Bad Kissingen
Jahresversammlung

Neuwahlen mit Hindernissen bei den Kissinger Wölfen

Das zukünftige Schicksal der Bad Kissinger Eissporthalle war das Thema der in dieser Woche durchgeführten Jahresversammlung des Kissinger Eishockeyclubs.
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Die Vorstand des Kissinger Eishockeyclubs ist vollzählig: Schriftführer Sven Wedler (von links), Vorsitzender Michael Rosin, stellvertretender Vorsitzender Ralph Kiesel und Kassier Daniel Wehner.  Foto: Peter Rauch
Die Vorstand des Kissinger Eishockeyclubs ist vollzählig: Schriftführer Sven Wedler (von links), Vorsitzender Michael Rosin, stellvertretender Vorsitzender Ralph Kiesel und Kassier Daniel Wehner. Foto: Peter Rauch
Zuweilen allerdings glich die Versammlung, zu der gut 30 der insgesamt über 180 Mitglieder erschienen waren, mehr einer Pokerpartie.

"Vor der Saison 2016/17 sei man ins kalte Wasser geschmissen worden und könne froh sein, dass man überhaupt spielfähig war", so begann Vorsitzender Michael Rosin seinen kurz gehaltenen Rückblick. "Aber, es war eine affengeile Saison mit sportlichem Aufstieg in die Bayernliga, und dank der tollen Fankultur konnte auch eine beträchtliche Schuldenreduzierung erreicht werden", betonte der Funktionär weiter. Allerdings folgte dann gleich der nächste Tiefschlag, denn die vom Bayerischen Eishockeyverband festgesetzten Durchführungsbestimmungen seien für die Kissinger Wölfe nicht leistbar.


70 000 Euro Altlasten

Dies beeinflusse natürlich auch Sponsorengelder (knapp 50 000 Euro in der letzten Saison) und den Abschluss von neuen Spielerverträgen. In diesem Zusammenhang ließ Rosin auch wissen, dass ein weiterer Prozess, diesmal vor dem Arbeitsgericht gegen den EC-Kissingen anhängig ist. Ein Spieler, der von einem seiner Vorgänger unter Vertrag genommen wurde, klage nun auf Bezahlung, obwohl er nie für die Wölfe aktiv wurde und nie in Kissingen war.

Zwar hätten sich die Eintrittsgelder in den letzten vier Jahren so gut wie vervierfacht, dennoch stünde der Verein mit einer Altlast von rund 70 000 Euro da, die der Verein, am besten nach Vergleichen, abstottern will. Entweder weitermachen wie bisher, oder Insolvenz anmelden und den Verein auflösen, so stellte sich Rosin die Zukunft vor, die aber abhängig sei vom Investor der Spielstätte, den Sponsoren und der Nachwuchswerbung.


Votum fürs Weitermachen

Weil alle Anwesenden für ein 'Weitermachen' votierten, ging auch die Neuwahl recht flott über die Bühne. Einstimmig wurde Michael Rosin als Vorsitzender wiedergewählt, für den Stellvertreterposten stellten sich mit Daniel Wehner und Ralph Kiesel gleich zwei Kandidaten zur Verfügung. Mit knappem Vorsprung siegte Daniel Wehner. Er war für eine gute halbe Stunde auch der stellvertretende Vorsitzende des EC-Kissingen. Als die Frage nach dem Kassier aufkam, gab es keinen Kandidaten, der bisherige Amtsinhaber möchte sich lieber dem Eishockey-Nachwuchs widmen. "Wenn kein Kassier gewählt wird, werde ich morgen die Insolvenz des Vereins anmelden", ließ daraufhin Michael Rosin wissen und bot eine Denkpause an. Mit Billigung der Versammlung trat der erst vor wenigen Minuten gewählte Daniel Wehner von seinem Amt zurück, um sich als Kassier anzubieten.
So wurde nochmals zur Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden aufgerufen - diesmal erhielt Ralph Kiesel die volle Stimmenzahl, gleiches geschah mit Daniel als Kassier. Schriftführer blieb Sven Wedler.

Der Verein kann zumindest einen kompletten Vorstand, und mit Haßfurt, für insgesamt vier Mannschaften eine Spielergemeinschaft vorweisen, bei denen zwei die Kissinger, wie vom Verband gefordert, federführend sind. Was weiter mit der Eishalle geschieht, blieb zumindest bei dieser Vereinsversammlung wieder einmal offen.
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