Bad Kissingen
Verkauf

Palais Erthal bleibt Café

Toni Schick hat die Immobilie am Theaterplatz von der Stadt erworben. Das habe nichts mit seiner Position als 2. Bürgermeister zu tun. Den Kaufpreis wollten Stadt und Käufer nicht nennen. Die Wiedereröffnung soll in einem knappen Jahr folgen.
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Toni Schick hat das Palais Erthal erworben. Nach einjähriger Sanierung wird es wieder als Café betrieben werden. Foto: Thomas Mäuser
Toni Schick hat das Palais Erthal erworben. Nach einjähriger Sanierung wird es wieder als Café betrieben werden. Foto: Thomas Mäuser
Lange hat die Stadt vergeblich versucht, das Palais Erthal zu verpachten oder zu verkaufen. Erworben hat die Immobile nun Toni Schick, der hier nach der Sanierung des Gebäudes erneut ein Café im gehobenen Wiener Caféhaus-Stil etablieren will. Den Verdacht, dass der Verkauf des historischen Gebäudes durch die Stadt an den 2. Bürgermeister ein "Geschmäckle" haben könnte, wiesen OB Kay Blankenburg (SPD) und Toni Schick am gestrigen Donnerstag entschieden zurück.
Schick sei der einzige Bieter gewesen, sagte Blankenburg, wobei er zwei Gebote abgegeben habe. Ein höheres bei freier Nutzung des Areals, ein niedrigeres mit zehnjähriger Bindung, das Erthal als Café zu betreiben.
Der Oberbürgermeister erinnerte daran, dass der Stadtrat auch künftig ein Caféhaus an dieser Stelle haben will. Schon in der Ausschreibung war niedergelegt worden, dass nicht alleine der Preis, sondern auch die Nutzungsabsicht für die Vergabe entscheidend sei. Dass diese nichtöffentlich gefallen ist, entspricht laut Blankenburg dem Gemeinderecht. Der Oberbürgermeister wies darauf hin, dass die rechtsaufsichtliche Genehmigung für diesen Verkauf noch ausstehe.
Was auffällt ist die Tatsache, dass die Stadt eine Sanierung des Palais mit rund 600 000 Euro veranschlagt hatte. Schick rechnet nach eigener Aussage mit einer halben Million für Kauf und Sanierung. Dass das Areal gerüchteweise einen Verkehrswert von 390 000 Euro haben solle, bestätigte Blankenburg nicht. Am Ende mache der Markt den Preis. Außerdem werde sich die Stadt nicht zu irgendwelchen Zahlen äußern, die herumgeistern: "Wir werden keine Zahlen nennen."

"Nichts Pikantes"

Schick, der laut Blankenburg an Entscheidungsfindung, Beratung und Abstimmung nicht beteiligt war, sieht nichts Pikantes an dem Kauf des Palais Erthal, den er als Privatmann getätigt habe. Bei seiner Kaufentscheidung sei durchaus auch Herzblut für seine Heimatstadt mit im Spiel gewesen. Andererseits müsse das Ganze aber auch wirtschaftlich abbildbar sein.
Toni Schick begründete die von ihm veranschlagte Summe von einer halben Million Euro im Vergleich mit den von der Stadt einst veranschlagten Sanierungskosten so: Ein privater Investor könne die Mehrwertsteuer absetzen, das mache schon einmal 20 Prozent aus. Des Weiteren sei ein öffentlicher Auftraggeber auf externe Planung angewiesen. Das erledige er selbst beziehungsweise mit eigenen Leuten. Schließlich arbeite er schon länger mit zahlreichen Firmen aus der Region zusammen, auch das biete Kostenvorteile.
Gleichzeitig ging er auf die bisherigen Stand der Planung ein. Er denkt an ein Café mit rund 100 Plätzen mit hochwertiger Innen- und Außenausstattung. Die großen Bäume im Hof sollen erhalten bleiben. Dort will er ein parkähnliches Ambiente schaffen. Geplant sei ein hochwertiges Angebot im Bereich der Konditorei, auch eine Kaffee-Rösterei im Inneren des Erthal kann sich Schick vorstellen. Mit einem potenziellen Betreiber habe er erste Gespräche geführt, "das muss man mit einem Profi angehen." Spätestens in einem Jahr will Schick das Palais Erthal wieder eröffnen.
Die zehnjährige Bindung als Café beginnt mit der Eröffnung. Anscheinend kann sich Schick auch danach einen Cafébetrieb vorstellen: "Wer so viel investiert, wird das Gebäude nicht in zehn Jahren in Eigentumswohnungen umwandeln." Wäre sein finanziell höheres Zweitgebot angenommen worden, dann wäre laut Schick auf der Außenfläche ein Wohngebäude in Kubusform denkbar gewesen. Im Palais wären im Obergeschoss Wohnungen entstanden, im Untergeschoss ein Laden oder ebenfalls Wohnräume.



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