Nach Bekanntwerden seiner früheren Fehltritte hat ein 59 Jahre alter Priester im Bistum Würzburg sexuelle Kontakte zu einem minderjährigen Jugendlichen gestanden. Wie das Bischöfliche Ordinariat am Sonntag weiter mitteilte, hat der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann den Geistlichen mit sofortiger Wirkung von dessen Aufgaben entbunden und in den Ruhestand versetzt. Bischof Hofmann folge damit den 2010 überarbeiteten Leitlinien der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche.

Im strafrechtlichen Sinne verjährt


Die entsprechenden Anschuldigungen waren bei Prof. Klaus Laubenthal eingegangen - der Jura-Professor an der Würzburger Universität ist auch Ansprechpartner der Diözese Würzburg für Opfer sexuellen Missbrauchs. Dieser habe den Bischof und dessen Generalvikar Karl Hillenbrand am vergangenen Montag informiert. "Da die Vorwürfe knapp 30 Jahre zurückliegen, sind sie im strafrechtlichen Sinne verjährt", sagte Laubenthal laut Mitteilung des Ordinariats. Der Beschuldigte habe am vergangenen Donnerstag in einem Gespräch mit Hillenbrand und Laubenthal die Vorwürfe eingeräumt.

Der 59 Jahre alte Priester im Landkreis Main-Spessart stelle sich "in vollem Umfang" seiner Verantwortung für die damaligen Vorfälle. "Ich bin bereit, die Konsequenzen zu tragen, wenn diese für mich auch äußerst gravierend sein werden. Ich habe schon damals mein Fehlverhalten zutiefst bedauert und in einer Psychotherapie dieses Übel aktiv und bewusst aufgearbeitet", schrieb der Priester nach Ordinariatsangaben in einem persönlichen Brief an seine Pfarrgemeinden. Diesen Brief habe Generalvikar Hillenbrand am vierten Adventssonntag bei den Gottesdiensten in den betroffenen Gemeinden verlesen. dpa