Zeitlofs
Belebung

Plan für neuen Besuchermagnet in Zeitlofs

Die "Strecke 46" - eine Autobahn, die nie fertig gebaut wurde - soll auch im Bereich Zeitlofs zu einem touristischen Anziehungspunkt werden.
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Ein besonderer Blickfang sind auf Zeitlofser Gebiet der "Strecke 46" die riesigen Wasserdurchlässe unter der nie vollendeten Autobahn. Das Gestrüpp kommt laut Bürgermeister Wilhelm Friedrich im Frühjahr weg, um die historische Bausubstanz zugänglich zu machen.  Foto: Rolf Pralle
Ein besonderer Blickfang sind auf Zeitlofser Gebiet der "Strecke 46" die riesigen Wasserdurchlässe unter der nie vollendeten Autobahn. Das Gestrüpp kommt laut Bürgermeister Wilhelm Friedrich im Frühjahr weg, um die historische Bausubstanz zugänglich zu machen. Foto: Rolf Pralle
"Im kommenden Frühjahr geht es richtig los", sagt Bürgermeister Wilhelm Friedrich, "wir sind voll im Zeitplan, auch wenn bisher nach außen hin noch recht wenig zu sehen ist". Schließlich, so das Zeitlofser Gemeindeoberhaupt, habe man im Vorfeld etliche wichtige bürokratische Dinge abzuwickeln gehabt. Außerdem laufe das Projekt mit dem Arbeitstitel "Inwertsetzung der historischen Strecke 46", das von der bayerischen Landespolitik finanziell gefördert wird, noch bis Februar 2017. "Wir haben also noch einige Monate Zeit, die wir sinnvoll nutzen werden", versichert der Rathauschef.


Infos und Fotos gesammelt

Das Projekt, als dessen Träger der Landkreis Main-Spessart fungiert, ist in einem Kooperationsvertrag klar definiert. Bei der historischen Autobahn, die vor dem 2. Weltkrieg in Bau ging, aber nie fertiggestellt wurde, würde es sich um ein einmaliges Technikdenkmal handeln. Deshalb sollte unter anderem das Wissen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit bewahrt und auf unterhaltsame Weise weitergegeben werden. Für die Marktgemeinde Zeitlofs hieß das konkret, erst einmal Informationen und Fotomaterial aus jener Zeit zu sammeln und den Verantwortlichen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus waren die Rhöner Kommunalpolitiker und Verwaltungsfachleute als Unterstützer bei der Konzepterstellung in ihrem Gemeindebereich gefragt.


Großflächige Info-Tafeln

Was jetzt noch fehlt, ist ein Teil der manuellen Umsetzungsarbeiten vor Ort. Das betrifft sowohl die Herrichtung und Befestigung von Wegen als auch die Aufstellung von Schildern. "Zwei große Informationstafeln sind schon da und so gut wie fertig", ist Bürgermeister Friedrich froh. Auch die Standorte für die beiden jeweils über vier Quadratmeter großen Objekte stehen bereits fest. Eine Info-Tafel kommt direkt an die historische Strecke, die andere wird an der Brücke in Rupboden platziert.


Wege wiederherstellen

"Was jetzt noch ansteht, sind die gärtnerischen Arbeiten in der freien Natur", blickt der Rathauschef voraus. Mit dem Roden des Gestrüpps und dem Zurückschneiden der vielfach mannshoch wuchernden Pflanzen will man aber bis nach dem Winter warten. Auch die Wege sollen erst zeitnah in einen einwandfreien Zustand versetzt werden, wenn nicht mehr unbedingt mit starkem Frost und reichlich Schnee zu rechnen ist. "Und dann können die Touristen eigentlich kommen", meint Friedrich mit einem Augenzwinkern.


Touristisches Potenzial nutzen

Denn auch ihm ist klar, dass die Besucher, denen später auch sachkundige Führungen angeboten werden sollen, nicht gleich in Scharen nach Zeitlofs strömen werden. Langfristig verspricht er sich aber schon vom Technikdenkmal "Strecke 46" einen gewissen Aufschwung für seine Marktgemeinde.

In die vielfältigen Überlegungen, wie Zeitlofs die Weichen in eine erfolgversprechende Zukunft stellen könnte, passt das aktuelle Projekt aber allemal. Erst bei einer Bürgerversammlung Ende September im Sportheim hatten Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen den Entscheidungsträgern im Rathaus ans Herz gelegt, die durchaus vorhandenen touristischen Potentiale in der Kommune stärker zu nutzen. Seinerzeit war zwar in erster Linie vom Wasser die Rede gewesen. "Aber warum sollte nicht das Technikdenkmal eine ideale Ergänzung sein", blickt der Bürgermeister schon heute voraus, wie man einen attraktiven Bogen zwischen beiden Dingen schlagen könnte.
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