Nüdlingen
Immobile

Noch keine Pläne für das Schäfer-Haus

Was soll aus dem Gebäude in der Mühlgasse werden? Eigentümerin ist die Gemeinde. Derzeit gibt es andere Prioritäten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ortstermin vor dem Schäfer-Haus mit Bürgermeister Harald Hofmann (links): Die Nachbarn Peter Kraus und Tochter Nadine wünschen sich den Erhalt des Gebäudes. Foto: Sigisdmund von Dobschütz
Ortstermin vor dem Schäfer-Haus mit Bürgermeister Harald Hofmann (links): Die Nachbarn Peter Kraus und Tochter Nadine wünschen sich den Erhalt des Gebäudes. Foto: Sigisdmund von Dobschütz
Schon vor zwölf Jahren hat die Gemeinde Nüdlingen das ortszentrale Grundstück mit der Flurnummer 371 erworben - das jahrhundertalte Wohnhaus von Gretel Schäfer in der Mühlgasse, Ecke Raiffeisenstraße. Mit dem Kauf war der Vorbesitzerin ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt worden. Nun ist sie vor acht Wochen im hohen Alter von 94 Jahren gestorben.
Die Gemeinde könnte also jetzt über das Haus verfügen, doch Nutzungspläne gibt es nicht.
"Schon zu Lebzeiten der betagten Bewohnerin über die Nutzung des Hauses nach ihrem Tod nachzudenken, verbietet doch der Anstand", meint Bürgermeister Harald Hofmann beim Ortstermin. Vor zwölf Jahren hatte die Gemeinde durchaus konkrete Vorstellungen.


Alte Pläne sind hinfällig

Denn das Schäfer-Haus war 2004 nicht das einzige Objekt, für das sich die Gemeinde interessierte. Als förderungswürdiges Leader-Projekt im Rahmen des Integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK), das die damalige kommunale Allianz Henneberger Frankenland hatte erstellen lassen, war die Ortskernrevitalisierung Nüdlingens ins Programm genommen worden. Das Schäfersche Eckhaus, dessen damals leer stehendes Nachbargrundstück in der Raiffeisenstraße sowie ein Grundstück auf der anderen Mühlgassen-Seite wurden von Fachleuten zur Wiederbelebung des Ortskerns überplant. Doch der Plan ging nicht auf. Haus 17 in der Raiffeisenstraße wurde von Peter Kraus gekauft und für Tochter Nadine hergerichtet, die heute darin wohnt. Auf dem anderen Grundstück wurde 2009 der Henneberger Platz eingeweiht. Übrig blieb das nur 300 Quadratmeter große Schäfersche Grundstück. Eine großflächige Überplanung war nicht mehr möglich. Hofmann: "Der alte Plan war somit hinfällig."
Inzwischen sind zwölf Jahre vergangen, die Prioritäten der Verwaltung haben sich geändert. Im kommenden Haushaltsjahr 2017 steht die Sanierung der Ortsdurchfahrt B 287 und damit auch die Generalsanierung der Kanalisation auf dem Plan. Außerdem soll die Schlossbergschule saniert werden.


Junges Leben in den Ortskern

Doch das Schäfer-Haus sei nicht vergessen, versichert Bürgermeister Hofmann. "Wir werden uns im Gemeinderat jetzt neue Gedanken machen müssen und dabei sorgsam mit dem Bestand umgehen." Eine Wiederbelebung durch junge Bürger hätte nach Hofmanns Vorstellungen erste Priorität. "Es gibt doch nichts Besseres als junges Leben im Ortskern." Allerdings gibt er gleichzeitig zu bedenken, dass die Straßenecke doch recht eng bebaut und für Autofahrer schlecht einsehbar ist.
Zu klären wäre auch, ob es momentan zur Umsetzung von Ideen überhaupt Fördermittel gibt. Denn erst dann macht es für die Gemeinde Nüdlingen Sinn, sich mit dem alten Schäfer-Haus in der Mühlgasse näher zu befassen.
<%TBR from="editor">


Das Haus soll stehen bleiben

Nachbarin Nadine Kraus würde am liebsten alles so lassen, wie es ist. "Ich möchte, dass das Haus stehen bleibt." Ihr Vater Peter sieht es genauso: "Dieses Urige, so wie es früher war, sollte doch erhalten bleiben."
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren