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Reiterswiesen
Brauchtum

Ostertanz ist Reiterswiesener Gemeinschaftsgeist

Beim Ostertanz in Reiters- wiesen kommt die Ortsbevölkerung nach dem Ostersonntagsgottesdienst zusammen. Hier trifft man sich, plaudert ein wenig und wird vom Heimatverein unterhalten.
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Bei fränkischen Rundtänzen fliegen die Röcke der Mädchen beim Ostertanz in Reiterswiesen. Fotos: Werner Vogel
Bei fränkischen Rundtänzen fliegen die Röcke der Mädchen beim Ostertanz in Reiterswiesen. Fotos: Werner Vogel
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Wenn sich in Reiterswiesen am Ostersonntag nach dem Gottesdienst die Kirchentüren öffnen, die letzten Töne der Orgel die Gläubigen ins Freie begleiten, erklingt gegenüber am Alten Rathaus schon fröhliche Blasmusik und lockt die Besucher auf den Dorfplatz. Dort hat der Heimatverein den "Gänsebrunnen" festlich geschmückt, hunderte bemalte Eier schaukeln am Osterbaum im Frühlingswind, die Feuerwehrkapelle spielt auf und die Tanzgruppe formiert sich zu
ihrem Auftritt.
Jetzt wird die "Arnshäuser Straße" zum Tanzpodium, der Platz zum Anger, lebt der Gemeinschaftsgeist von früher wieder auf, als das Dorf noch selbstständig war und der Bürgermeister sonntags nach dem Gottesdienst auf der Kirchentreppe gemeindliche Ankündigungen verlas. Man glaubt, einen Hauch der guten alten Zeit zu verspüren, als alles noch geordnet und überschaubar war.

Man wünscht sich "frohe Ostern"

Nicht zuletzt um dörflichen Gemeinschaftsgeist zu beleben, veranstaltet der Heimatverein seit vielen Jahren zum Ostertanz. Man geht aufeinander zu, wünscht sich frohe Ostern, trifft Freunde und Bekannte, und probiert auch den einen oder anderen Eierlikör. Der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Ludwig Metz, erklärt die "Reitschwieser" Tracht, und dass die Eier am Osterbaum alle handgemalt und von den Kommunionkindern aufgehängt worden sind.
Die Augen der Eltern leuchten, wenn die Kindergruppe erste Schritte beim "Rutscher" oder "Drei-Sechs-Neun" zeigen. Rebecca Kiesel, mit sechs Jahren die Jüngste, hat fleißig geübt und "darf erstmals mittanzen", wie sie verrät. Mama und Papa sind mächtig stolz. Angelika Metz sagt die die fränkischen Rundtänze an und die Zuschauer wiegen sich im Takt beim "Schwarzerdener" und "Schecher".
Gleichzeitig führt Günter Immler durch das Alte Rathaus und erklärt den Besuchern die Exponate des dörflichen Heimatmuseums. Als zusätzliche Attraktion kann er die Sonderausstellung "Stille Leidenschaften" präsentieren, die am Ostersonntag letztmalig geöffnet war und reges Interesse fand.

Wieder mal Zuhause

Ostern auf dem Dorfplatz, eine inzwischen geschätzte Tradition in Reiterswiesen, ist eine schöne Gelegenheit, Gemeinschaft zu pflegen und die Verbindung zur Heimat nicht abreißen zu lassen. Besonders für ehemalige Reiterswiesener, wie Sabine Thomas, die nur zu besonderen Festtagen "wieder mal heimkommen". "Es ist schön, in der Heimat alte Bekannte zu treffen", meint die heutige Münchnerin. Unkompliziert ist das, aufeinander zuzugehen und plaudern und dabei doch kurz genug, dass niemand zu spät zum Osteressen kommt, denn wenn die Glocke zu Mittag läutet, geht das Treffen zu Ende. Zurück bleiben der geschmückte Dorfplatz mit Osterbrunnen und Osterbaum und die Freude, lange nicht gesehene Freunde und Bekannte wieder mal getroffen zu haben.

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