Klosterkreuzberg
Glauben

Nothelfer in schwierigen Fällen

Christen feierten das Antoniusfest auf dem Kreuzberg. Bischof Friedhelm Hofmann würdigte den Heiligen und wagten einen Blick in die Zukunft der Kirche..
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Heilige Antonius gilt als "Haus-und-Hof-Heiliger" der Franziskaner auf dem Heiligen Berg der Franken. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann kam eigens zu diesem großen Fest in die Rhön. Foto: Marion Eckert
Der Heilige Antonius gilt als "Haus-und-Hof-Heiliger" der Franziskaner auf dem Heiligen Berg der Franken. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann kam eigens zu diesem großen Fest in die Rhön. Foto: Marion Eckert
+1 Bild
"Für die Menschen in der Region ist der Heilige Antonius sehr wichtig", mit diesen Worten begrüßte der Guardian des Klosters Kreuzberg, Pater Stanislaus Wentowski, die Gläubigen, die zum Antoniusfest in die Klosterkirche auf den Kreuzberg gekommen waren.
"Viele Gläubigen konnten seine Hilfe schon erfahren. Oft ist er die letzte Chance in der Verzweiflung doch noch Hoffnung zu erblicken." Gefeiert wurde der Gottesdienst zum Antoniusfest mit Diözesanbischof Dr.
Friedhelm Hofmann, der gestand, selbst auch schon den Heiligen Antonius in verschiedenen Fällen bemüht zu haben. "Er wird oft angerufen, wenn man etwas verloren hat. Der Heilige Antonius gilt als der Heilige für eigentlich unauflösbare Fälle. Er zeigt uns, wie wir uns von Gott in den Arm nehmen lassen können." Der Bischof bezeichnete ihn als machtvollen Helfer und Verkünder des Evangeliums.


Begnadeter Redner

In seiner Predigt, ging Bischof Friedhelm Hofmann auf das Leben des "Haus-und-Hof-Heiligen der Franziskaner auf dem Heiligen Berg der Franken" ein. Überliefert sei, dass er ein begnadeter Redner war, der von Franziskus, dem Ordensgründer, zum 1. Lehrmeister der Franziskaner ernannt wurde.
Nur elf Monate nach seinem Tod wurde Antonius heilig gesprochen. 1946 erhob ihn Papst Pius XII. in den Rang eines Kirchenlehrers.


Missionsauftrag gilt noch immer

Antonius habe sein innerer Zugang zur göttlichen Weisheit ausgezeichnet, dies habe er auf seinen Missionsreisen immer wieder versucht zu vermitteln. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, den Missions-Auftrag des Herrn zu erfüllen. Im Markus-Evangelium heißt es: "Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium." Dieser Auftrag sei immer noch aktuell. "Der Missions-Auftrag ist nicht erloschen", so Bischof Friedhelm Hofmann. "Wir dürfen uns nicht in Kirche und Sakristei zurückziehen. Eine Kirche, die sich auf sich selbst zurückzieht und um sich selbst kreist, verliert den Boden." Zugleich gebe es aber immer weniger Menschen, die diesen Auftrag ernst nehmen und annehmen, immer weniger Priester und Ordenleute. Dies habe zur Folge, dass sich die Pastoral gründlich ändern werde.
Trauer, Abschied, Schmerz seien mit diesen Veränderungen verbunden, aber auch Hoffnung und neue Chancen. "Kirche wird sich in Zukunft anders zeigen, nicht an alten Strukturen festhalten, sondern nach dem Willen Gottes fragen", rief der Bischof den Menschen zu. Es gehe darum die Glut des Glaubens neu zu entfachen. Dazu sei es notwendig, den Kindern und Jugendlichen von den eigenen Gotteserfahrungen zu erzählen. Eltern und Großeltern seien hier gefragt, denn die jungen Menschen suchten echte Vorbilder, um einen eigenen Standpunkt zu gewinnen - heute bei den vielfältigen Möglichkeiten der Lebensentwürfe mehr denn je.


Vertrauen ging verloren

Immer wieder werde Kirche gleichgesetzt mit Missbrauchs-Skandalen und ähnlichem, und dann gehe das Vertrauen verloren. Der Bischof sagte deutlich: "Aber es geht doch nicht um uns, sondern um Jesus Christus." Hilfreich sei hierbei die Beschäftigung mit den geistlichen und leiblichen Werken, die auf der Heiligen Pforte in der Klosterkirche aufgeführt seien. Der "Triumphbogen", wie ihn Bischof Hofmann bezeichnete, lade dazu ein, sich auf den Ruf Christi einzulassen.
Da die Witterung es zuließ, fand im Anschluss an die Eucharistiefeier eine Prozession mit dem Allerheiligsten rund um die Klosteranlage statt. Der Bischof trug die prächtige Monstranz, die Kreuzbergmusikanten spielten, und mit dem sakramentalen Segen "Tantum ergo sacramentum" endete der Gottesdienst zum Antoniusfest.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren