Hüfner entführte auf einen Flug zum Ballermann. Dabei lästerten sie bevorzugt über ihre Männer.

Musik

Körperbetont war die Karaokeshow von Christoph Ditzel, Christoph Schwarz, Christian Karl, Dominik Hüfner und Dirk Stumpe. Präsidenten Dieter Seban und Peter Pankerl von der Karnevalsgesellschaft spielten als Bänkelsänger noch zu später Stunde Schunkellieder.
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