Bad Kissingen
Wildpark Klaushof

Mehr Wissen über die Tierwelt

Der Wildpark Klaushof ist ein außergewöhnlicher Lehr- und Lernort. Das zeigte sich auch beim Wildparkfest.
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Falknerin Alexa Feder-Meininghaus mit einem ihrer Tiere beim Wildparkfest. Fotos: Klaus Werner
Falknerin Alexa Feder-Meininghaus mit einem ihrer Tiere beim Wildparkfest. Fotos: Klaus Werner
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Bad Kissingen — Wo sieht man schon mal einen südamerikanischen Kordilleren-Adler aus einem Meter Entfernung, wenn er auf der Hand einer Falknerin sitzt, oder erlebt Waschbär, Pfau oder Reh nur eine Armlänge entfernt. Wo erlebt man die Natur nicht nur als Schönheit an sich, sondern auch verbunden mit Kaffee, Kuchen und Grillbratwürsten oder dem Wissen der Menschen, die mit der Natur sehr verbunden sind.
Der Wildpark Klaushof macht es möglich - und besonders beim Wildparkfest, das am Sonntag zahlreiche Familien anzog. Für Stadtförster Axel Maunz ist es ein funktionierender Dreiklang aus dem Förder-Verein, dem Bund Naturschutz und dem Lehrstuhl Biologie-Didaktik der Universität Würzburg, der den Wildpark Klaushof über kurz oder lang zur "Umweltbildungsstätte" werden lässt. Ein großer Schritt auf diesem Weg ist die Kooperation mit dem Lehrstuhl Biologie-Didaktik, für den der Klaushof mittlerweile außerschulischer Lehr- und Lernort ist. Was dies bedeutet, erläutert Axel Maunz so: "Im Grünen Klassenzimmer sind verschiedene Lernmaterialien vorrätig und die Studenten müssen z. B. eine Lerneinheit zum Thema Luchs mit einer 3. Jahrgangsstufe absolvieren, damit sie entsprechende ECTS-Punkte im Rahmen ihres Bachelor-Studiums bekommen." Koordiniert wird das Ganze durch eine Teilzeitkraft der Stadt, die die Verbindung zwischen den hiesigen Grundschulen und dem Lehrstuhl herstellt und sich im Rahmen der Unterrichtseinheit um die Lehrmaterialien kümmert. Geplant sind regionale Lehrerfortbildungen, so dass auch Lehrkräfte vor Ort mit ihren Schülern die Materialien nutzen können.
Dazu gehört für Maunz aber auch, dass er immer auf der Suche nach neuen Attraktionen für den Wildpark ist, die in das biologisch-didaktische Konzept passen. Diesmal war es die Greifvogelstation Mainfranken, die mit fünf Tieren und viel Informationen vor Ort war: ohne die übliche Kopfhaube und trotzdem stressfrei sitzen zwei Wüstenbussarde, ein Kordilleren-Adler, ein Turmfalke und ein Saker-Jagdfalke auf den Ansitzstangen. Während Alexa Feder-Meininghaus mit den Greifvögeln Flugvorführungen veranstaltet, informiert Ulrich Feder über die Tiere, die alle aus Züchterhand stammen. So sei das Abrichten vom Alter der Tiere abhängig und "nicht jedes Tier eignet sich für Flugvorführungen", meint er. Relativ schnell lernen die Tiere das Fliegen von Faust zu Faust, das mit einem frischen Happen belohnt wird. Dann entscheidet der Charakter des Vogels - "den man Lesen können muss" - über den Einsatz: entweder Vorführungen oder auf die Beiz gehen und Beute machen. Damit es nicht beim einmaligen Erlebnis bleibt, ist die Greifvogelstation Mainfranken ab kommendem Wochenende mit Flugvorführungen am Klaushof vertreten: jeweils am Samstag und am Sonntag um 11 Uhr bzw. um 13.30 Uhr zeigen die beiden Falkner auf der großen Freifläche, was ihre Greifvögel können.
Doch noch weitere interessante Stände gab es bei großen Rundgang: Michael Kirse und sein "Rhöner Umweltmobil" zeigten nicht nur einige präparierte einheimische Tiere, sondern boten auch sehr viel Wissenswertes zu den großen und kleinen Säugern. Daneben gab es eine Umweltstation für den kleinen Forscher, der dann mal untersuchen konnte, was in so einem Waldboden alles kreucht und fleucht. Das Umweltmobil des Biologischen Umweltnetzwerkes Rhön kann man für Schulklassen und Kindergärten buchen und unter fachmännischer Anleitung wird dann der Lebensraum Wasser oder Boden untersucht. Eher für die erwachsenen Gäste war der Stand der Bayrischen Staatsforsten ausgelegt. Da wurde der Wald nicht nur als Naturerlebnis, als Lebensraum oder als CO2-Speicher erklärt, sondern auch dessen wirtschaftliche Bedeutung dargelegt. Der Bund Naturschutz informierte zum Sinntal-Projekt "Biber" und warb für ein Grundschulprojekt, das in Grundschulen mit Geschichten rund um den Biber verbunden ist.
Für den Verein der Förderer und Freunde des Klaushofs war das Wildparkfest eine willkommene Gelegenheit für das 100. Mitglied zu werben. Darüber hinaus waren die Mitglieder aktiv in der Bewirtschaftung der Buden, damit die Gäste sich zwischen den einzelnen Aktionen stärken konnten.
"Gleichmäßig verteilt", lautete die Bilanz von Gudrun Heil-Franke auf die Frage nach der Resonanz - und so war an jeder Station genügend Platz für die Kinder und ihre Begleiter und es gab genügend Muse, um sich eine Maske der Waldgeister zu basteln oder einen Lorbeerkranz anzufertigen - natürlich aus Efeu, wie Kim aus Oberleichtersbach verbesserte, die bereits einmal am Unterricht im Grünen Klassenzimmer teilgenommen hat und dies mit einem Wort bewertete: "Prima!", sei es gewesen.

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