Ebenhausen

Neue Flurkarte für Ebenhausen

Für Ebenhausen liegt jetzt eine fast auf den Zentimeter exakte, digitale Flurkarte vor. Im historischen Ortskern war die Vermessung für die Fachleute außergewöhnlich schwierig.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vergleichen die Neufassung des Katasters mit früheren Planwerken: Die Feldgeschworenen Ludwig Hilpert (von links, sitzend) Fridolin Schubert und Manfred Greubel sowie (stehend, von links) Bernhard Simon vom Vermessungsamt, Altbürgermeister Siegfried Erhard, Bürgermeister Franz Kuhn, Konrad Unsleber (Leiter des Vermessungsamts Bad Kissingen) sowie die Feldgeschworenen Alfred Schubert und Günther Kuhn.  Foto: S. Geiger
Vergleichen die Neufassung des Katasters mit früheren Planwerken: Die Feldgeschworenen Ludwig Hilpert (von links, sitzend) Fridolin Schubert und Manfred Greubel sowie (stehend, von links) Bernhard Simon vom Vermessungsamt, Altbürgermeister Siegfried Erhard, Bürgermeister Franz Kuhn, Konrad Unsleber (Leiter des Vermessungsamts Bad Kissingen) sowie die Feldgeschworenen Alfred Schubert und Günther Kuhn. Foto: S. Geiger
Abgeschlossen ist die Katasterneuvermessung für den Altort Ebenhausen. Bei einem kleinen Festakt überreichte der Leiter des Vermessungsamtes Bad Kissingen, Konrad Unsleber, das Dokument an Bürgermeister Franz Kuhn (BBO). Bis auf kleinere Liegenschaften in Rottershausen verfügt jetzt die Gemeinde über einen modernen, hochgenauen Kataster.


Konrad Unsleber erinnerte an die Vereinbarung, die Gemeinde und Vermessungsamt im Dezember 2008 unterzeichneten, um im Altort Ebenhausen alle Eigentumsgrenzen festzustellen und abzumarken sowie alle Gebäude einzumessen. Ziel war es, den etwa 150 Jahre alten graphischen Kataster durch ein neues, exaktes Werk zu ersetzen.

"Verloren gegangene Grenzzeichen wurden wieder hergestellt, nicht abgemarkte Grenzen ermittelt, Eigentum gesichert und damit Rechtsfrieden geschaffen. Häufig stimmten im Altort Ebenhausen wegen früherer Bauvorschriften Besitz und Eigentum nicht überein. Die Eigentümer hatten Gelegenheit, baurechtswidrige Zustände wie Überbauungen unbürokratisch und kostengünstig zu beseitigen, Grenzen zu begradigen und den Besitzstand anzupassen", erläuterte Unsleber die Maßnahme.

Eine Sisyphusarbeit sei es für seine Mitarbeiter unter Bernhard Simon gewesen, die einzelnen Grenzpunkte aufzuspüren. Beispielsweise sei die einstige Stadtmauer in den Bau von Scheunen oder Nebengebäuden einbezogen worden. Nutzungsarten hätten sich geändert. Jetzt seien fast zentimetergenau Grenzen, Gebäude, Straßen, Nutzungen, Gewanne und Gewässer erfasst. Die Flurstücksflächen wurden neu berechnet bzw. berichtigt. Entstanden ist dazu ein hochwertiger Zahlenkataster, eine digitale Flurkarte, die der herkömmlichen Papierkarte den Rang abgelaufen hat.

"Die Gemeinde hat unter dem damaligen Bürgermeister Siegfried Erhard diese Chance für eine Neuvermessung vor Jahren erkannt und die Möglichkeiten einer hohen Förderung genutzt", lobte Unsleber. Mit entsprechenden Anwendungsprogrammen lassen sich beliebig gewählte Entfernungen wie Grenzabstände zu Gebäuden oder Grenzlängen und Flächeninhalte ableiten. Die Gemeinde könne das geographische Informationssystem bei Aufstellung von Bauleitplänen, Ausweisung von Schutzgebieten, Aufstellung von Leitungskatastern für Ver- und Entsorgungsleitungen einsetzen. So könne bei einem Rohrbruch zum Beispiel schnell der Defekt gefunden werden und man wisse gleich, welche Schieber zu schließen sind. Die digitale Flurkarte eröffne auch der Feuerwehr neue Möglichkeiten. Sie erhalte zum Beispiel Infos über Fahrbahnbreiten und Hydrantenanschlüsse.


Laufend fortgeführt

"Genauso wichtig wie Erstellung ist die laufende Fortführung des Katasters. In der Regel halbjährlich stellen wir der Gemeinde sämtliche Änderungen zur Verfügung, damit sie mit aktuellem Datenmaterial arbeiten kann. Tagesaktuell ist es zusätzlich möglich, über Internet die Flurkarte abzurufen, um beispielsweise Bauwilligen einen Liegenschaftskataster als Bauvorlage auszuhändigen", erklärte Unsleber die neuen Möglichkeiten.

Die aufwandsbezogenen Kosten beliefen sich auf 63 900 Euro. Von denen musste die Gemeinde nur 11 300 Euro übernehmen. Die staatliche Förderung machte 52 600 Euro bzw. gut 82 Prozent aus. Der überaus hohe Zuschuss resultiert aus den besonderen Schwierigkeiten bei der Vermessung im alten Ortskern mit seiner großen historischen Bedeutung.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren