Bad Kissingen
Feuerwehr

Praxisnahe Feuerwehrschulung

In Bayern wird die Ausbildung der Einsatzkräfte modernisiert und an aktuelle Anforderungen angepasst. Führungskräfte nahmen an einer Schulung teil.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kann der Feuerwehranwärter eine Person in die stabile Seitenlage versetzen? Die Ausbilder simulieren eine typische Prüfungssituation. Jürgen Schemmel (helles Hemd) von der Feuerwehrschule Würzburg informierte in der Kissinger Feuerwache über die neue "Modularisierte Truppausbildung". Foto: Ronald Heck
Kann der Feuerwehranwärter eine Person in die stabile Seitenlage versetzen? Die Ausbilder simulieren eine typische Prüfungssituation. Jürgen Schemmel (helles Hemd) von der Feuerwehrschule Würzburg informierte in der Kissinger Feuerwache über die neue "Modularisierte Truppausbildung". Foto: Ronald Heck
Bad KissingenSoziale Medien, das Verhalten in der Öffentlichkeit und alternative Fahrzeug-antriebe. Solche Themen sollen künftig in der Ausbildung eines jeden Feuerwehrlers vorkommen. An die Feuerwehrmänner und -frauen werden heutzutage andere Anforderungen gestellt als früher, stellt Jürgen Schemmel von der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg fest. 27 Feuerwehr-Ausbilder aus dem Landkreis kamen jetzt in die Feuerwache Bad Kissingen.
Zwei Lehrkräfte der Feuerwehrschule Würzburg informierten über die neue "Modulare Truppausbildung" (MTA).
"Das Angebot wurde gut angenommen", sagte Kreisbrandrat Benno Metz. Die Kreis-brandinspektionen waren fast vollständig vertreten. Während der Ganztagesschulung wurden die neuen Lehrinhalte zusammen mit den Ausbildern diskutiert und praktische Prüfungssituationen durchgespielt.
Vor vier Jahren entschieden das Bayerische Staatsministerium des Innern, die Staatlichen Feuerwehrschulen und der Landesfeuerwehrverband, dass die Truppausbildung modernisiert werden muss. Der Leitfaden, an dem sich die Ausbilder orientieren, wurde durch die neue MTA ersetzt.


"Feuerwehr ist Handwerk"

Auch die Lehrmethoden sollen modernisiert und verbessert werden. Es soll weniger Frontalunterricht und mehr praktische Übungen geben. Wie sollen die neuen Lehrinhalte konkret vermittelt werden? Sebastian Müller erklärte den Ausbildern, wie sie ihren Anwärtern den Umgang mit Hybridfahrzeugen beibringen können. Das Beste sei es, ein Hybridauto in die Feuerwehrinspektion zu holen und zu üben. Bereits in der Ausbildung müssen Regeln vermittelt werden, wie die Feuerwehrleute mit Fotos und sozialen Medien umgehen. Konkret: Jeder Einsatztrupp stellt einen Verantwortlichen ab, der im Einsatz fotografiert. Die anderen sollen ihr Smartphone am besten gar nicht mitnehmen und eigenständig keine Informationen im Einsatz veröffentlichen.
Die "Modulare Truppausbildung" der Feuerwehr besteht aus drei Bereichen. Im Basismodul mit 110 Stunden werden alle Grundkenntnisse vermittelt, die jeder Feuerwehrangehörige beherrschen muss. Im Modul Ausbildungs- und Übungsdienst (40 Stunden) wird das theoretische Wissen praktisch angewendet und vertieft. "Denn Feuerwehr ist Handwerk", betont Jürgen Schemmel. Als Drittes gibt es Ergänzungsmodule. Dabei erlernen einzelne Feuerwehrmitglieder den Umgang mit Geräten, die am jeweiligen Standort gebraucht werden wie hydraulische Scheren oder Drehleitern.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren