Haard
Komödie

Quasselstrippe mit viel Humor

Bereits seit über zwei Jahrzehnten bringt die Theatergruppe Haard ihr Publikum zum Lachen. Auch in diesem Jahr zeigt sie einen Schwank.
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Oliver Hillenbrand und Ramona Pal sind die Neuen der Haarder Theatergruppe. Beim diesjährigen Stück dürfen sich die beiden ineinander verlieben, schwören sich bei dieser Szene ewige Treue. Fotos: Kathrin Kupka-Hahn
Oliver Hillenbrand und Ramona Pal sind die Neuen der Haarder Theatergruppe. Beim diesjährigen Stück dürfen sich die beiden ineinander verlieben, schwören sich bei dieser Szene ewige Treue. Fotos: Kathrin Kupka-Hahn
Ramona Pal redet gern, nicht nur auf der Arbeit. Da ist sie Nachrichtensprecherin beim Soldaten-TV auf dem Hammelburger Lagerberg. Da muss sie Fakten und Neuigkeiten vermelden, klar und deutlich, mit dem nötigen Ernst. Zum Quasseln in spaßiger Runde nutzt sie lieber ihre Freizeit als neues Mitglied der Theatergruppe Haard. Schließlich geht es dort deutlich lustiger und unkonventioneller zu als auf dem Lagerberg.
Die illustre Theatergruppe studiert schon seit November ein neues Stück ein, den Schwank "Politiker haben kurze Beine" von Erich Koch. In dem Dreiakter schlüpft Ramona Pal in die Rolle einer Politikertochter, die allerhand Wirrungen, gepaart mit ordentlich Klamauk, erlebt. Und verlieben darf sie sich auch, in "ihren Romeo" Oliver Hillenbrand. Für die sympathische Blondine ist das kein Problem, da haucht sie in einer Szene hingebungsvoll: "Mein Blutwürstchen" und schickt unzählige Liebkosungen hinterher, auf Knien versteht sich, die Augen gen Himmel gerichtet, so als habe sie noch nie etwas anderes gemacht.
Die Freude am Theaterspielen ist der 30-Jährigen schon bei den Proben deutlich anzumerken. Dass sie die Neue in dem Ensemble ist, fällt überhaupt nicht auf. Vielmehr hat man den Eindruck, sie gehört ebenso wie Oliver Hillenbrand, der erst die zweite Saison mitspielt, schon seit langem dazu.


Seit über 20 Jahren aktiv

Die Theatergruppe Haard gibt es bereits seit über 20 Jahren, als Teil des örtlichen Gesangvereins. Darsteller seit der ersten Aufführung sind Christa Albert, Rita Nöth, Reiner Hillenbrand, seine Frau Anita und sein Bruder Peter sowie Dieter Heim, der immer wieder für das passende Bühnenbild sorgt. Außerdem gehören die Souffleuse Sonja Eckert, die sich um die Requisiten und Kostüme kümmert, und Friseurin Margarete Welzel von Anfang an zum Team. Lediglich die beiden Darsteller Heiko Krakofsky und Hugo Back sind etwas später dazugestoßen.
Alle zwei Jahre, kurz vor Ostern, treten die Haarder Theaterleute in der Turnhalle der örtlichen Schule auf. So auch heuer. Die Premiere wird schon in wenigen Tagen sein, deshalb laufen die Proben jetzt auf Hochtouren. "Unser Spiel ist noch nicht so, wie es sein soll", gibt Spielleiterin Christa Albert ehrlich zu. "Aber wir arbeiten daran." Schließlich soll es bei der Aufführung so richtig krachen, das Publikum abschalten und ordentlich lachen können.


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Seit Jahren schon spielen die Haarder Stücke von Erich Koch. "Er ist unser Favorit, denn er hat die besten Knaller", so die Spielleiterin, die auch die Auswahl trifft, welches Stück gezeigt wird. Dabei lassen ihr die Mitstreiter freie Hand. Dennoch hat die Theatergruppe auch schon andere Sachen aufgeführt, die nicht immer einfach waren. "Ich musste mal einen Geist spielen mit mittelalterlichem Dialekt", erinnert sich Peter Hillenbrand. "Und ich saß dabei im Schrank und musste beim Herauskommen immer ,Hui‘ rufen", fügt seine Schwägerin Anita hinzu. Gedanken, was sie außer den Koch-Stücken aufführen könnten, machen sich die Haarder eigentlich nicht.
Doch darauf angesprochen, fallen ihnen so einige Sachen ein. Sie würde gerne mal die Operette "Im weißen Rössel" spielen, sagt Christa Albert. "Da komme ich als Roy Black", verspricht Heiko Krakofsky mit einem breiten Lächeln. Rita Nöth hingegen fände ein selbst geschriebenes Stück schön, beispielsweise über die Wallfahrten der Nüdlinger nach dem Kloster Vierzehnheiligen. "Einige von uns nehmen sporadisch daran teil. Wir erleben dabei immer lustige Sachen." Auch Bettgeschichten, fügt Krakofsky trocken hinzu. Doch nun sind erst mal die Politiker im aktuellen Stück dran.


Proben laufen auf Hochtouren

Wie gesagt, die Proben laufen auf Hochtouren, finden jetzt kurz vor der Premiere an jedem Abend statt. Für die Theaterleute ist das eine stressige und zugleich schöne Zeit. "Man kommt von der Arbeit nach Hause und muss dann auch gleich wieder los", sagt Souffleuse Sonja Eckert. Schließlich sind sich alle einig: Es ist positiver Stress. "Und wenn dann jede Szene und Pointe sitzt, ist man so richtig heiß darauf zu spielen", fügt Christa Albert hinzu. Ramona Pal kann das allerdings noch nicht so recht glauben. Denn bei all dem Spaß und der Freude, die sie in ihrer neuen Freizeitbeschäftigung gefunden hat, kann sie eine gewisse Aufregung nicht verbergen. Noch weiß sie ja nicht, wie ihr Spiel beim Publikum ankommt. Doch ihre Theaterkollegen winken ab, machen sich darum keine Sorgen. "Das passt scho." Und falls das Lampenfieber kurz vor den Aufführungen zu groß wird, gibt's was Hochprozentiges oder ein Gläschen Sekt.

Kartentelefon Der Dreiakter "Politiker haben kurze Beine" von Erich Koch führt die Theatergruppe am 19., 20., 27. und 28. März jeweils um 19 Uhr in der Haarder Schule auf. Karten zu sechs Euro pro Person können telefonisch bei Heribert Albert unter Tel.: 0971/ 654 85 bestellt werden.
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