Ebenhausen

Ran ans Werkzeug

Die Kindergärten in Ebenhausen und am Sinnberg haben bei der Initiative"Baumeister gesucht" neue Werkbänke gewonnen. Jetzt gab es eine professionelle Einarbeitung dazu.
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Nachdem die Kinder das Werkzeug kennen gelernt haben, durften sie eine kleine Stadt bauen. Fotos: Laura Ebert
Nachdem die Kinder das Werkzeug kennen gelernt haben, durften sie eine kleine Stadt bauen. Fotos: Laura Ebert
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Es wurde gesägt, gehobelt, genagelt und gefeilt. Im ersten Moment kam man sich wie in der Werkstatt einer Schreinerei vor. Doch die Arbeiter, waren die 13 Vorschulkinder des Ebenhäuser Kindergartens. Mit viel Eifer waren sie dabei, als dem Action Kindergarten Ebenhausen im Zuge der Bildungsinitiative "Baumeister gesucht!"eine neue Werkbank überreicht und ein ganzer Vormittag mit der neuen Ausstattung verbracht wurde.
Zunächst bekamen die Kinder eine Einweisung durch
Nicki Nagel und Harry Hammer, welche den Baumeistertag leiteten, bei dem ihnen erklärt wurde wie man sich richtig in einer Werkstatt verhält und sicher mit dem Werkzeug umgeht. Anschließend wurden die Werkzeuge erklärt: "Wie heißt dieses Werkzeug?", fragte Harry Hammer. Sofort meldet sich Stella : "eine Schraubzwinge". In Sachen Werkzeug kennen sich die Kinder schon aus. Denn es ist nicht das erste Mal, dass sie mit Hammer und Säge hantieren dürfen.
"Viele andere Kindergärten halten das Arbeiten mit Werkzeug für zu gefährlich, aber wenn man den Kindern den Umgang damit erklärt und sie immer unter guter Aufsicht stehen, kann nichts passieren", erkärt Holger Zwirlein, Vorsitzender des Kindergartenvereins.

Feinmotorik wird gestärkt

"Seit 18 Jahren verwenden wir schon unsere alten Schulbänke als Werkbank, um mit den Kindern daran zu arbeiten und dadurch ihre Feinmotorik zu stärken. In vielen Kindergärten wird nur gemalt. Doch wir wollen den Kindern mehr Möglichkeiten bieten", erklärt Daniela Koch, Leiterin des Kindergartens. "Die Mädchen und Jungen sind immer motiviert mit dem Werkzeug etwas Eigenes zu schaffen. Bei dieser Aufgabe blühen sie richtig auf", sagt sie. Doch leider boten ihnen die alten Schulbänke nicht so viel Platz. So war es für sie selbstverständlich sich bei dem Projekt "Baumeister gesucht!" zu bewerben.
Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt von der bayerischen Bauwirtschaft. Man suchte nach Möglichkeiten dem Fachkräftemangel in Bayern entgegen zu wirken. Auch den Trend, dass praktische Lernerfahrungen immer weiter in den Hintergrund treten, wollte man stoppen. Und so kam die Idee auf, das Handwerk den Kindern bereits in frühen Jahren spielerisch nahe zu bringen. Es wurde beschlossen 50 Kindergärten in Bayern eine Werkbank, Werkzeug, eine Schulung für die Erzieherinnen und einen Baumeistertag zu ermöglichen. Da Peter Heil, Geschäftsführer der Otto Heil GmbH, ein Vertreter des Bayerischen Bauindustrieverbandes ist und gleichzeitig die Patenschaft für den Action Kindergarten in Ebenhausen und den Sinnberg-Kindergarten in Bad Kissingen inne hat, war es für ihn selbstverständlich, diese vorzuschlagen.

Peter Heil ist der Pate

"Auf Empfehlung von Peter Heil erhielten wir ein Anschreiben, in dem uns mitgeteilt wurde, dass wir die Möglichkeit haben uns bei dem Programm "Baumeister gesucht!" zu bewerben", erzählt Daniela Koch. Daraufhin nahm sie die Bewerbung in die Hand und erhielt durch großes Engagement eines der 50 Baumeisterpakete.
Auch der Sinnberg-Kindergarten in Bad Kissingen ergatterte eines. "Ich bin begeistert, dass beide Kindergärten, die ich vorgeschlagen habe, ein Paket erhalten haben", freut sich Heil.
Doch mit der Werkbank und dem Werkzeug allein ist es nicht getan, erklärt Lisa Eckardt alias Nicki Nagel, die den Baumeistertag zusammen mit ihrem Kollegen Lukas Wolpert leitet. "Damit dieses Projekt langfristig funktioniert, ist es wichtig, dass die Kindergärten einen Paten haben, der sie unterstützt, indem er zum Beispiel Material zum Werkeln zur Verfügung stellt oder verschiedene Aktionen organisiert, bei denen handwerkliche Arbeiten im Vordergrund steht." Pate ist Peter Heil.
Die kleinen Handwerker erhielten eigene Handschuhe, Helme, Warnwesten und Bleistifte. Dann ging es los. An vier Stationen konnten sie sägen, feilen, nageln und bauen. In Gruppen wurde ihnen gezeigt, wie sie sicher sägen, ohne sich zu verletzen. Schließlich begannen sie mit der Herstellung einer kleinen Stadt. Unter Anweisung von Harry Hammer spannt David vorsichtig seine Holzlatte in den Schraubstock. Aus dem zurecht gesägten Holzklötzchen wurde nach sorgfältigem Schmiergeln und Bemalen ein Häuschen. "Das Sägen hat mit am meisten Spaß gemacht", erkärt Kaitlyn. "Mir auch", stimmt Moritz sofort zu. "Ich fand das Schmiergeln am besten", sagt Bastian. Als Abschluss gab es eine "Ich bin ein Baumeister!" Urkunde.

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