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Bad Kissingen
Kreistag

Rätselraten rund um Südlink

Die Interpretation des Koalitionsgipfels zur Energiewende hat auch den Bad Kissinger Wirtschafts- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.
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Wie geht es weiter mit Südlink: Über oder unter die Erde? Symbolfoto: dpa
Wie geht es weiter mit Südlink: Über oder unter die Erde? Symbolfoto: dpa
Als "großen Erfolg" sieht Landrat Thomas Bold (CSU) den Kompromiss. Von einem "Teil-Erfolg" sprachen dagegen die Kreisräte Jürgen Englert (SPD) und Gotthard Schlereth (FW). Und Grünen-Kreisrat Johannes Wegner verwies darauf, dass die Grünen schon vor Jahren mehr Bürgerbeteiligung und mehr Erdkabel gefordert hätten.

Verwunderung über Vorschlag

Einig waren sich alle darüber, dass die Region wachsam bleiben muss: "Es gibt noch kein Gesetz, und die Rhön steht nicht explizit im Koalitionspapier", fasste Landrat Bold die neue Ausgangslage zusammen. Umso mehr sorgte ein Vorschlag von Norbert Schmäling (ödp) für Verwunderung: Der Bad Brückenauer ist sich sicher, dass es bei der Trassenführung entlang der A 7 nach Grafenrheinfeld bleibt. "Graben wir die Leitung doch in die Standspur ein", lautete deshalb seine Forderung. Schließlich reiche ein zwei mal zwei Meter großer Graben für das Erdkabel.
"Wir sollten nicht auf diesen falschen Weg gehen", stellte sich Bold strikt gegen einen solchen Vorschlag und erntete damit viel Zustimmung. Auch wenn die Frage des Bedarfs von Südlink nun leider gegen die Interessen der Region und gegen die Argumente der Südlink-Gegner festgestellt wurde, hofft Bold immer noch, dass der Landkreis verschont bleibt: "Ich denke, wir haben gute Argumente, dass wir gar nicht betroffen sind." Allerdings verwies auch Bold auf Hinweise, dass Tennet trotz der Priorisierung von Erdkabeln bei der alten Trasse bleiben will.

Warten auf den Gesetzestext

"Es werden drei Leitungen weniger, die in Grafenrheinfeld ankommen", versuchte Bold, das Augenmerk vor allem auf die positiven Aspekte zu lenken. Die zusätzliche Wechselstromtrasse nach Hessen, die möglicherweise auch durch den Landkreis geführt hätte, und ein Umweg der Hauptleitung nach Baden-Württemberg seien ziemlich sicher vom Tisch, aber: "Solange es nicht im Gesetz steht, hat es keine Gültigkeit."
Nicht ausdrücklich zur Sprache kam, dass die Rhön wohl zunächst im Entwurf des Koalitionsgipfels stand, dann aber gestrichen wurde, um keine Region zu bevorzugen. Auch das lässt Interpretationsspielraum: Ist die Rhön nur dem Namen nach gestrichen, um niemanden zu verärgern, oder um sich die Option offen zu halten. Diese Frage blieb auch im Ausschuss offen.

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