Herablassung ist ihm fremd. "Stilvolle Unterhaltung mit einem Hauch von Glamour", so beschreibt "Rudolph Moshammer" alias Manfred Felber seine Auftritte als Double des 2005 unter tragischen Umständen ums Leben gekommenen Münchner Modeschöpfers. Seit 2005 ist er etwa 20 bis 30 Mal pro Jahr als Mosi unterwegs. Und er ist Top: Seit ihn eine große Boulevardzeitung unter 728 Bewerbern als bestes Moshammer-Double auserkoren hat, macht ihm diesen Titel niemand ernsthaft streitig.
Als ihn der Bayerische Rundfunk bat, bei der Show "Franken sucht den Supernarr" mitzumachen, "habe ich gerne zugesagt", sagt Felber,"obwohl ich mich natürlich nicht als Faschings-Clown sehe." Ballermann- und Humba-Humba-Humor ist dem 71-Jährigen fremd. Mosi singt: "am liebsten Songs von Frank Sinatra, Peter Alexander oder Harald Juhnke - aber mit eigenem Text." Insofern bildet seine Bühnenshow einen Kontrast im Rahmen des BR-Wettbewerbs.
Mosis Auftritte beginnen eigentlich schon vor dem Auftritt. Seine Frau Renate sogt für Garderobe und Schminke. "Das alles ist aufwendig", sagt sie, materiell wie vom Arbeitsaufwand her. "Mosi trägt keine Hemden für 19,80 Euro und auch die teuren Hemden sind schnell mit Schminke verfärbt." Die gelernte Visagistin weiß genau, wie sie ihren Mann in den Modeschöpfer verwandelt: "Für das Gesicht brauche ich etwa eine Stunde, die Augen sind das Wesentliche, da ist volle Konzentration angesagt."
Zu seinen Show-Terminen gelangt Felber mit einem schwarzen Opirus, einer südkoreanischen Kia-Limousine, die einem Rolls Royce nicht unähnlich sieht. Selbstverständlich fährt er nicht selber, sein Freund Martin Renninger steckt zunächst zwei Standarten auf die Kühlerhaube und mimt sodann den Chauffeur. Wenn Mosi dann vorfährt, ist er schon ganz in seiner Rolle, das Publikum nimmt ihn nicht erst auf der Bühne wahr. Und er schafft es , sein Publikum in seinen Bann zu ziehen. "Meine Auftritte dauern eineinhalb bis zwei Stunden", sagt der Entertainer. Das ist sehr lang, wenn man alleine auf einer Bühne agiert - und nur mit einer gewissen Professionalität und guten Songs lassen sich die Zuschauer so lange begeistern. Mosis Konzept funktioniert. Seine Songs gehen ans Herz, die Rhythmen sind konventionell, Gesten und Mimik imitieren das großes Vorbild, persiflieren es aber nie. Manfred Felber hat große Achtung vor dem Modeschöpfer und dessen Lebensstil. Nie würde es ihm in den Sinn kommen, sich über Moshammer lustig zu machen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum das Double mit seiner feinen Art so gut ankommt.
Für den Super-Narr-Wettbewerb verbiegt er sich jedenfalls nicht: Seine Frau hat einen Faschings-Veitshöchheim-Text verfasst, er singt ihn zu einer Walzer-Melodie: sein Auftritt setzt nicht auf krachenden Brüll-Humor, sondern eher auf Schunkel-Massage, die auch ein bisschen die Seele berührt.


Supernarr Jede Menge Faschingstalente haben sich für die Casting-Show "Franken sucht den Supernarr" beworben. Nach zwei Halbfinals steht am heutigen Donnerstag abend fest, wer am 2. Februar ins Finale kommt. Dann wird entschieden, wer bei der legendären Faschingssitzung "Fastnacht in Franken" am 10. Februar vor einem Millionenpublikum auftreten darf.

Die Kandidaten des zweiten Halbfinals: Burkardröther Kindsköpf, Hembacher Britschen (Auf den Spuren von "Waltraud & Mariechen"), Manfred "Mosi" Felber, Lucky mit der "Quetschn", Alexander Göttlicher (kuriose Wortspiele auf Fränkisch), Peter Halbig ("Das Beste im Mann") und die Karlstadter Puppenkiste.

Heute ab 21.45 Uhr ist das zweite Halbfinale (das erste hat bereits stattgefunden) im BR zu sehen.

Das Juroren-Team besteht aus dem Kabarettisten Martin Rassau ("Waltraud und Mariechen"), dem Veitshöchheimer Sitzungspräsidenten Bernd Händel und der BR-Moderatorin Katja Wunderlich. jr