Ebenhausen

Lifting für den maroden Bahnhof

Die Deutsche Bahn DB Station & Service plant, den Bahnhof Ebenhausen barrierefrei auszubauen. Neu werden Zugang, Bahnsteige und Unterführungen mit Treppen bzw. Rampen geschaffen.
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Die Anlagen vermitteln keinen guten Eindruck. Foto: Stefan Geiger
Die Anlagen vermitteln keinen guten Eindruck. Foto: Stefan Geiger
Das Vorhaben schilderte Bürgermeister Franz Kuhn dem Gemeinderat, der anregte, dabei die Parkplatzsituation zu verbessern. Eingehend begründete die DB die Notwendigkeit der Maßnahmen: Die Gleise 2 und 3 entsprechen in Höhe und Beleuchtung nicht mehr dem Stand der Technik. Die Unterführung ist in schlechtem Zustand. Für Blinde, Sehbehinderte und mobilitätseingeschränkte Personen sowie für Radfahrer und Personen mit Kinderwagen fehlen Hilfen.
Die DB untersuchte mehrere Varianten und befand schließlich, die vorhandene Unterführung und Bahnsteige 2 und 3 abzubrechen. Zugang, Unterquerung und Bahnsteige werden um 85 Meter nach Norden verlegt.


Endgültiges Aus für Gleis 1

Gleis 1 wird abgebrochen. Der Mittelbahnsteig mit Gleis 2 und 3 wird angehoben und nach Norden verschoben. Er erhält ein Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte und die für Nahverkehr übliche Ausstattung. Der Bahnsteig 4 wird in Länge und Ausstattung angepasst.

Die Dächer mit Tragwerken aus Gusseisen am Bahnhofsgebäude und auf den Bahnsteigen sind mit Eternit- bzw. Wellblechplatten eingedeckt. Sie sind sanierungsbedürftig und sollen entfernt werden.

Die Bahnsteigunterführung wird durch einen Neubau 85 Meter nördlich ersetzt. Damit wird die Verknüpfung zu den Buslinien, deren Haltestelle am neuen Zugang liegt, verbessert. Das kleine Nebengebäude wird abgebrochen, der denkmalgeschützte Güterschuppen mit einer Stützwand gesichert. Der südliche Zugang vom Bahnhofsvorplatz wird nicht mehr benötigt und geschlossen.

Mit der neuen Unterführung werden Rampen als geh- und behindertengerechte Wege mit maximal 6 Prozent Neigung und 1,80 Metern Breite zu den Gleisen geschaffen. Von der Bahnhofstraße her erhält die erste Rampe ein Zwischenpodest mit Wende in die Gegenrichtung, während zu den Gleisen 2/3 und 4 einläufige Rampen führen.

Detailliert erläuterte die Bahn die Situation der denkmalgeschützten Dächer und Handläufe. Die Weiterverwendung, wie vom Landesamt für Denkmalpflege angestrebt, sei technisch sehr schwierig, kostenintensiv und nur teilweise möglich. Umfangreiche Gutachten zur Statik der Gusseisenkonstruktion seien nötig. Die Dächer erfüllten nicht die heutigen Vorschriften und Richtlinien. Sie dienen nicht als Wetterschutz. Zudem liegen sie weit entfernt von den Zugängen und Bahnsteigen. Möglich wäre, die Dächer an ein Technik- bzw. Eisenbahnmuseum zu geben.


Baubeginn im August 2017

Als Baubeginn nennt die Bahn August 2017. Im ersten Abschnitt sind Rückbau von Gleis 1 im Bereich der neuen Bahnsteigunterführung und deren Neubau mit Treppen und Rampen sowie Bau des neuen Mittelbahnsteigs mit den Gleisen 2 und 3 vorgesehen. In Phase 2 geht es um Abbruch und Verfüllung der alten Unterquerung, Fertigstellung der Rampen und Anpassung von Gleis 4. Abschluss ist für August 2020 anvisiert.

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