Ungefähr 2000 Liter Bier flossen - und das schon am ersten Abend. Die vorsichtige Schätzung von Günther Übelacker, 1. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau, deutet an, was eigentlich längst offensichtlich ist: Das Oktoberfest war ein voller Erfolg. Und das Feiern ist ja noch gar nicht zu Ende. Am heutigen Montag, 24. September, ist ab 17 Uhr noch einmal Schlachtschüsselessen angesagt.

"Alles lief wirklich perfekt", freute sich Günter Schneider, Chef der Stadtwerke. Den ganzen Sinnauplatz hatte er unter einem riesigen Festzelt verschwinden lassen und gehofft, dass das Zelt auch voll wird. "1200 Plätze hatten wir, und die waren alle besetzt", stellte Schneider zufrieden fest. Auch Stehtische und Raucherecke waren gut gefüllt, so dass es insgesamt wohl 1500 Leute waren, die auf den Bänken standen und das Oktoberfest zu dem machten, was es sein sollte: eine ausgelassene Party bis tief in die Nacht.

Premiere erfolgreich gemeistert


Bevor jedoch die Party richtig steigen konnte, gab es eine Premiere: Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks stach das Festbier an. Zwei Schläge brauchte sie dafür und ist damit mindestens genauso gut wie der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der schon jahrelange Erfahrung im Festbieranstechen vorweisen kann. "Das hat sie doch ganz gut gemacht", gesteht Schneider der Bürgermeisterin neidlos zu. "Ich war vorher ein bisschen nervös.
Aber zum Glück hat ja alles super geklappt", gibt Meyerdierks zu. Damit die Bad Brückenauer so feiern konnten, wie sie feierten, sorgten 40 Helfer der Feuerwehr in Schichten für einen reibungslosen Ablauf. "Am ersten Abend konnten wir gar nicht so viel verkaufen, weil die Leute auf den Tischen standen, anstatt zu essen", sagte Küchenchef Alexander Hagemann mit einem breiten Grinsen. Und: "Ohne unsere Frauen würden wir hier alt aussehen."

"Wir wollen doch feiern"


Nur eines "fehlte" auf dem Jubiläumsfest - gewichtige Reden der Veranstalter, schließlich feiern Stadtwerke und Feuerwehr heuer ihr 110-jähriges beziehungsweise 145-jähriges Bestehen. "Das haben wir bewusst nicht gemacht, schließlich ist es ein Oktoberfest", sagte Schneider. Und auch Feuerwehr-Kommandant Michael Krug ist der Meinung: "Wir wollen doch feiern und nicht langweilige Reden halten." Vermisst hat die ohnehin niemand.