Oerlenbach
Vortrag

Lob und Anerkennung, aber auch ein klares "Nein"

Einerseits ein klares "Nein", andererseits Lob und Anerkennung für Stärken - das sind Bausteine für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Alltag.
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"Eltern, die ihrem Kind alles abnehmen, tun sich und dem Kind ebenso wenig einen Gefallen, wie wenn sie alles durchgehen lassen." Das war einer der Punkte, die Familienberater Andreas Dederich (Würzburg) bei einem sehr gut besuchten Vortrag an Eltern und Erzieher weiter gab.  Foto: Stefan Geiger
"Eltern, die ihrem Kind alles abnehmen, tun sich und dem Kind ebenso wenig einen Gefallen, wie wenn sie alles durchgehen lassen." Das war einer der Punkte, die Familienberater Andreas Dederich (Würzburg) bei einem sehr gut besuchten Vortrag an Eltern und Erzieher weiter gab. Foto: Stefan Geiger
Auf diese Arbeit ging Familienberater Andreas Dederich (Würzburg) bei einem Vortrag in der Schule in Oerlenbach ein vor mehr als 100 Eltern ein. Er riet, die eigenen Erlebnisse zu vergleichen und vor allem das persönliche Handeln zu unterstützen.
In seinem Referat zum Thema: "Kinder, die zu viel dürfen, werden zu Erwachsenen, die zu wenig können", beleuchtete Dederich die vielfältigen Aspekte in der Erziehung vom Kleinkind bis hin zu jungen Erwachsenen. Seine Statements untermauerte er mit Beispielen aus dem Alltag als Familienberater und als Vater zweier erwachsener Söhne. "Kinder brauchen Liebe, Aufmerksamkeit, Offenheit, Geduld, Verständnis, Gelassenheit, Großzügigkeit, Zeit, Humor und vieles mehr. Eltern müssen auf der anderen Seite Klarheit, Konsequenz, Hartnäckigkeit, Gehorsam, Regeln, Strenge, Autorität und Disziplin bis hin zu Strafen einfordern", machte er das Spannungsfeld deutlich.


Einfluss der Medien

Starken Einfluss übe heute die Medienwelt aus. 36 Prozent der Sechsjährigen besitzt heute einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer. Unkontrollierte Reizüberflutung sei ebenso die Folge wie fehlende gründliche Auseinandersetzung mit Alltagsfragen. "Für Sie als Eltern ist es eine Herkulesaufgabe, ihre Kinder zu begleiten und Nachhaltigkeit aufzubauen.
Um sich orientieren zu können, brauchen Kinder Klarheit, müssen Teamfähigkeit erwerben, Frustrationen aushalten, Hierarchien akzeptieren sowie eigene Stärken und Schwächen erkennen. So wird vorbereitet auf das, was das Leben bringt", so Dederich. In manchen Punkten könne nicht auf "knallharte" Positionen verzichtet werden. "Wann sollen Handy, Smart- oder iPhone gestattet werden? Bei allen Vorteilen der Technik ist es unerlässlich, die Risiken unkontrollierbarer Einflüsse altersgemäß zu berücksichtigen", so der Familienberater.
Nichts entwickle sich von selbst. "Schreibe zehn Dinge auf, die gut kannst!", könne Ansatz sein, Ressourcen aufzuspüren und diese einzuschätzen. Eltern sollten beitragen, die Fähigkeiten ihrer Kinder zu fördern. "Behandeln Sie ihre Kinder nicht wie Erwachsene, beenden Sie endlose Diskussionen, setzen Sie auf Erklären und Verstehen, geben Sie Zeit, um Kompetenzen zu entwickeln, machen Sie das ständige Konkurrieren mit anderen nicht mit und sehen Sie die Erziehung als Aufgabe von Mama und Papa", regte Dederich an. Ein klares Nein sei oft die liebevollste Antwort, die man Kindern geben könne. Sie bräuchten starke Eltern, die bereit sind, mit den Kindern die Auseinandersetzungen zu suchen und einen gemeinsamen Nenner anzustreben. Immer wieder ließ Dederich eigene Erfahrungen einfließen.
"Sie machen viel richtig. Tauschen Sie sich aus und halten Sie Kontakt zur Schule und den Lehrkräften. Wir alle wollen das Beste für Ihr Kind", fasste Rektorin Sonja Then die umfangreiche Thematik zusammen.
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