Bad Kissingen
Theater

Orientalisches mit viel Spaß

Der Kinder- und Jugendchor Herz-Jesu und die Musikschule Bad Kissingen begeisterten mit dem Kindermusical "Ali Baba, oder ...?" im Kurtheater das Publikum.
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Beim Musical "Ali Baba, oder...?" gehörte auch ein Schleiertanz dazu.  Fotos: Klaus Werner
Beim Musical "Ali Baba, oder...?" gehörte auch ein Schleiertanz dazu. Fotos: Klaus Werner
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Bad Kissingen — Wer kennt es nicht, das orientalische Märchen von Ali Baba und seinen 40 Räubern und vor allem den Zauberspruch "Sesam - öffne dich" für die Schatzhöhle - und diese Erzählung aus der Sammlung Tausendundeiner Nacht wurde durch den Kinder- und Jugendchor Herz-Jesu und Musikschule Bad Kissingen als Musical aufgeführt.

Mütter und Väter, Großeltern und Geschwister - das waren überwiegend die Gäste, die am Freitag und am Samstag das Staatliche Kurtheater füllten, um der Aufführung in drei Akten nach einer Idee von Wolfgang Fricke beizuwohnen. Die Gesamtleitung lag in den bewährten Händen von Brigitte und Burkard Ascherl, die von Jutta Grom (Choreographie) und Michael Nöth (technische Realisierung) unterstützt wurden.
Aufgeregtes Stimmengemurmel war im Zuschauerraum zu hören, das jedoch schlagartig verstummte als der Gong ertönte, das Licht erlosch und der Vorhang aufging. Im Hintergrund sah man den Chor, im Vordergrund orientalische Gebäude und den Felsen, der sich auf Geheiß des Räuberhauptmanns Abdullah (Vivien Heidt) öffnete. Daneben spielen noch der arme Ali Baba (Lara Hein/Stefanie Oswald), seine Frau Suleika (Hannah Kleinhenz/Sonja Hofmann), der reiche Bruder Kasim (Stefanie Oswald/Lara Hein) und dessen Ehefrau Fatme (Paula Zier/Anne Sorgenfrei) die tragenden Rollen des Märchens, in das der Hamburger Musiklehrer Wolfgang Fricke eine jugendgerechte Sprache, schwungvolle Massenszenen und witzige Seitenhiebe auf aktuelle Entwicklungen eingearbeitet hat. Das ganze Geschehen hat er mit eingängigen Melodien kombiniert, die nicht nur von den tragenden Rollen, sondern von allen Beteiligten musikalisches Können und schauspielerisches Talent erforderten.
Und alle miteinander sind mit viel Spaß und hoher Konzentration dabei, auch wenn der eine oder andere ins Publikum winkt, wenn er Mutti oder Opa entdeckt, oder das verrutschte Stirnband hochschiebt, bevor er nichts mehr sieht, oder die rutschende Hose hochzieht, weil der Gummi weiter ist als die Taille. Immerhin stehen alle gemeinsam 90 Minuten auf der Bühne, mal als Solisten, mal im Rahmen einer Tanzszene, mal als Teil des begleitenden Chors im Hintergrund.
Und so entwickelt sich die Geschichte um Abdullah, der mit seinen 40 Räubern die geraubten Schätze in der Höhle deponiert und dabei von Ali Baba und Suleika beobachtet wird. Mit Hilfe des Zauberwortes "Sesam - öffne dich" gelangen die beiden in die Höhle und nehmen Schätze mit. Doch Abdullah stellt Nachforschungen an, denn er möchte die "Sozialabgaben" als Altersvorsorge wiederhaben. Bei einem Fest schleicht er sich als Ölscheich verkleidet ein, während die Räuber in Ölfässern versteckt auf das Zeichen zum Angriff warten. Sie werden jedoch entdeckt und der Überfall wird vereitelt und es kommt zum Happy End - auch wenn der Räuberhauptmann überlebt, denn ".... es gibt immer noch Räuber."
Das Musical begeistert durch einen Wechsel zwischen solistischen Darbietungen und Tanzszenen wie den Räubertanz "Hej, Sie da" oder den Tanz der Polizisten "Wir dienen der Justitia" oder den Schleiertanz "Finale II - Narimalied". Dank der guten Technik mit Headsets sind die jugendlichen Gesangsstimmen gut zu verstehen, ohne gequält laut singen zu müssen. Die Kinder und Jugendlichen spielen ihre Rollen ungezwungen und natürlich, auch dank der ungekünstelten Texte - mal mit dem süffisanten Hinweis "Das hätte Greenpeace gefallen" oder der zeitkritischen Anmerkung der Polizeidarsteller: "Denn wir dienen der Justitia, und Justitia ist blind. Was also können wir dafür, wenn auch wir es manchmal sind."
Zum Ende bedankte sich Brigitte Ascherl bei allen, die zum Gelingen des Musicals beigetragen haben. Die Zuschauer bedankten sich durch kräftigem Applaus- bevor es noch zwei Zugaben durch die Kinder und Jugendlichen gab.
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