Die Tage des Sinnberg-Kindergartens im Kliegl-Park sind gezählt. Auch wenn der Tag noch nicht feststeht, an dem die Abrissbirne anrückt. Auf jeden Fall wird bis Ende 2013 an gleicher Stelle ein neuer Kindergarten gebaut - bevor das Zuschussprogramm zur Einrichtung von Krippenlätzen ausläuft. Das haben jetzt Dekan Thomas Keßler, Vorstand der Theresienspitalstiftung, und Verwalterin Michaela Atzler mitgeteilt.
Das Projekt ergibt sich, so Keßler, aus dem Stiftungszweck, soziale Projekte in der Stadt zu fördern: "Da können wir mal wieder Flagge zeigen." Wobei das nicht der einzige Grund ist. Ausgangspunkt für die Entscheidung ist zum einen, dass der Sinnberg-Kindergarten zu einem unwirtschaftlichen Sanierungsfall geworden ist, sodass ein Neubau unter dem Strich günstiger kommt. Zum anderen würde die Schaffung von Krippenplätzen im Kliegl-Kindergarten bedeuten, dass das gerade renonierte Gebäude wieder zur Baustelle würde: "Das wollen wir der Stadt nicht zumuten."
So entstand die Idee einer Zusammenarbeit der beiden Kindergartenbetreiber, des Diakonsucne Werkes Schweinfurt und der Katholischen Kirchenstiftung Herz Jesu. Die Theresienspitalstiftung errichtet das neue Gebäude und vermietet es dann an die beiden Organisationen.
Geplant ist eine Anlage mit drei Flügeln für Kindergarten, Krippe und Hort und einem Mehrzweckraum mit eigener, abtrennbarer Infrastruktur - und alles barrierefrei. Das bedeutet einen dreigruppigen Kindergarten mit 75 Plätzen, eine Krippe mit 24 Plätzen und einen Hort mit 30 Plätzen. Atzler: "Der Vorteil der neuen Horts ist, dass er näher an den Schulen ist.
Für den Neubau der Anlage sind 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Der Zuschuss der Regierung von Unterfranken kann zwische 60 und 75 Prozent liegen. Keßler: "Da laufen im£ Moment die Verhandlungen. Den Rest müssen die Stadt und die Theresienspitalstiftung aufbringen. Das Diakonische Werk Schweinfurt übernimmt die Abrisskosten des alten Gebäudes.
"Wir liegen gut im Rennen", betont Keßler, der von einer Bauzeit von einem Jahr ausgeht. Die ersten Gespräche sind geführt. Die Stadt wird demnächst den Bauantrag einreichen. Mit der Anton-Tiberius-Kliegl-Stiftung, der Eigentümerin des Parks, muss über eine Modifizierung des Erbpachtvertrags gesprochen werden. Keßlers Ansprechpartner ist da: Stiftungsvorsitzender Dekan Keßler. Das sollte funktionieren
Und dann muss noch ein Problem gelöst werden: Wo können die 100 Kinder für ein Jahr untergebracht werden? Da scheinen die Verhandlungen der Diakonie kurz vor dem Ziel zu sein. Das Sommerfest ist jedenfalls das letzte am alten Ort. Thema: "Baustelle"

Die Theresienspitalstiftung

Geschichte Die Theresienspitalstiftung wurde 1839 von der bayerischen Königiin Therese, der Frau von Ludwig I. rechtskräftig gegründet. Zweck der Stiftung waren die Errichtung und der Betrieb eines Spitals für Dienstboten und bedürftige Kissinger. Erster Standort war an der Ecke Maxstraße/Spitalgasse. 1895 zog das Krankenhaus in das heutige Gebäude an der oberen Maxstraße. In der Folge der Gesundhaitsreform wurde das Krankenhaus 2005 geschlossen und als Senioren- und Pflegeheim an die Diakone Schweinfurt verpachtet.

Führung Dem Vorstand gehören laut königlicher Satzung der katholische Stadtpfarrer, der Vorstand der Gemeindeverwaltung (heute: Oberbürgermeister) und der Landgerichtsarzt (heute Leiter des Gesundheitsamts) an.

Kapital Die Stiftung verfügt über ein festgelegtes Kapital von 4,25 Millionen Euro. Einnahmen erzielt sie aus Zinsen, direkten Spenden, Vermietungen und Verpachtungen.

Förderungen Die Stiftung engagiert sich finanziell derzeit im Nachtdienst der Caritas, in der Betreuung der Hortkinder, beim "SchülerInnencafé", in der Sozial- und Migrantenarbeit, bei der Caritas Sozialstation und in weiteren Projekten. ta