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Bad Kissingen
Gebäude

Neue Fassade für die Lindesmühle

Die Außenwand wird für eine halbe Million Euro erneuert. Für den letzten Bauabschnitt fehlt momentan das Geld, betroffene Bereiche werden gesperrt.
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Jürgen Kober erklärt, wie die Fugen in der Buntsandstein-Fassade der Lindesmühle erneuert werden.  Fotos: Benedikt Borst
Jürgen Kober erklärt, wie die Fugen in der Buntsandstein-Fassade der Lindesmühle erneuert werden. Fotos: Benedikt Borst
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Der Buntsandstein ist abgestrahlt. Der brüchige Mörtel zwischen den einzelnen Steinen wird Fuge für Fuge entfernt und durch neues Material ersetzt. Seit gut zwei Jahren wird die Fassade der Lindesmühle in Stand gesetzt, derzeit läuft der zweite Bauabschnitt. Das Gestein war zum Teil sehr porös, berichtet Hans Bauer vom städtischen Hochbau. "Wir hatten vor einigen Jahren einen Schaden bei einem Sturm. Wir mussten etwas machen", sagt er. Bei dem Unwetter damals brach ein großer Gesteinsbrocken aus dem Dach und stürzte auf ein im Innenhof abgestelltes Auto.


Kein Geld für letzten Bauabschnitt

In dem denkmalgeschützten Gebäude ist der städtische Servicebetrieb untergebracht. Mehr als 2000 Quadratmeter Fassade werden für eine halbe Millionen Euro erneuert. An der Rückseite der Lindesmühle entlang der Saale ist die Instandsetzung abgeschlossen. Die Arbeiten im Innenhof werden in diesem Jahr fertig. Momentan wird dort die Außenwand des Turms und des Gebäudetraktes mit den Sozialräumen saniert.

Einzig der letzte Bauabschnitt an der Fassade zum ehemaligen Wertstoffhof wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. "Der dritte Bauabschnitt wurde vorerst zurückgestellt", berichtet Bauamtsleiter Jan Voll. Die dafür notwendigen 200 000 Euro sind momentan nicht im aktuellen Haushalt berücksichtigt. Wenn nicht saniert wird, muss ein Teil des Servicebetriebs gesperrt werden. Das klingt allerdings dramatischer, als es eigentlich ist. "Statische Probleme haben wir keine. Es geht rein um die Verkehrssicherungspflicht, um die Mitarbeiter zu schützen", betont Voll. Laut dem Leiter des Servicebetriebs Jürgen Kober ergeben sich aus der Sperrung keine wesentlichen Einschränkungen für die alltägliche Arbeit.


Konzept für Servicebetrieb

Bleibt der Servicebetrieb langfristig in der grundsätzlich sanierungsbedürftigen Lindesmühle oder wird irgendwann ein Umzug an einen neuen Standort fällig? Vor Jahren liebäugelte die Stadt mit einem Neubau am Wertstoffhof, nahm aus Kostengründen jedoch davon wieder Abstand. Die Stadt erstellt derzeit ein Konzept, um die Standortfrage für die Zukunft entscheiden zu können. "Wir sind gerade in der Grundlagenermittlung", sagt Voll. "Es muss geklärt werden, welche Aufgaben der Servicebetrieb in 20 bis 30 Jahren anbieten soll", erläutert Kober. Es geht beispielsweise darum zu entscheiden, wo Fremdvergaben für die Stadt wirtschaftlicher sind und wo mit eigenen Mitarbeitern qualitativ bessere Leistungen angeboten werden sollen.


Zulauf von Lost-Place Fotografen

Nur ein Teil der Gerätschaften und der Maschinen ist in der Lindesmühle untergebracht. Der Servicebetrieb nutzt seit einiger Zeit den benachbarten und seit Jahren leerstehenden Schlachthof als Lager. Maschinen, die sonst im Freien stehen müssten, haben hier ein Dach über dem Kopf. "Für uns ist das als Lager sehr wertvoll", sagt Kober.

Ansonsten ist unklar, wie es mit dem Schlachthof weitergeht. Der Stadt fehlt das Geld für die Sanierung, das Bauamt kümmert sich um den nötigsten Unterhalt. So wurde vergangenes Jahr der marode Kaminkopf auf dem Dach für 35 000 Euro erneuert. Weil die Maßnahme denkmalpflegerisch wertvoll war, wurde sie mit rund 4000 Euro bezuschusst.

Der unmittelbare Bereich am Gebäude ist wiederum aus Verkehrssicherungsgründen abgesperrt. "Putz löst sich ab. Wir haben aber kein statisches Problem", berichtet Hans Bauer vom Hochbau. Im Dachbereich sind Schilfrohrmatten angebracht, die als Träger für den Putz dienen. "Die sind einfach am Ende", meint er.
Das Interesse von Investoren für das Gebäude hält sich derzeit in Grenzen. Anfragen kommen vor allem von Lost-Place Fotografen, die die besondere Atmosphäre in der Ochsenkathedrale auf Bild festhalten wollen. Laut Stadt nehmen die Anfragen überhand. Das Betreten wird den Fotografen nicht gestattet wegen der baulichen Mängel und weil es als Betriebsgelände genutzt wird. "Es müsste immer ein Mitarbeiter dabei sein. Das ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich", sagt Pressesprecher Thomas Hack.


Zum Servicebetrieb

Mitarbeiter Im Servicebetrieb sind derzeit 79 Mitarbeiter und vier Auszubildende beschäftigt. Der Fuhrpark besteht aus 90 Fahrzeugen mit Anbaugeräten etwa für den Winterdienst.

Aufgaben Zum Servicebetrieb gehört der Bereich Abfall einschließlich Wertstoffhof, Müllabfuhr, Problemmüll- und Grüngutsammlungen. Die Gärtnerei betreut rund 100 Hektar städtische Grünanlagen, Friedhöfe, Sport- und Spielplätze. Der Bauhof übernimmt Straßenreinigung und Winterdienst auf städtischen Straßen sowie den Service für städtischen Veranstaltungen. Die Kfz-Werkstatt kümmert sich unter anderem um den Fuhrpark der Stadt.

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