LKR Bad Kissingen
Unwetter

Orkan hinterlässt Spuren

Das Sturmtief Niklas hat in ganz Deutschland für Verwüstungen gesorgt. Im Landkreis Bad Kissingen sind die Forstarbeiter damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen.
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So viel Arbeit wie nach dem Sturm "Kyrill" 2007 gibt es heuer nicht. Dennoch sind allerorts Forstarbeiter im Einsatz.  Foto: Archiv/Bartl
So viel Arbeit wie nach dem Sturm "Kyrill" 2007 gibt es heuer nicht. Dennoch sind allerorts Forstarbeiter im Einsatz. Foto: Archiv/Bartl
Mit bis zu 192 Stundenkilometern fegte Orkan Niklas über Deutschland hinweg. Rund um Bad Kissingen wurden viele Bäume entwurzelt. Obwohl es im Landkreis meist nur geringe Schäden gab, sind die Aufräumarbeiten nach zwei Wochen noch nicht beendet.

"Bei uns ging es glimpflich aus", sagt der Bad Brückenauer Bauhofleiter Michael Krug. Es seien hauptsächlich Reinigungsarbeiten wegen heruntergefalle ner Äste notwendig.
Allerdings ist nahe einer Wohnanlage am Washingtonplatz ein sehr großer Baum umgefallen. Er ist Teil einer Allee und wohl nicht das einzige Opfer des Orkans. "Ich befürchte, dass wir noch mehrere Bäume fällen müssen", sagt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Bei einigen seien die Wurzeln stark beschädigt worden.

Größter Schaden im Wald

Auf einer Fläche von 16 200 Hektar gab es ungefähr 1500 Festmeter Sturmschaden im Staatsforst Bad Brückenau. Im Verhältnis zur Stärke des Orkans ist das aber marginal. "Unterfranken ist mit einem blauen Auge davon gekommen", sagt der stellvertretende Staatsforstleiter Heinrich Hümpfner.

80 Prozent der geschädigten Bäume seien Fichten, 20 Prozent Kiefern. Die Hälfte des Schadens ist Windwurf, also entwurzelte Bäume. Die andere Hälfte ist Windbruch, sprich gebrochene Baumstämme. "Auffällig ist, dass es überwiegend einzelne Bäume getroffen hat", sagt Hümpfner. Es gebe keine größeren Schadensflächen. Menschen und Tiere seien keine zu Schaden gekommen.

Die Zufahrtswege sind bereits geräumt. Aber die Aufräumarbeiten dauern an. "Es ist mühsam", sagt Hümpfner, "man muss weit laufen und kann nicht mit der Maschine arbeiten." Die Forstmitarbeiter werden das in den nächsten Wochen nach und nach aufarbeiten. In Bad Königshofen und Hammelburg sei die Situation ähnlich wie in Bad Brückenau.

"Nichts Nennenswertes", kommentiert Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) die Auswirkungen des Sturmes. Allein im Wald sei der ein oder andere Baum umgefallen. In der Stadt gab es keine größeren Schäden. Sogar der Osterschmuck am Rathaus hat standgehalten.

Bad Kissinger Schadensbilanz

Im Bad Kissinger Stadtwald wurden 450 Festmeter beschädigt. Wie in Bad Brückenau handelt es sich hauptsächlich um Fichten und um einzelne Bäume. Dieses Holz soll in den nächsten Wochen von Fremdfirmen aufgearbeitet werden.

"Finanzielle Einbußen sind dabei gegenüber regulären Hiebsmaßnahmen nicht zu erwarten", sagt Pressesprecher Thomas Hack. In der Stadt selbst habe es - bis auf einen umgefallenen Baum hinter der russischen Kirche - keine Schäden gegeben. Der Baum fiel auf einen Privatzaun.

Auch die Feuerwehr war nur selten im Einsatz. "Verhältnismäßig war es in der großen Kreisstadt ruhig", sagt Stadtbrandinspektor Harald Albert. Die Feuerwehr sei nur ein paar Mal ausgerückt.

Münnerstadt ist von Niklas ebenso verschont worden. Die größten Schäden gibt es wie überall im Bereich des Waldes. "Es hat sich alles im Rahmen gehalten", sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Die Aufräumarbeiten seien aber noch im Gange. Bauhof und Feuerwehr werden noch ungefähr eine Woche damit beschäftigt sein. "Es besteht keine Gefahr für Verkehrsteilnehmer", versichert Helmut Blank.


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