Bad Kissingen
NACHGEFRAGT

Pschierer: "Ich würd's wieder so entscheiden"

Der aktuelle Wirtschafts- und frühere Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) verteidigt die Schließung des Steigenberger-Hotels im Jahr 2010.
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Ende des Monats endet die neuerliche Frist für die Ausschreibung des Kurhaushotels: 2010 zog der Freistaat einen Schlussstrich, verantwortlicher Staatssekretär im für die Staatsbäder zuständigen Finanzministerium war damals Franz Josef Pschierer. Das Archivbild zeigt den Haupteingang des mittlerweile abgerissenen Steigenberger-Hotels im Juli 2010.  Foto: Archiv/David Ebener dpa/lby
Ende des Monats endet die neuerliche Frist für die Ausschreibung des Kurhaushotels: 2010 zog der Freistaat einen Schlussstrich, verantwortlicher Staatssekretär im für die Staatsbäder zuständigen Finanzministerium war damals Franz Josef Pschierer. Das Archivbild zeigt den Haupteingang des mittlerweile abgerissenen Steigenberger-Hotels im Juli 2010. Foto: Archiv/David Ebener dpa/lby
Am Rande seiner Termine in Bad Kissingen und Bad Bocklet (wir berichteten) hat Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) auf Nachfrage zu seiner Entscheidung aus dem Jahr 2010 Stellung genommen: "Ich würd's wieder so entscheiden", kommentierte er die Schließung des Bad Kissinger Steigenberger-Hotels. Das Gebäude im Eigentum des Freistaates Bayern habe weder die gestiegenen Anforderungen an den Brandschutz, noch den Standard eines Fünf-Sterne-Hotels erfüllt. Deshalb seien ein Aufhebungsvertrag und damit die Schließung des Traditionshauses unausweichlich gewesen.


Lob für Änderung der Kurzone

"Beide Seiten haben sich damals aufeinander zu bewegt", erinnert sich Pschierer an die schwierigen Verhandlungen mit der Steigenberger-Gruppe. Dass der Freistaat am Ende sowohl für die Nicht-Erfüllung des Pachtvertrages, als auch für den Sozialplan Millionen Euro zahlen musste, sei ebenso bedauerlich wie die Tatsache, dass immer noch kein Investor gefunden wurde. Mittlerweile ließ der Freistaat das Gebäude abreißen, die Zukunft der Brachfläche steht in den Sternen. Ende Juli endet erneut eine bereits mehrfach verlängerte und veränderte Ausschreibungsfrist.
Auch wenn Pschierer nicht mehr für die Staatsbäder zuständig ist, weil er vom Finanz- ins Wirtschaftsministerium wechselte, verfolge er das Projekt immer noch aus der Ferne. Das zeigte auch eine Nebenbemerkung in seiner Rede im Rhön-Saale-Gründer- und Innovationszentrum, in dem er darauf verwies, dass manchmal auch Hotel-Projekte "Chefsache" seien können. Das Wirtschaftsministerium könne ein neues Kurhaushotel an der Stelle allenfalls "wohlwollend begleiten", konkrete Fördermöglichkeiten gebe es wegen des Wettbewerbs mit anderen Hotels nicht. Pschierer freut sich, dass die Stadt einen wichtigen Schritt getan habe: "Die Öffnung der Kurzone begrüße ich ausdrücklich", kommentierte er die Satzungsänderung, die eine anteilige Wohn-Nutzung ermöglicht.
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