Bad Kissingen
Redaktionsfasten

Rauchen, Krankheit und Romantik

Nicht zu rauchen fällt unserem Redaktionsmitglied Markus Klein weiterhin schwer.
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Nicht zu rauchen fällt unserem Redaktionsmitglied Markus Klein weiterhin schwer. Foto: Ulrike Müller
Nicht zu rauchen fällt unserem Redaktionsmitglied Markus Klein weiterhin schwer. Foto: Ulrike Müller
I ch kann sie hören, die Stille im Brecher-Becher! Eine Woche ohne Zigaretten. Es ist meine erste. Seit bestimmt fünf Jahren. Eine große "Hilfe" war mir eine Erkältung: Wenn der Hals rau ist und die Bronchien schmerzen, hält sich die Lust auf eine Kippe in Grenzen. Das erinnert mich an die Aussage eines Schriftstellers der Romantik, Novalis. Seit seiner Kindheit litt er an Lungenentzündungen, behauptete aber, er genieße es, krank zu sein. Weil er dann die Schönheit und Faszination der Heilung beobachten könne. Ein bisschen ist das auch so, wenn man mit dem Rauchen aufhört: Ich kann beobachten, wie sich etwas Unschönes von mir löst. Langsam, aber doch stetig. Ich versuche, mich auf diesen "schönen" Prozess zu konzentrieren. Würde allerdings hat der Entzug noch immer nicht: Jemand in einem Film zündet sich eine Zigarette an - der Suchtdruck steigt ins für Nichtraucher Unvorstellbare! Ich laufe an jemandem vorbei, der raucht - das Gleiche. Während ich dies schreibe, habe ich eine Schachtel vor mir liegen. Ich wurde schwach, lief zum Dealer um die Ecke, hektisch und mit gesenktem Haupt. Geöffnet habe ich sie nicht. Noch nicht? Am Freitag lasse ich mich auf fachkundige Hilfe ein: Ich besuche ein Nichtraucher-Seminar namens "Hypno Active". Der Coach, Peter Phillip Koss, werde meinen Willen aufzuhören "hundertfach steigern". Mein Wille ist irgendwo vorhanden, vielleicht bei 0,5. Wird die Verhundertfachung ausreichen, dass ich mein Päckchen niemals öffnen werde? Novalis erlag am Ende der Tuberkulose, einer Lungenkrankheit. Was auch immer mir das sagen soll.
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