Bad Kissingen
Umzug

Luitpoldbad: Ein König hängt in den Seilen

Ein Lastkran hat die 150 Jahre alte und 13 Tonnen schwere Statue von Max II. versetzt. Das poröse Gestein stellte die Experten vor einige Schwierigkeiten.
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Planer Ralf Alsheimer erklärt die Käfigkonstruktion, mit der das Denkmal von Max II. versetzt wird. Foto: Benedikt Borst
Planer Ralf Alsheimer erklärt die Käfigkonstruktion, mit der das Denkmal von Max II. versetzt wird. Foto: Benedikt Borst
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25 Jahre lang hat Jochen Köllmer als historische Persönlichkeit Maximilian II. König von Bayern dargestellt. Obwohl er seit gut einem Jahr nicht mehr aktiv ist, ist er jetzt noch ein letztes Mal in das Kostüm des Wittelsbacher Herrschers geschlüpft. Der Grund: Die Marmorstatue von Max II. vor dem Luitpoldbad wurde am Dienstag um rund 25 Meter an einen neuen Standort versetzt. "Für mich war das auch mein Versetzen in den Ruhestand", sagt Köllmer.


Schäden erschweren Transport

Der Umzug der 150 Jahre alten und 13 Tonnen schweren Figur stellte die Experten vor eine Herausforderung. Sie befürchteten, dass die Statue in zwei Teile zerbricht. "Bei einer Untersuchung vorab wurden Risse und einige Schäden in dem Gebilde festgestellt", berichtet der Planer Ralf Alsheimer. Der weltbekannte italienische Carrara-Marmor verträgt laut Alsheimer die deutsche Witterung nicht besonders. Regen und Frost haben dem Gestein im Lauf der Zeit zugesetzt. Damit das Denkmal den Transport unbeschadet übersteht, musste es von einem Schwerlastkran samt Sockel in einem Stück angehoben und aufrecht stehend versetzt werden. "Wir können die Statue nur mit einem äußeren Rahmengestell anheben, ohne dass große Kräfte auf die Figur wirken", erklärt er.


Ein König im Käfig

Die Fachfirma Bennert aus Thüringen hat vorab den Sockel mit zwei Kernbohrungen präpariert. In die Löcher wurden je ein Stahlträger eingeschoben und mit dem Sockel verpresst. Der Kran hat einen Stahlkäfig um die Statue herabgesenkt, der an den Stahlträgern befestigt wurde. Die Figur wiederum wurde innerhalb des Käfigs mit Spanngurten gegen ein Umkippen während der Flugphase gesichert.

Wegen der gründlichen Vorbereitung verlief das eigentliche Versetzen schnell und problemlos. Nach einer halben Stunde stand Max rund 25 Meter weiter vom Eingang zur Spielbank entfernt. Außerdem wurde die Statue um 180 Grad gedreht, so dass sie jetzt in Richtung Gebäude zum Casino blickt. Davon wird für die Öffentlichkeit in nächster Zeit allerdings nicht viel zu sehen sein, denn Max II. wird in Kürze vollständig eingeschalt. Restauratoren sollen bestehende Risse ausbessern, die Oberfläche reinigen und erneuern. "Der Schädigungsgrad des Gesteins ist an sich noch nicht problematisch", sagt Alsheimer. Dennoch sollte die Marmorstatue etwa alle fünf Jahre wieder untersucht werden.


Fontänenbrunnen vor Spielbank

Dass die Statue versetzt wurde, hängt mit dem Umbau des Luitpoldbades zum Behördenzentrum zusammen. Der Außenbereich wird ebenfalls neu gestaltet. An der Westseite des Gebäudes zum Luitpoldpark entstehen 100 Parkplätze, dafür fällt der bisherige Parkplatz vor der Spielbank weg. Das Max-Denkmal stand zudem bislang auf einem ehemaligen Brunnen, der an der Stelle nach historischem Vorbild wieder neu gebaut wird. Geplant ist ein Fontänenbrunnen mit einem "runden, ausgeschwungenen Becken aus Naturstein", erklärt der Planer.

Die Anlage wird mit Strom und Wasser aus dem Luitpoldbad versorgt. Zwei Schächte mit der Brunnentechnik werden neben dem Becken im Boden versenkt. Weil sie sich mitten im Überschwemmungsgebiet befinden, wird die Technik laut Alsheimer im Winter vor der Hochwasserperiode ausgebaut, gewartet und der Brunnen im Frühjahr wieder in Betrieb genommen.


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