Dittlofsroda
Erfolg

Pilotprojekt macht Schule

In Dittlofsroda wird seit zwei Jahren das Modell der flexiblen Grundschule getestet. Schule und Elternvertreter ziehen ein positives Fazit.
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Trommeln für das Schulmodell  Flexible Grundschule: In Dittlofsroda geschieht dies auch auf übertragene Weise.  Fotos: Gerd Schaar
Trommeln für das Schulmodell Flexible Grundschule: In Dittlofsroda geschieht dies auch auf übertragene Weise. Fotos: Gerd Schaar
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"Die neue Form der flexiblen Grundschule brachte unseren 73 Schülern der vier Klassen bisher Vorteile", kann Schulleiter Karl-Heinz Deublein bestätigen. Auch sei dadurch die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern gefördert worden. Das Prinzip dieser schulischen Flexibilität erklärt Deublein so: "Die Kinder werden bei der Einschulung an ihrem vorhandenen Lernstand von der Grundschule abgeholt. So werden weder die Spätentwickler überfordert noch die Frühentwickler unterfordert".
Erreicht wird das Ziel der individuellen Schulausbildung durch das flexible Klassensystem. So gibt es für die Schulanfänger zwei Eingangsstufen anstelle der Klassen 1 und 2. Auch für die herkömmlichen dritten und vierten Klassen ist Flexibilität angesagt. So kann die Grundschulzeit variabel drei bis fünf Jahre dauern. Je nach individuellem Leistungsstand des Schülers.
Wie wohl sich die Grundschüler in diesem Modell fühlen, konnte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer anhand deren Aufführungen bei der Begrüßung in der Turnhalle erleben. Mit einem gesunden Maß an Selbstsicherheit sangen, trommelten und turnten sie dem Regierungspräsidenten ihre erlernten Aufführungen vor. Beinhofer war entzückt: "So viele aufgeweckte Schüler hätte ich hier nicht vermutet". Und dann verriet der Regierungspräsident, dass er als Münchner Schüler Ende der 50-er Jahre in eine Bubenklasse mit 50 Kameraden eingeschult worden sei. "Damals mussten alle Schüler zum selben Zeitpunkt das selbe Wissen haben", hob Beinhofer den Unterschied zum jetzigen Schulmodell der Flexibilität hervor.
"Ich habe bei der Einschulung noch die Heiligkreuzer Zwergenschule auf dem Lande kennen gelernt", berichtete Bürgermeister Jürgen Karle, der fünf Jahre nach Beinhofer eingeschult wurde. "Das hieß damals acht Klassen in einem Raum", so Karle. Auch diese Generation habe Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt. "Die Älteren halfen den Jüngeren", erinnerte Karle an den Gemeinschaftssinn von damals.
Herzstück des neuen Modells, das durchaus an einige Parallelen zur Zwergenschule von ehedem erinnert, ist die unterschiedliche Verweildauer der Grundschüler in der Eingangsstufe. In Übereinstimmung mit den fortgebildeten Lehrern der jahrgangskombinierten Klassen und dem Engagement der Eltern kann die Grundschule Wartmannsroth konkrete Erfolge melden. Ein Sitzenbleiben gibt es nicht mehr. Der klassische Frontalunterricht wird phasenweise durch offene Lernformen aufgelockert. "Die Kinder werden dabei zum selbständigen Lernen angeleitet", bestätigt Schulleiter Deublein.
"Ich kann dieses Schulmodell nur befürworten", bestätigt Bettina Sapper, die Elternsprecherin der Klasse 3/4a. Auch von ihrer Vertreterin Jasmin Reith kommen positive Töne. Ein Großteil der Eltern habe sich mit ihren Rückmeldungen offen und bejahend gezeigt. Die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule zeitigt mit regelmäßigen Gesprächen über den Lernstand und die häusliche Unterstützung, wo beim Schüler der persönliche Schuh drückt.
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