Nüdlingen
Jubiläum

Laufend den Glauben stärken

1915, im Ersten Weltkrieg, wallten die ersten Nüdlinger nach Vierzehnheiligen. Jetzt feierten sie mit vielen Freunden und Gästen die 100. Wiederkehr mit Gottesdienst, Festakt und Schlussandacht.
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In einem langen Zug "wallten" die Nüdlinger nach dem Gottesdienst von der Kirche zur Schlossberghalle.  Fotos: Arthur Stollberger
In einem langen Zug "wallten" die Nüdlinger nach dem Gottesdienst von der Kirche zur Schlossberghalle. Fotos: Arthur Stollberger
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Die Feier zur 100. Wiederkehr der Nüdlinger Wallfahrt nach Vierzehnheiligen wird in der Geschichte der Gemeinde mit Sicherheit einen hohen Rang erhalten. Gefeiert wurde in der St. Kilianskirche, in der der Festgottesdienst stattfand, in der Schlossberghalle und schließlich, bei einer Dankandacht, der Vierzehnheiligen-Bildstock.
Am Festgottesdienst in der voll besetzten Kirche nahmen außer den Fahnenabordnungen der Nüdlinger Ortsvereine Abordnungen aus Merkershausen, Seubrigshausen und Weichtungen teil - befreundete Orte, die auch Vierzehnheiligen-Wallfahrten durchführen.

Pfarrer Dominik Kesina begrüßte den gebürtigen Nüdlinger Priester Dr. Wilhelm Mahlmeister, der selbst mehrmals die Vierzehnheiligen-Wallfahrt der Nüdlinger begleitet hat. Er bedankte sich bei vielen Menschen, die sich um die 100-jährige Tradition der Wallfahrt verdient gemacht haben.

Start in schwieriger Zeit

Mahlmeister erinnerte an die "mörderische Zeit" des 1. Weltkriegs. Mitten in dieser Zeit habe sich 1915 eine kleine Gruppe von Laien, ohne geistliche Begleitung, auf den Weg nach Vierzehnheiligen gemacht: "Bei Wasser, Brot und schlechtem Schuhwerk haben sie die Strapazen des Wegs auf sich genommen." Er erinnerte an die Anfänge, als es noch keine begleitenden Fahrzeuge gab und großer Opfergeist erforderlich war. Geblieben seien dennoch die Erfahrungen der Pilger mit dem eigenen Körper, das Miteinander und Füreinander einer vertrauensvollen Gemeinschaft, in der die Wallfahrer aus den Lebens- und Glaubenserfahrungen der anderen neue Perspektiven für sich gewinnen können.

Kirche werde unterwegs als Gemeinschaft erlebt, die auf das eigentliche "Geschenk von Vierzehnheiligen", die Menschwerdung Christi, zugehe. "In der Lichterprozession in Vierzehnheiligen bringen wir Christus das Licht der Welt" - so der Geistliche. Er berichtete von seinen eigenen Wallfahrten mit den Nüdlingern und den Pilgern aus den umliegenden Orten.

Langer Zug zur Schlossberghalle

In einer langen Prozession zogen nach dem Gottesdienst die aktiven und ehemaligen Wallfahrer und zahlreiche Nüdlinger zur Schlossberghalle. Dort begrüßten Wallfahrtsführer Michael Schäfer und Bürgermeister Harald Hofmann die Gäste. Dankesworte richtete Michael Schäfer an seinen Vorgänger Egid Thomas, der von 1979 bis 2003 der Leiter der Vierzehnheiligen-Wallfahrt war. Dankgeschenke gingen auch an weitere "dienstbare Geistern".

In einem Grußwort aus Poppenlauer, wo die Nüdlinger Wallfahrer jedes Jahr bei ihrer letzten Rast - im "Rasthaus Poppenlauer" - versorgt werden, beglückwünschten Erhard Ledermann, Diözesanratsvorsitzender und sein Kollege Winfried Streit die Nüdlinger Wallfahrer zu ihrem Jubiläum.

Viele Bilder der Erinnerung

Großes Interesse gab es für die ausgestellten Fotos von zahlreichen Wallfahrten und weiteren Wallfahrtssymbolen. Besonders die ältesten Aufnahmen, die digitalisiert auf einem Flachbild- Fernseher gezeigt wurden, erregten das Interesse der Besucher. "Schau mal da, ist das nicht der Soundso? Der ist schon lange gestorben" waren häufige Äußerungen. Mit der Musik der Nüdlinger Musikanten wurde die Feststimmung umrahmt.

Eine Dankandacht am Vierzehnheiligen-Bildstock bildete am Spätnachmittag den stimmungsvollen Abschluss der Feierlichkeiten, die ganz im Zeichen der Begegnung und der Erinnerung standen. Vorbeterin Margot Freidhof und Pfarrer Dominik Kesina sprachen Gebete und Dankesworte für ein gelungenes, denkwürdiges Fest.

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