Untererthal
Konzert

Nicht nur der Nachwuchs wusste zu begeistern

Es ist wie eine Leistungsschau guten Musizierens: Die Untererthaler Musikanten zeigten bei ihrem Frühlingskonzert, dass sie über eine feste Basis versierter Musiker, gut geschulten Nachwuchs, einen erfahrenen Dirigenten und ein breit gefächertes Repertoire verfügen.
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Musikalischer Nachwuchs in Untererthal: Nach eineinhalb Jahren wechseln die Mitglieder der Bläserklasse in die Jugendkapelle.  Foto: Ehling
Musikalischer Nachwuchs in Untererthal: Nach eineinhalb Jahren wechseln die Mitglieder der Bläserklasse in die Jugendkapelle. Foto: Ehling
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Den Auftakt machte die Bläserklasse, gebildet aus jungen Musikern aus Untererthal, Diebach und Obererthal, die seit eineinhalb Jahren zusammenspielen und "Fleiß und Disziplin zeigen - zumindest bei den Auftritten", wie Dirigent Helmut Schäfer humorig formulierte. "Bruder Jakob" und When the Saints" mögen zu den "Standards" von Bläserklassen gehören.
Ungewöhnlich allerdings die englische Nationalhymne "God save the Queen" - die den Youngstern wohl hold zugewinkt hätte.

Die Mitglieder der Bläserklasse dürfen im Jugendorchester weiterspielen, denn am 10. Mai will Schäfer eine neue Bläserklasse gründen, in der Übrigens auch Erwachsenen das Mitspielen erlaubt ist. Es gibt durchaus "Späteinsteiger", die den Mut haben, dieses Experiment zu wagen. Dazu gehört Helena Popp, die Gattin des Vereinsvorsitzenden Tobias Popp. "Mit 30 Jahren stieg ich in den Einzelunterricht beim Förderverein ein und konnte nach rund einem halben Jahr in der Jugendkapelle mitspielen", erinnert sich die Mutter von zwei Kindern, die sich unter den Youngstern "akzeptiert" fühlt, wie sie betont. Erstes Ziel der Oberstabsärztin der Bundeswehr ist die D1-Prüfung, das bronzene Leistungsabzeichen auf dem Tenorhorn. "Ich will aber auch noch das silberne und das goldene Leistungsabzeichen absolvieren und dann im Hauptorchester der Untererthaler Musikanten mitspielen", unterstreicht sie.

Ein gelungenes Experiment stellte der gemeinsame Vortrag der Bläserklasse und der Jugendkapelle dar, der mit Werken des Komponisten-Trio Frank, Hummel und Whistler gespickt war. Der beeindruckende Indian Dance "Brave and Bold" sei hier als Beispiel genannt.

Die Jugendkapelle intonierte Titel mit dem Schwerpunkt Rhythmus. Ein weit gestecktes Feld musikalischer Genres präsentierte das Hauptorchester, das "Kings Tower" von Joe Grain alias Franz Watz, die ungarische Fantasie "Paprika" oder Sousa's Militärmarsch "Hands across the sea" bearbeitete. Doch auch Polkas, ein Filmmusik-Medley - bei dem das Publikum mit raten durfte - und die "Goldenen zwanziger Jahre" waren zu hören. Insbesondere ein Charlestone-Potpourri mit den oft simplen Texten, wie "Wer hat den Käse zum Bahnhof gerollt" oder "Ich hab das Fräulein Helen, baden geseh'n" sorgte - wie einst - für Stimmung. Unterhaltung bei fränkischer Volksmusik ließ den Abend ausklingen.
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