Laden...
Rottershausen
Festival

Mega-Party für Fans und Bands

Die Mischung macht's: Quer durch alle Musik-Genres wurde dem "Lutzi"-Publikum auf drei Bühnen allerhand geboten.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Wir sind positiv überrascht", freuten sich "Itchy" über eine noch schöner gewordene "Lutzi". Foto: Lukas Veth
"Wir sind positiv überrascht", freuten sich "Itchy" über eine noch schöner gewordene "Lutzi". Foto: Lukas Veth
+3 Bilder
Den gehörigen "Einstand" in die Mega-Party gab es am Freitagabend auf der Hauptbühne mit "Itchy", die nach 2013 erneut als Headliner nach Rottershausen kamen. "Wir haben sehr positive Erinnerungen an die Lutzi. Es war ein tolles Konzert vor sehr vielen Leuten. Es war ein sehr sympathisches Publikum", erinnern sie sich an den letzten Besuch, der mit einer fulminanten Aftershow-Party schloss.
"Heute sieht die Lutzi noch ein bisschen professioneller und noch schöner aus", sind sich die drei in Anbetracht der vielen neuen Details auf dem Gelände einig. Dem Trio aus Eislingen an der Fils wurde zu später Stunde ein grandioser Empfang beschert. Schon nach kürzester Zeit tobte das Publikum und ließ so manchen Schuh in die Lüfte fliegen. "Ein sehr gutes Zeichen", wie ihnen die drei Musiker lachend attestierten. Auch die von Sibbi, Panzer und Max schon "schmerzlich vermisste" Lutzi ließ es sich nicht nehmen, und stattete ihnen einen Ehrenbesuch auf der Bühne ab. Die drei hielten es in Franken wie bei ihrer letzten Visite. Erneut wurde ein neues Album mitgebracht - oder besser gesagt ein Vorgeschmack auf "All we know", das Ende Juli unter ihrer neuen Label-Heimat bei Findaway Records erscheinen wird.
"Wir sind eine Band, die gerne über alle Facetten des Lebens schreibt", erläutern sie den weiten Bogen vom Liebeslied über Freundschaft bis hin zu gesellschaftskritischen und politischen Songs. Eine Mischung, die sich auch musikalisch niederschlägt. "Wir haben auch Dinge ausprobiert, die wir so noch nie gemacht haben", sagen Sibbi, Panzer und Max mit Blick auf neue Song-Strukturen, die Gewohntes aufbrechen sollen.


"Lutzi" ist ein "riesengeiles Ding"

Gleich über mehrere Jahre ließ sich der Terminkalender der Musiker von "Rick Tick Evil" nicht mit dem "ab geht die Lutzi"-Festival harmonisieren. Umso mehr freute es die Verantwortlichen, dass Sängerin Sandra mitsamt ihren Bandkollegen Michael, Colin und Stefan endlich in Rottershausen vorbeischauten. Die 2010 gegründete Formation aus Schweinfurt begeisterte das Publikum bereits am späten Samstagnachmittag mit ihrem "Action Rock" - selbstredend direkt auf der Hauptbühne. "Wir wollten schon lange mal auf der Lutzi spielen", freute sich das Quartett nach lautstarkem Auftritt auf dem "gar nicht mehr kleinen Festival". Mit viel Arbeit und Schweiß sei die Veranstaltung aus dem Boden gestampft worden. "Jetzt ist das ein riesengeiles Ding, gemacht von Typen, die wir auch mal bei uns um die Ecke treffen", so das Urteil der Vier, die die Entwicklung der vergangenen sieben Jahre teils hautnah miterlebt haben. "Wir sind der ,Lutzi' sehr verbunden." Und nicht nur die hat 2017 einige Neuerungen erfahren. "Rick Tick Evil" absolvierten am Wochenende ihren zweiten Auftritt in verkleinerter Konstellation. "Es ist definitiv anders", so das erste Fazit. Man müsse sich schon umorientieren. "Wir versuchen aber unsere Qualität zu halten", schmunzeln die Vier, die ihre Band tatsächlich als sehr entspanntes Hobby und "Freunde-Ding ohne Ambitionen" betrachten.


