Bad Kissingen
Sicherheit

Notfallkontingente üben für die Katastrophe

Vom Hochwasser bis zum Flächenbrand: Bayerns Landkreise sind verpflichtet, mindestens ein Feuerwehrkontingent für die überörtliche Katastrophenhilfe bereitzuhalten. 100 Einsatzkräfte aus dem Kreis Bad Kissingen haben jetzt den Ernstfall geübt.
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Bei der Großübung Notfallkontingente der Landkreisfeuerwehren waren 30 Fahrzeuge und 100 Einsatzkräfte beteiligt.  Fotos: Peter Rauch
Bei der Großübung Notfallkontingente der Landkreisfeuerwehren waren 30 Fahrzeuge und 100 Einsatzkräfte beteiligt. Fotos: Peter Rauch
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Bad KissingenDie Feuerwehren des Landkreises rückten am Samstag mit 100 Einsatzkräften und 30 Fahrzeugen zu einer Großübung aus. Angenommen wurde ein großflächiger Waldbrand im Osten Deutschlands, der durch örtliche Kräfte nicht mehr unter Kontrolle zu bringen ist. Für so einen Katastrophenfall wurden in Bayern sogenannte Feuerwehr-Hilfeleistungskontingente aufgestellt.
Inzwischen verfügt jeder Landkreis über mindestens ein solches Kontingent. Im Landkreis Bad Kissingen stellen die Feuerwehren sogar zwei Kontingente: eines für die "traditionelle" Brandbekämpfung und ein spezielles für Hochwassereinsätze. Letzteres hatte bereits beim Oderhochwasser 2010 seine Bewährungsprobe, tagelang waren damals freiwillige Helfer auch aus der Region im Einsatz.

Landrat Thomas Bold (CSU) beobachtete die Abfahrt der Einsatzkräfte vom Atemschutzzentrum in Oberthulba, zusammen mit dem Leiter des Ordnungsamts Tim Eichenberg sowie der Landkreis-Feuerwehrführung. Bold hofft, dass die Hilfe der Notfallkontingente möglichst selten in Anspruch genommen wird.


Organisatorische Großaufgabe

Die Hilfeleistungskontingente greifen auf einen großen Fuhrpark zurück: Da fährt eine "Gulaschkanone" auf, Kühlanhänger, riesige Notstromgeneratoren mit Lichtmasten und natürlich die normalen Tank- und Löschfahrzeuge. Es werden zudem etliche Zelte und vor allem auch Verpflegung mit geführt, denn nicht überall stehen Turnhallen oder Kasernen als Notunterkünfte für die Einsatzkräfte bereit. Wenn das Hilfeleistungskontigent ausrückt, dauert der Einsatz in der Regel mehrere Tage. So muss im Vorfeld abgeklärt werden, wer so lange von der Arbeit freigestellt wird und welche Fahrzeuge mitgehen.

Der Feuerwehrführung wird organisatorisch einiges abverlangt. Am Freitag tagte deshalb bereits der Krisenstab im Landratsamt, um den Großeinsatz zu koordinieren. Welche Feuerwehr mit welchem Gerät dem Hilfeleistungskontingent angehört, ist im Voraus bekannt, wenngleich es immer wieder zu Änderungen kommt. Ein wesentlicher und schwieriger Faktor bei der Planung sind die Einsatzkräfte, die ausrücken sollen. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute gehen im Alltag einem normalen Beruf nach, fahren in Urlaub und machen Überstunden. 100 von ihnen kurzfristig für einen Großeinsatz zu koordinieren, ist eine Herausforderung, vor allem weil die Sicherheit im Landkreis auch während des Ernstfalls zu gewährleisten ist.

Die Großübung vom Samstag führte nicht in den Osten, sondern im großen Bogen rund um den Landkreis. Die Feuerwehrleute tangierten die Nachbarkreise Main-Spessart, Rhön-Grabfeld sowie Schweinfurt. Nach über 200 Kilometern ging es zurück nach Oberthulba, wo die Übung mit einer Einsatzbesprechung und einer deftigen Mahlzeit aus der Feldküche endete. Anders als im Ernstfall war bei dieser Übung der Kontingentführer mit dabei, bei einem Schadensfall würden er und ein kleines Vorauskommando bereits einen Tag vor dem allgemeinen Ausrücken am Katastrophenort sein, denn das Hilfeleistungskontingent, rückt erst nach einer gewissen Vorlaufzeit aus: Eben erst dann, wenn klar ist, dass überörtliche Hilfe benötigt wird.
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