Bad Kissingen
Gesundheit

Mehr Lebensqualität im Alter

Der Kneipp-Verein legt sein Jahresprogramm vor. Dabei geht es um mehr als um Wassertreten.
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Koordination zwischen Händen und Füßen ist Teil des Ganzkörpertrainings beim Kneipp-Verein, rechts Kursleiterin Petra von Schoen. Foto: Werner Vogel
Koordination zwischen Händen und Füßen ist Teil des Ganzkörpertrainings beim Kneipp-Verein, rechts Kursleiterin Petra von Schoen. Foto: Werner Vogel
"Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?", fragte Petra von Schoen die Teilnehmer, die zum "Ganzkörpertraining unter Einbeziehung kognitiver Fähigkeiten" des Kneipp-Vereins in den Wintergarten des Burkardus Wohnparks gekommen waren. "Verlassen Sie gewohnte Denkmuster", ermunterte sie die Senioren, "die Ideen des Pfarrer Kneipp sind heute so aktuell wie vor hundert Jahren."
Die Übungsleiterin überzeugt die Senioren schnell von der ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge, die Körper, Geist und Sinne erfasst und führt ihnen vor Augen, dass es sich lohnt, auch seinen Geist zu trainieren, weil das Gehirn in der Lage ist, sich bis ins hohe Alter an Umgebungsbedingungen anzupassen.


Für die Autobahnen im Gehirn

"Beide Gehirnhälften sind miteinander verbunden, und wir trainieren jetzt, dass die Wege dorthin Autobahnen werden", feuert Petra von Schoen die Gruppe an. Mit einfachen Übungen ist die Scheu schnell überwunden, dann kommt Musik dazu, und es gilt gegenläufige Bewegungen mit Händen und Füßen auszuführen. Im Sitzen, im Stehen, im Gehen werden immer neue Anforderungen an die Koordination zwischen den einzelnen Gliedmaßen gestellt. Fingerspiele kommen hinzu und Gleichgewichtsübungen. Alle machen mit: "... nicht verzweifeln, wenn sich ein Knoten im Bein nicht lösen will", scherzt die Trainerin.
Überhaupt wird viel gelacht, die Wangen röten sich, der eine oder andere Pullover wird ausgezogen, die 90 Minuten vergehen wie im Flug, mit Klatschspielen im Stuhlkreis unter dem Motto "Ich bin topfit" geht eine Übungseinheit zu Ende, die viel mehr ist als Seniorengymnastik.
Das meint auch Rosa Schlotter aus Eltingshausen, die seit Gründung des Vereins 1996 dabei ist und kaum eine Veranstaltung versäumt: "In geselliger Runde etwas für die Gesundheit zu tun, das ist prima." Mit der Ermahnung: "Bleiben Sie neugierig", entlässt die Trainerin die Runde , und Kassier Werner Schweikhardt teilt noch das Jahresprogramm des Kneipp-Vereins aus, der im 20. Jahr seines Bestehens noch eine Reihe von Veranstaltungen für Körper, Geist und Seele nach den Grundsätzen des Wörishofener Gesundheitspfarrers anbietet.


Singen am Kneippbecken

Auch Nichtmitglieder sind eingeladen zu den gesundheitsfördernden Treffen, die immer am 2. Dienstag im Monat um 19 Uhr stattfinden.
Nach der Mitgliederversammlung am 12. April im Burkardus geht's hinaus ins Freie. Am 10 Mai zum "Gymwalken" in den Luitpoldpark, am 14. Juni wird mit Familie Seller am Kneipp-Becken gesungen, die salzhaltige Luft am Gradierbau unterstützt die Atemgymnastik, die der Vorsitzende des Vereins, Physiotherapeut Anton Seuffert, am 12. Juli anbietet, und nochmals in den Luitpoldpark geht's zur Venengymnastik mit Anna-Sophia Seuffert, bevor man sich am 11. Oktober im Burkardus mit Inge Schlereth bei Blütendüften und Tönen im Sinne von Hildegard von Bingen entspannt. Im November gibt's Gedichte und Geschichten rund um die Teezubereitung mit dem Samowar von Edmund Seller und Wolfgang und Maria Meurer.


Fünf Säulen

Zur Weihnachtsfeier treffen sich die 85 Mitglieder am 13. Dezember im Burkardus. Da wird auch Gründungsvorsitzende Dr. Dorothea Hildenbrand-Zierhut dabei sein, die sich freut, dass die von ihr angestoßene Entdeckungsreise zu den fünf Kneipp-Säulen Balance, Kräuter, Bewegung, Genuss und Wasser immer noch viele Freunde findet und meint: "Zu Kissingen gehört einfach ein Kneipp-Verein."
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