Bad Kissingen

Meldung bringt Frauen oft nichts

Bei der Arbeitslosenquote gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau. Verheiratete Frauen und Mütter melden sich oft nicht bei der Arbeitsagentur.
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Frauen versprechen sich oft nichts davon, sich offiziell bei der Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden. Foto: Archiv
Frauen versprechen sich oft nichts davon, sich offiziell bei der Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden. Foto: Archiv
Arbeitslose Männer, arbeitslose Frauen. Die Arbeitslosenquote ist einer der sozial bedeutendsten wirtschaftlichen Indikatoren. Denn arbeitslos zu sein, gehört heute zu den größten Armutsrisiken. Und in einer Gesellschaft, in der sich der Mensch häufig über seine berufliche Tätigkeit definiert, wird vor allem Langzeitarbeitslosigkeit häufig auch zu einem psychischen Problem.
Unter dem Gender-Aspekt sind die Quoten zugleich ein Indikator für die unterschiedlichen Lebensverhältnisse. Der Kreis Bad Kissingen hatte zuletzt eine Männerarbeitslosenquote von 3,6 Prozent, die der Frauen erreichte 4,2 Prozent. Die entsprechenden statistischen Bundeswerte lagen bei 6,8 (Männer) und 6,6 Prozent (Frauen).
Als Arbeitslos gilt, wer beim Arbeitsamt gemeldet ist und für die Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht. Tatsächlich dürfte die Zahl der Arbeitssuchenden ohne Arbeitsplatz etwas höher liegen, da sich manche Arbeitssuchende vom Weg zum Arbeitsamt keine Vorteile versprechen. Das gilt nicht zuletzt auch für viele verheiratete Frauen und Mütter.
Die gemeldeten Arbeitslosen in Relation gesetzt zu allen Erwerbspersonen (einschließlich Selbständige und mithelfende Familienangehörige) ergibt schließlich die Arbeitslosenquote.
Mit 4,2 Prozent lag die Frauenarbeitslosenquote im Kreis Bad Kissingen zuletzt etwas höher als die der Männer. Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre hat sich die Frauenarbeitslosenquote hier von 5,2 im Jahr 2009 auf nunmehr 4,2 Prozent verringert. Die der Männer lag im Jahr 2009 hier noch bei 4,9 Prozent und Ende 2014 nun bei 3,6 Prozent.
Die Unterschiede zwischen Ost und West sind auch gute 25 Jahre nach der Wiedervereinigung groß. So hat der Westen eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 6 Prozent der Osten von knapp 10 Prozent.
Dabei sind Frauen in den östlichen Bundesländern nicht nur aus wirtschaftsstrukturellen Gründen stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen. Vielmehr waren hier bereits zu DDR-Zeiten deutlich mehr Frauen erwerbstätig als im Westen. Und der Wunsch nach einem Vollzeitjob ist hoch geblieben. Westdeutsche Frauen hingegen entscheiden sich viel häufiger für ein Familienmodell mit dem Mann als Haupternährer und der Frau als Zuverdienerin mit familienbedingten Auszeiten und Teilzeitbeschäftigung. Aufgeschlüsselt nach Männern und Frauen waren im Bundesdurchschnitt Ende 2014 rund 6,6 Prozent der Frauen und 6,8 Prozent der Männer arbeitslos.
Im Kreis Bad Kissingen fiel die Frauenarbeitslosenquote mit 4,2 Prozent damit 2,4 Prozentpunkte niedriger aus als im Bundesdurchschnitt. Die hiesige Arbeitslosenquote der Männer lag mit 3,6 Prozent demgegenüber 3,2 Prozentpunkte darunter.

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