Ein Heimspiel

Nicht minder lässig, aber durchaus engagiert, zeigten sich die "Bambägga". Die HipHop-Crew beehrte die "Lutzi" nun bereits zum dritten Mal. Begleitet wurde Jonas MC in diesem Jahr von DJ Stkla, George 33 und Daniel R. Für das "Heimspiel" vor unterfränkischer Fangemeinde gab es abermals ein energiegeladenes Set, das die Zeltbühne am Samstagabend in einen regelrechten Hexenkessel verwandelte. "Jeder Song ist voll auf die Fresse. Wir haben Bock, richtig abzugehen", lautete ihre Marschrichtung. Mit "Brotlose Kunst" hatte übrigens auch dieses Gespann ein neues Album im Gepäck. Als erfahrener Frontmann ließ er es sich nicht nehmen, vor dem eigenen Auftritt in der Jury der Freestyle-Battle-Premiere mit dabei zu sein. Nicht zu vergessen sei die "Arbeit mit der Crowd". Freestyle-Experte George 33 zufolge, mache jedoch auch hier nur regelmäßige Übung den wahren Meister. "Wir fanden das Ganze wirklich unterhaltsam. Natürlich gab es Begnadetere und weniger Talentierte. Durch die Bank haben sich aber alle gut geschlagen", so das Urteil von DJ Stkla, der sich die Aktion gemeinsam mit George 33 und Daniel R. aus dem Publikum angesehen hat. "Goozy hat das Ding verdient gewonnen."


Fulminantes "Comeback"

Intensives Proben stand in den vergangenen Tagen auch bei "Madsen" an. Nach neunmonatiger Bühnen-Abstinenz, übrigens die längste in der bisherigen Bandgeschichte, feierten diese am vergangen Samstag eine Art "Comeback". Honoriert wurde das vom Rottershäuser Publikum euphorisch und mit beeindruckender Textsicherheit. Wie eng "Madsen" mit seinen Fans ist, zeigte sich jedoch nicht erst vor der Hauptbühne. Bereits am 30. Mai feierte die Band selbst ein kleines Jubiläum. Exakt vor zwölf Jahren erschien ihr Debüt-Album "Madsen". Hierzu erreichten Johannes, Sebastian, Sascha und Niko hunderte Geschichten. "Ich finde es immer wieder verblüffend, wenn uns jemand schreibt: Wir haben uns auf einem eurer Konzerte kennen gelernt und unsere Kinder sind jetzt drei und fünf", freut sich nicht nur Sascha über langjährige Wegbegleiter, die sich gemeinsam mit ihnen mitentwickeln würden. Auch Zeilen, die davon berichten, wie ein Song Menschen durch bestimmte Zeiten geholfen hätte, berühre sie sehr. "Mir kommt es vor, als hätten wir erst gestern angefangen", so Niko.
Das "ab geht die Lutzi"-Festival kannte die Band zuvor noch nicht. Der Begeisterung tat das jedoch keinen Abbruch. "Es ist der Knaller", lautete ihr Urteil zur Ankunft. "Es hat eine unfassbare Herzlichkeit. Man merkt genau, die Leute hier machen das gerne", so ihr Eindruck von der komplett ehrenamtlich arbeitenden "Lutzi"-Mannschaft. Auch für den Nachwuchs auf der "Lutzi" haben die erfahrenen Akteure wichtige Tipps parat. "Man darf sich nicht selbst überschätzen und sich auch nicht zu ernst nehmen", sind sie überzeugt. Authentisch bleiben und Spaß an der Sache haben, seien die Schlüssel - abgesehen vom intensiven Proben.
Am Ende des Festivals ist klar: "Wir hoffen, dass es auf jeden Fall weitergeht", lautet die Bilanz zum Schlussakkord 2017 von Christian Stahl und seiner Mannschaft. Für die mehr als 200 Helfer gab es eine Aftershow-Party. Doch für alle stand bereits fest: "Nach der Lutzi ist vor der Lutzi." Nicole Oppelt

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren