Bad Kissingen
Geschichte

Nimmermüder Bewahrer der Geschichte

Seit 18 Jahren beschäftigt sich Werner Eberth mit den Schlachten im Deutschen Krieg, die in und um Bad Kissingen stattgefunden haben.
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Werner Eberth stellt im Landratsamt sein Buch zum Deutschen Krieg von 1866 vor.  Foto: Markus Klein
Werner Eberth stellt im Landratsamt sein Buch zum Deutschen Krieg von 1866 vor. Foto: Markus Klein
"Beim Kampf um Schloss Aschach", erzählt Werner Eberth mit leuchtenden Augen, "meldete sich ein einarmiger Zivilist freiwillig für die Verteidigung." Denn das preußische Heer belagerte am 10. Juli vor 150 Jahren das Schloss der bayerischen Truppen während des Deutschen Krieges. Der Einarmige stellte sich als erstaunlich guter Schütze heraus, obwohl andere für ihn Nachladen mussten. Schließlich gewannen aber die Preußen das Gefecht.
Als beteiligter Zivilist drohte dem Einarmigen laut Eberth ein schlimmerer Umgang, als wenn er Soldat gewesen wäre. "Doch er zog sich eine Schürze um und schenkte den preußischen Besatzern Bier aus. So haben die ihn nicht erkannt und er kam davon", sagt Eberth und lacht.


Geschichte als Passion

Wenn der 80 Jahre alte Mann solche Anekdoten erzählt, merkt man ihm die Begeisterung für die Geschichte des Landkreises an - auch nach dem inzwischen fünfundzwanzigsten Buch. "Der deutsche Krieg von 1866 im Landkreis Bad Kissingen" heißt Eberths neues Werk, das er gestern im Landratsamt Bad Kissingen vorstellte.
Das Amt kennt er gut, seit 1970 geht er dort ein und aus. Neben seiner Stelle als Oberregierungsrat widmete er sich vielen Sonderaufgaben. Unter anderem war er zehn Jahre lang Kulturreferent. Zudem war er Geschäftsführer der Freunde des Fränkischen Theaters Maßbach und Begründer des Vereins der Freunde der Trimburg. Nach seiner Pensionierung wurde er Kreisheimatpfleger. Noch immer ist er dort ehrenamtlich tätig. Auch saß er 18 Jahre lang im Stadtrat und war fünf Jahre lang Stadtheimatpfleger.


Bewahrung und Pflege

Neben diesen vielfältigen Aufgaben widmet er sich bis zum heutigen Tag seiner Passion, der Geschichte des Landkreises, in zahlreichen Veröffentlichungen. "Eine wichtige Aufgabe", betont Landrat Thomas Bold bei der Buchvorstellung, "denn wenn die Geschichte nicht bewahrt wird, geht sie irgendwann verloren." Der Landrat lobte das Engagement von Eberth, nicht nur um die schriftliche Bewahrung der Historie, sondern auch um die Pflege und Restaurierung der Gräber aus der Zeit des Deutschen Krieges. Hier hatte sich jüngst auch die Stadt Bad Kissingen engagiert.
Denn am 10. Juli gibt es eine Gedenkfeier zur Schlacht um Bad Kissingen vor 150 Jahren. Auch in diesem Rahmen wird Eberth, der sich bereits seit 1998 mit dem Thema beschäftigt, dabei sein. So hält er am 8. Juli einen Vortrag in Hausen und bietet am Tag darauf eine Führung über den Kapellenfriedhof an. Ist dies nun das letzte Thema?
"Drei Buchideen habe ich noch", antwortet Eberth verschmitzt. "Ich versuche ja ihn zu bremsen", wirft seine Frau lachend ein, "aber es hilft nichts."

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