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Bad Brückenau
Flutopfer-Hilfe

Pfarreiengemeinschaft Oberer Sinngrund packt bei der Fluthilfe an

Freitagfrüh um drei Uhr machte er sich auf den Weg, der Sattelzug der Spedition Witzel aus Oberbach. Er war bis unters Dach vollgeladen mit Hilfsgütern, ehrenamtlich gefahren wurde er von Walter Vorndran.
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Cecilia Rüttiger, die jüngste Helferin, und ihre Schwester Rebecca tragen Kartons zum Lkw. Fotos: T. Dill
Cecilia Rüttiger, die jüngste Helferin, und ihre Schwester Rebecca tragen Kartons zum Lkw. Fotos: T. Dill
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Der Lkw-Fahrer im Unruhestand hatte auch bei der Beladung des Sattelzugs mitgeholfen. "Ich hoffe nur, dass dort unten genau so viele Hände mit anpacken wie jetzt hier, damit ich bald wieder heim kann", lautete Vorndrans einziger Kommentar zu diesem Einsatz.

Innerhalb von zwei Wochen seit dem ersten Aufruf von Pfarrer Florian Judmann (wir berichteten), kamen insgesamt gut 65 Kubikmeter Hilfsgüter zusammen. Pfarrer Judmann, dessen Bruder in Deggendorf lebt, wollte in irgendeiner Form den in Not Geratenen helfen. "Ich habe die Hilfs-Hotline in Deggendorf angerufen, die dann den Kontakt zum dortigen Rot-Kreuz-Kreisverband hergestellt haben", sagte Pfarrer Judmann. Von dort kam dann zwischenzeitlich auch ein Annahmestopp für Kleidungsstücke, das Kleiderlager des BRK in Plattling, umfunktioniert als Verteilzentrum, hatte inzwischen genügend Kleiderspenden.

Jochen Witzel, Chef der gleichnamigen Oberbacher Spedition, unterstützte die Aktion: "Ich bin halt gefragt worden, ob ich fahren würde, da kann man dann doch nicht Nein sagen". So wurde eine Fahrzeughalle für zwei Wochen zu einer Möbelbörse und ein bereitgestellter Sattelauflieger nach und nach mit gespendeten Möbel fast zur Hälfte gefüllt.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Bad Brückenau spendete so unter anderem die Schreinerei Dill Wohn- und Schlafraummöbel aus ihren Beständen. Eine gutes Dutzend Waschmaschinen, Kühlschränke und andere Weißware füllten zudem die Ladefläche, auch zahlreiche Fernseher waren für Deggendorf bestimmt.
Kurzfristig musste dann der Transport nach Deggendorf organisiert werden, da Freitagnacht der Katastrophenalarm aufgehoben werden sollte und dann ohne Bürokratieaufwand keine Spenden mehr an ihren Bestimmungsort kommen würden. Und so trafen sich Donnerstagabend ein Dutzend engagierter Oberbacher von neun Jahren bis 79 Jahren, um bei Heinrich Hilfenhaus lagernde Güter auf den Lkw zu laden.

Kleider bleiben bis Herbst

Kinderwagen, Kinderspielzeug, Fahrräder, Haushaltgegenstände vom Toaster bis zur Lampe waren innerhalb der kurzen Zeit bei Hilfenhaus abgegeben worden. "Es ging zeitweise zu wie in einem Tollhaus", sagte Rosa Hilfenhaus - sichtlich erleichtert, dass die Aktion ein Ende fand. Da keine Kleider benötigt wurden, blieben diese zurück und füllen nun weiterhin den Laden von Hilfenhaus. Im Herbst werden sie eine Hilfslieferung der Kirchengemeinde nach Afrika auffüllen.

Neben Sachspenden kam noch die stolze Zahl von über 4500 Euro an Geldspenden zusammen. Einmal aus der Sonntagskollekte der Gemeindegottesdienste, aber auch aus Privatspenden bis hin zum Brückenauer Kurstift. "Das Geld geht komplett auf ein Spendenkonto des Bistums Regensburg, damit eine ordnungsgemäße Verwendung sichergestellt ist", sagte Pfarrer Judmann, der schon die nächste Hilfsidee hat: Unter dem Motto "Seelische Wunden heilen und Abstand gewinnen" sucht Pfarrer Judmann Besitzer von Ferienwohnungen und Gästezimmern, die im Herbst oder Winter betroffene Flutopfer zu einem Kurzaufenthalt in die Rhön einladen möchten.

"Spontan habe ich sofort vier Zusagen erhalten", sagte der Pfarrer, der auf weitere Angebote hofft: "Es braucht zunächst nur Logis zur Verfügung gestellt werden, wer natürlich mehr machen will - Kost und Logis - , dankend gerne." Kontakt unter Tel.: 09745/ 626 im Pfarramt Wildflecken oder unter florian.judmann@bistum-wuerzburg.de möglich. Die schriftlichen Ferienangebote leitet Pfarrer Judmann weiter an das Rote Kreuz in Deggendorf, das dort für die Vermittlung sorgt.

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